Montag, 22. Oktober 2018

Ironman Hawaii Erwartungen nicht erfüllt

Falsche Pacing Strategie führt zu neuer persönlicher Radbestzeit aber langsamer Gesamtzeit

Es hätte das beste Rennen für mich auch Hawaii werden können. Ist es aber nicht. Ich war in Topform, das beweist die neue persönliche Bestzeit auf dem Rad. Die Bedingungen für eine neue Bestzeit overall waren günstig. Doch eine falsche Strategie bei der Einteilung führte zu einem nicht erwarteten schlechten Ergebnis. Durch meine außerordentlichen guten Trainingsleistungen in der Vorbereitung wurde ich auf der Radstrecke zu euphorisch und ging eindeutig über meine Grenzen. Das rächte sich dann beim Laufen. Ab km 30 war ich nicht mehr in der Lage das Tempo hoch zu halten. Ich musste die letzten 12 Kilometer gehen.
Ja, wieder etwas gelernt: selbst wenn die Form noch so gut ist, darf ich meine Grenzen auf dem Rad nicht überschreiten. Das rächt sich später beim Laufen. Das ist eigentlich ein Anfängerfehler, aber auch ein alter Hase wird manchmal leichtsinnig, wenn es um die Weltmeisterschaft geht.
Nächstes Jahr gibt es eine neue Chance.

Freitag, 31. August 2018

Deutscher Meister in Viernheim

Schon wieder ein Titel

Am letzten Wochenende konnte ich schon wieder einen Titel abholen, und zwar den Deutschen Meister auf der Kurzdistanz beim Triathlon in Viernheim.
Am Schluss des Rennens war nur noch der 80-Jährige Kalli unterwegs. Später sagte er, er hätte schon 1982 seinen ersten Triathlon gemacht. Ich bin zwar noch keine 80 sondern erst 50 aber meinen ersten Triathlon habe ich auch schon 1983 gemacht. Da wurde mir wieder klar wie verdammt lang ich den Sport schon mache.
Ich war zwar nie ganz vorne dabei, aber ich hatte immer eine gute Fitness über all die Jahre. Ich habe immer trainiert außer zweimal habe ich für ein halbes Jahr ausgesetzt, vor und nach meinem Arbeitsaufenthalt in den USA.
Das zahlt sich jetzt aus.
Man muss nur lange genug dabei bleiben. Natürlich macht es mir auch immer noch sehr viel Spaß. 
In Viernheim bin ich an den Start gegangen, weil der Triathlon dort immer sehr gut organisiert ist und wenn schon mal Deutsche Meisterschaften in der Nähe sind, dann sollte man auch mitmachen.
Im Moment bin ich ja gerade in der Hawaii-Vorbereitung, da ist eine Formüberprüfung immer sinnvoll. Allerdings bringt ein Wettkampf immer Stress mit sich. Gut, ich mache dann kein spezifisches Kurzstreckentraining und das Tapering vor dem Wettkampf beschränkt sich auf 2 bis 3 Tage. Aber ich will ja auch gut sein. Deshalb ziehe ich in der Woche vorher das Langstreckentraining nicht voll durch. Im Zweifel mache ich weniger. Nach dem Wettkampf brauche ich dann auch wieder Regenerationszeit. Das dauert meist bis Mittwoch oder Donnerstag, wenn der Wettkampf am Sonntag war, bis ich wieder ins Langstreckentraining einsteigen kann. 
So ein Wettkampf in der Langstreckenvorbereitung ist also ein zweischneidiges Schwert. Mann bekommt Auskunft über seinen Leistungsstand auf der einen Seite, auf der anderen Seite verliert man zwei halbe Wochen an spezifischem Training. Vielleicht ist es aber auch gut in der Vorbereitung mal etwas kürzer zu treten und zu regenerieren.
Der Test in Viernheim ist natürlich sehr zufriedenstellend ausgefallen. 
Schon das Schwimmen war super. Ohne Neopren. Da konnte ich mein Hawaii Outfit testen mit Swim Skin und darunter den Triathlonanzug.
Ich war in der zweiten Startgruppe, in der alle Athleten über 40 eingeteilt waren. Ich konnte immer in der Spitzengruppe oder der Verfolgergruppe mitschwimmen. Das ist sehr motivierend, wenn man mit den Besten mithalten kann. Sonst ist das ja nicht mehr der Fall bei den schnellen Jüngeren.
Das Wasser war mit 24 Grad angenehm warm, aber die Außentemperatur war mit 8 bis 15 Grad relativ niedrig. Deshalb habe ich mich auch im Wasser nicht eingeschwommen und das Aufwärmen an Land erledigt. 
Beim ersten Wechsel hatte ich den einzigen Knackpunkt im Rennen. Am Rad angekommen hatte ich ziemliche Gleichgewichtsstörungen, so dass ich zuerst den Helm von Bernd Holik meinem alten Langlaufkumpel abgeräumt habe, der sein Rad neben mir stehen hatte. Also musste ich zuerst wieder seinen Wechselplatz in Ordnung bringen, weil er ja seinen Platz so vorfinden will, wie er ihn aufgebaut hatte. Erst danach konnte ich meinen Swim Skin ausziehen und meinen Helm aufsetzen. Beim Ausziehen des Schwimmanzugs hatte ich große Probleme auf einem Bein zu stehen, ich musste mich also erst kurz sammeln und stillstehen. Deshalb ist meine Wechselzeit auch unterirdisch.
Nach dem Wechsel auf das Rad bin ich dann erst einmal vorsichtig losgefahren, und es hat lang gedauert bis ich endlich in den Radschuhen richtig drin war. Dadurch war der Vorteil durch mein gutes Schwimmen dahin und ich musste die Athleten, die mich in der Wechselzone überholt hatten nacheinander wieder einholen. Das gelang auch ganz gut, weil die Juhhöhe so richtig hart und steil ist. Das ist immer der beste Teil der Viernheimer Radstrecke, danach ist sie wieder relativ einfach.
Dieses Jahr bin ich immer mein eigenes Tempo gefahren, weil kein anderer aus der zweiten Startgruppe ungefähr gleich schnell fuhr. Es gab niemand zum Kämpfen. Ich hatte immer das Gefühl, ich strenge mich an, aber es ist noch locker. An den Bergen hatte ich guten Druck.
Nachher hat mich ein bisschen verwundert, dass ich letztes Jahr schneller war, obwohl ich dieses Jahr im maximalen Aero-Trim angetreten bin, also mit Zipp 808 vorne, Scheibe hinten und Aerohelm. Letztes Jahr war ich im Light-Outfit angetreten it Zipp 303 vorne und 800 hinten und normalem Straßenhelm. Jetzt wäre noch interessant, ob ich dieses Jahr weniger Leistung gebraucht habe, oder ob es am Wind oder an der Anstrengung gelegen hat. Wir werden es nie erfahren. Immerhin das Gefühl war super mit highspeed wieder durch den Saukopf-Tunnel zu brettern.
Beim Laufen lief es wieder hervorragend. Ich konnte meine Zeit vom Vorjahr noch einmal verbessern. Dieses Mal standen 36:24 min für die 10 km auf der Liste. Dieses Jahr war es nicht ganz so heiß, deshalb sind die Laufzeiten tendenziell schneller.
Waldstadion Viernheim
Das gute am Lauf war auch, dass ich auf der letzten Runde keinen signifikanten Geschwindigkeitsabfall hatte. Das ist genau, das was ich wollte.
Am Schluss war ich dann sogar der Dritte aller Starter über 40. Während des Rennens überholte mich nur einer aus meine Startgruppe.
Jetzt geht's wieder weiter mit der Hawaii-Vorbereitung. Der Test verlief positiv, aber die Aussagekraft eines Kurztriathlons ist eher gering für die Langstrecke. Immerhin stimmt der Grundspeed schon mal. Darauf kann man aufbauen.

Donnerstag, 26. Juli 2018

Europameister lalalalala

1.Platz M50 IRONMAN EUROPEAN CHAMPIONSHIP FRANKFURT

Endlich habe ich es einmal geschafft in Frankfurt meine Altersklasse zu gewinnen. Ich war ja schon oft nah dran aber dieses Jahr hat es geklappt.
Frankfurt ist für mich einfach das beste Ironman Rennen, weil es in der Nähe ist und weil es nach Hawaii das mit der stärksten Konkurrenz ist. Ich fange schon im Januar mit dem gezielten Training auf dieses Event an. Alles läuft darauf hinaus an diesem Tag die Topleistung zu bringen.
Und ich denke das habe ich erreicht.
Beim Schwimmen bin ich diesmal aggressiver los geschwommen als im Kraichgau. Geplant war eine Zeit zwischen 54 und 56 min und mit 55:58 bin ich gerade noch im Plan geblieben. Das war der 3. Platz in der Altersklasse. Das war schon mal eine gute Grundlage. 
Beim Radfahren war die Vorgabe bei 70 - 75 % HF max zu bleiben. Früher bin ich immer zwischen 70 und 80 % gefahren. Dieses Jahr habe ich dann mal ein Training gemacht bei dem ich 4 h in diesem Tempo gefahren bin. Da habe ich gemerkt, dass das zu hoch ist. Ich war nach 3 h so kaputt, dass ich an einem Supermarkt anhalten musste. Wenn ich das im Training nicht schaffe, dann kann ich das auch im Rennen nicht durchhalten. Dazu habe ich kurz vor dem Rennen noch ein Interview mit Patrick Lange gehört, bei dem er sagt, dass man auf der Radstrecke mal 5 min hergeben kann um dann auf der Laufstrecke 10 min zu gewinnen. Auch im Rückblick auf Kraichgau, war ich nicht ganz zufrieden mit meinem Lauf am Ende. Meistens will ich das ja nicht wahrhaben, aber es ist doch immer so, wenn man zu schnell Rad fährt, dann wird das mit dem Lauf auch nichts mehr. Auch aus allen Positionskämpfen bergab habe ich mich herausgehalten. Vorher habe ich gelesen, dass man bergab bei hohem Tempo unverhältnismäßig viel Leistung aufbringen muss um den Gegner zu überholen. Das macht auf 180 km für minimalen Zeitgewinn keinen Sinn. Bergauf ist es einfacher den Unterschied herauszufahren. Natürlich immer im richtigen Pulsbereich.
Skyline Rider

Am Ende war ich dann auf dem Rad 11 Minuten langsamer als geplant. 5 h waren geplant und 5:11 h sind es geworden. Die Strecke war ja 5 km länger und mit mehr Höhenmeter als die Jahre davor. Außerdem blies ein ordentlicher Wind. Deshalb habe ich vorne auch nur ein Zipp 404 Laufrad montiert. Das kann ich viel besser beherrschen bei Wind und hohen Geschwindigkeiten. Ein höheres Laufrad ist zwar durch den Segeleffekt bei Wind schneller, aber wenn ich dann die Aeroposition verlassen muss um das Fahrrad zu stabilisieren, kostet das gleich 50 Watt und das ist deutlich mehr als 2 bis 4 Watt durch das Laufrad. Das habe ich auch in den Wochen vorher ausgiebig getestet. Bei mir wird es bei Seitenwind und Geschwindigkeiten über 50 km/h kritisch mit dem Zipp 808. 
Dieses Jahr war es durch den Rolling Start, die neue selektive Strecke und denn Wind sehr fair auf der Radstrecke. Es kamen immer wieder Kampfrichter vorbei und griffen rigoros durch. Es war genügend Platz um Windschattenfahren zu vermeiden. 
Natürlich wusste ich nicht genau, wo ich innerhalb meiner Altersklasse war, aber ich hatte ein gutes Gefühl. Nur einer aus der M50 überholte mich. Ich ließ den Franzosen ziehen.
Den Franzosen unter Kontrolle am Heartbreak Hill in Bad Vilbel
Dieses Jahr wollte ich wirklich mein Tempo fahren. Ganz zum Schluss bin ich dann wieder auf ihn aufgefahren. Es war also genau die richtige Entscheidung sich niemals aus dem Wohlfühlbereich zu entfernen. 
Vom Rad bin ich als 2. der M50 gestiegen.
Nach dem Wechsel war ich dann nur noch 3. Normalerweise bin ich ja ein schneller Wechsler. Doch diesmal musste ich das Dixi aufsuchen. Das hat 1:30 min gekostet. Es war aber ein gutes Zeichen, denn wenn unten was raus läuft dann ist oben der Flüssigkeitstank gut gefüllt. 
Beim Loslaufen habe ich mich sofort gut gefühlt. Ich konnte locker ein Tempo zwischen 4:10 und 4:20 laufen. Ich musste mich überhaupt nicht antreiben. Den Franzosen hatte ich auch schnell wieder eingeholt. Damit lag ich nach 7 km in Führung der Altersklasse. Im weiteren Verlauf wurden mir steigende Abstände zu den hinter mir Laufenden durchgesagt. Nach zwei Runden sah ich auch Daniela Ryf an der gleichen Stelle der Strecke. Das heißt, dass ich das gleiche Tempo laufen kann wie sie. Das baut auf.
Wie immer wurde es nach der Hälfte des Marathons etwas langsamer aber die Kilometerzeiten gingen nie über 5 min. Ich hielt mich an meinen CORE Ernährungsplan. Das ist perfekt. Viele Teilnehmer sagten nach dem Wettkampf es wäre heiß gewesen. Das Gefühl hatte ich überhaupt nicht. Ich konnte mich dieses Jahr sehr gut runterkühlen. Ich wurde auch nur ganz sehr selten überholt. So richtig wahrgenommen habe ich nur 3. Einer ganz am Anfang, den habe ich aber am Schluss wieder überholt und dann ein richtig schneller. Ganz am Schluss wurde ich noch von der vierten Frau zurück überholt. Da war ich dann richtig fertig. Aber in der Altersklasse brannte nichts mehr an. Ich hatte einen komfortablen Vorsprung. Mit der Marathonzeit von 3:13 bin ich zufrieden. Ziel war 10 bis 5 min schneller. Aber bis auf die letzten 4 km konnte ich immer einen schönen Schritt ziehen.
Skyline Runner
Im Ziel war ich dann doch sehr kaputt. Am Anfang ging es noch, doch dann wollte ich zu früh wieder Essen und Trinken und so schnell wie möglich wieder nach Hause. Doch der Körper machte nicht mit. Ich behielt nichts mehr drin. Es dauerte 3 Stunden bis ich wieder etwas trinken und essen konnte. Ich fühlte mich hundeelend. In solchen Momenten ist meine Familie Gold wert. Sie warteten geduldig bis der alte Kämpfer wieder transportfähig war. Schon auf der Strecke haben sie mich enthusiastisch angefeuert und motiviert. 
Das nächste Ziel ist jetzt auf Hawaii so weiterzumachen wie in Frankfurt. Die Ernährung habe ich jetzt im Griff. Auch bei der Tempogestaltung habe ich dazugelernt. Es gilt jetzt nur noch ein bisschen besser zu werden in jeder Disziplin. Das Training plane ich genau wie in der Vorbereitung auf Frankfurt. Vielleicht mache ich noch eine Einheit auf dem Rad mehr, weil 2 mal Rad pro Woche ist doch etwas wenig für einen Ironman.

P.S. lalalalala könnt ihr mitsingen auf den Refrain von Boney M Brown Girl in the Ring

Donnerstag, 14. Juni 2018

Zuerst Entspannungsbad dann Sauna

10. Platz Amateure - 2. Platz M50 beim IRONMAN 70.3 KRAICHGAU

Beim IRONMAN 70.3 KRAICHGAU habe ich es bis auf den 10. Platz aller Amateure geschafft.
Allerdings konnte ich meine Altersklasse nicht gewinnen. Es gibt also doch noch einen Athleten, der genauso alt ist und der irgendwie schneller als ich war. 
Beim Schwimmen habe ich mir zu oft eingeredet, dass das Schwimmen eigentlich gar nicht wichtig sei. Darum bin ich dann auch ganz entspannt geschwommen. Erst als ich die Zeit sah, wurde mir klar, dass ich im Wettkampf doch etwas Druck machen könnte.
Backen aufblasen nach dem lockeren Schwimmen
Auf dem Rad ging es ganz gut. Durch den Rolling Start war ich unter gleichwertigen Konkurrenten und ließ es einfach die ganze Strecke wieder locker rollen.
Rollen
Bis von hinten Achim Groenhagen aus der M50 ankam. Dem folgte ich dann bis in die Wechselzone.
Beim Laufen wieder das gleiche Spiel. Immer hinter Achim her. Das ging dann auch zwei Runden sehr gut. Ich konnte ihm sogar mal kurz davon laufen, als es steiler bergab ging. Aber danach war er gleich wieder da. Für die dritte Runde hatte ich mir schon eine Taktik zurecht gelegt. Ab km 18 wollte ich angreifen und bis zum Ziel einen Vorsprung herauslaufen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Bei km 16 wurde es mir dann richtig heiß. Irgendwie konnte ich mich nicht mehr runterkühlen. Ich musste mein Tempo reduzieren und Achim lief mir davon. Die letzten vier Kilometer waren dann nicht mehr so locker. Trotzdem habe ich den Halbmarathon noch knapp in einem Schnitt unter 4 min pro Kilometer geschafft.
Laufspeed und Technik

Alles in allem hat der Wettkampf wieder richtig Spass gemacht. Die Strecke war zwar voll aber ich war weit vorne und da war es sehr fair. Nur auf der Laufstrecke nervt es, wenn an den Verpflegungsstellen so viel Betrieb herrscht. 
So richtig frisch, war ich beim Wettkampf nicht, da ich in der Vorbereitung auf den Ironman in Frankfurt das Training nicht reduziert habe. Das geht jetzt auch noch weiter so bis kurz vor dem Ironman. Dann bin ich hoffentlich in Frankfurt in Topform für die Hawaii-Quali.

Donnerstag, 24. Mai 2018

Harter Kampf der Alten beim Jubiläums Triathlon in Forst

Lauf auf den dritten Platz overall

Knapper Sieger in der Altersklasse M50


Der 30. Triathlon in Forst war ein Rennen der Extraklasse. Extra hart für einen relativ kurzen Wettkampf über 1 km Schwimmen 30 km Radfahren und 7,5 km Laufen. Eigentlich war der Wettkampf als Trainingswettkampf und Materialtest geplant. Der Veranstalter hatte aber noch weitere alte Triathlon Legenden eingeladen, die genauso wie ich noch sehr competitive sind, wie sich bald herausstellte.
Beim Schwimmen hatte ich gedacht ich könnte vielleicht ein bisschen länger an meinen Vereinskameradinnen Katrin und Ursula dran bleiben. Aber die sind dann doch viel schneller als ich. Da hilft auch der Neopren nichts mehr. Nach der ersten Wende war die erste Gruppe weg und ich  war im Niemandsland ohne jemand vor mir bei dem ich Wasserschatten hätte schwimmen können. Am Schluss kam noch Rolf Lautenbacher und leistete mir gute Gesellschaft. Nach 15:35 min stieg ich aus dem Wasser. Ich denke, dass die Schwimmstrecke etwas länger als 1000 m war, weil ich über 1000 doch schneller sein müsste. Die Zeiten der anderen waren auch langsamer als im Becken. Auf meiner GPS Uhr waren es 1191 m, was wohl etwas zu viel ist.
Ich legte einen schnellen Wechsel hin und am Start zur Radstrecke wurde mir zugerufen: 1:30 min Rückstand zur Spitze. Ok, das ist nicht so viel. Aber als ich am ersten Wendepunkt sah, dass Uli Mutscheller an der Spitze des Rennens lag, war ich doch ein bisschen beunruhigt. So langsam machte sich das Mantra für den Wettkampf breit: Es kann nicht sein, dass einer der älter ist als ich, schneller ist. Normalerweise gewinne ich meine Altersklasse immer relativ locker. Diesmal war die Konkurrenz aber richtig stark mit Uli und Rolf.
Da musste ich mich also richtig reinhängen, sogar schon beim Radfahren. In der zweiten Runde war ich noch mehr beunruhigt, weil Uli seinen Vorsprung noch ein wenig ausbauen konnte, obwohl ich mit maximalem Einsatz fuhr. Eigentlich wollte ich nicht schon alles beim Radfahren investieren. Zum Glück kam irgendwann von hinten Daniel Wiesner angerauscht. Ich versuchte solange wie möglich an ihm dran zubleiben, natürlich ohne Windschatten zu fahren. Das gelang mir auch ein Weile, so dass ich wenigstens alle anderen hinter Uli noch bis zum Wechsel einholen konnte. Als Dritter ging ich auf die Laufstrecke. Die Rückstände wurden mit 1:30 min auf Uli und 20 s auf Daniel rein gerufen. Ich dachte, 1:30 min auf 7,5 km aufzuholen das wird schwierig aber 20 s auf Daniel, das könnte ich versuchen. Also lief ich mit maximalem Tempo los. Ich hatte ja dieses Jahr meinen Fokus mehr auf das Lauftraining gesetzt, weil das erstens einfacher zu organisieren ist als Radfahren und zweitens, weil das Laufen immer schon meine stärkste Disziplin war. Da wollte ich wieder die Akzente setzen. 
Nach der ersten Runde über 2,5 km waren die Abstände aber nahezu gleich geblieben. Ich hatte sogar das Gefühl auf Daniel zu verlieren. Trotzdem weiter kämpfen. Irgendwann geht vielleicht was nach vorne. Auch nach der zweiten Runde war Daniel immer noch vor mir und von Uli war noch nichts zu sehen. Doch zu Beginn der dritten Runde kam ich allmählich näher an Daniel heran. Jetzt ging alles plötzlich ganz schnell. Ich konnte Daniel und Uli fast an der gleichen Stelle überholen und war damit in Führung gegangen. Die Führung sollte ich dann bis ins Ziel nicht mehr abgeben. So wurde aus einem nahezu hoffnungslosen Rückstand noch ein knapper Vorsprung. Viel geholfen hat mir dabei, dass ich mich nicht auf den Rückstand zu Uli konzentriert habe sondern auf die nahe liegende Aufgabe erst einmal Daniel einzuholen. Als ich dann Daniel und Uli auf einmal überholen konnte, hatte ich quasi zwei Fliegen mit einer Klatsche erledigt. Man muss also immer kämpfen, egal wie aussichtslos die Situation auch sein mag. Manchmal helfen einem auch die äußeren Umstände ein Ziel zu erreichen.
Zieleinlauf als Erster der ersten Startgruppe - zu kaputt zum Jubeln

Der Sieg in der ersten Startgruppe bedeutete den dritten Platz insgesamt, weil in der zweiten Startgruppe noch der Profi Horst Reichel und ein junger Darmstädter Athlet schneller waren.
Mit meinem Rennen bin ich natürlich voll zufrieden. Vor allem das Laufen im 3:23 min/km Schnitt war ein Highlight und zeigt, dass mein Training anschlägt. Vorher hatte ich mir das aber ganz anders vorgestellt. Meine Konkurrenten haben mich diesmal bis an meine Leistungsgrenze gebracht. Aber genau das will man ja haben, bei einem Wettkampf.
Die nächste Station ist jetzt der Ironman 70.3 Kraichgau bevor es zum ersten Saisonhöhepunkt nach Frankfurt zum Ironman Europe geht.



Montag, 16. April 2018

Erfolgreicher Test als Stadtläufer

5. Platz insgesamt beim Wieslocher Stadtlauf über 10 km

1. Platz in der M50

Ein kleiner Test über 10 km beim Wieslocher Stadtlauf verlief am Wochenende erfolgreich.
Als Zwischenetappe in der Vorbereitung hatte ich mir als Ziel eine Zeit unter 35:00 min über 10 km gesetzt. Das habe ich nicht ganz erreicht. Auf der Strecke mit leichten Anstiegen und 96 Hm Höhendifferenz merkte ich gleich, dass das für mich nicht ganz möglich wird. Trotzdem bin ich sehr zufrieden, weil ich den 5. Platz insgesamt belegt habe.

Die zwei ersten waren gleich zu Beginn weg. Da hatte ich keine Chance. Mit dem Dritten und Vierten bin ich immerhin eine Weile gelaufen. Ein Schnitt von 3:32 min/km und den letzten Kilometer in 3:26 zeigt mir, dass ich mit dem Lauftraining auf dem richtigen Weg bin, bevor es nun auf die nächste Etappe in der Vorbereitung geht. Dieses Jahr habe ich mehr auf das Lauftraining gesetzt, weil das für mich am einfachsten zu organisieren ist. Laufen kann ich immer irgendwie. Dazu habe ich auch die Füllradeinheiten weggelassen und konzentriere mich nur auf zwei Radeinheiten: eine harte Einheit auf der Rolle am Mittwoch und eine lange Einheit am Samstag. Ich hatte das Gefühl, dass die weiteren kurzen Füllradeinheiten nur die Regeneration verlangsamen und keinen großen Trainingseffekt bringen. Dieses Jahr achte ich auch mehr auf die Regeneration. Ich mache weniger am Freitag um am Wochenende frischer zu sein. Außerdem lasse ich auch Einheiten ausfallen, wenn ich mich nicht richtig frisch fühle. Ich laufe auch immer die gleichen Strecken und prüfe, ob ich mich kontinuierlich verbessere. Sobald das Tempo bei gleichem Durchschnittspuls langsamer wird, mache ich Pause. Das kam aber zum Glück nur ein oder zwei Mal vor.

Dienstag, 30. Januar 2018

Schlamm ist ein Gemisch aus feinkörnigem Feststoff und einer vergleichsweise geringen Menge Flüssigkeit

Dirty Race 9. Platz overall 1. Platz SEN3

Erster Saisoncheck beim Cross Duathlon in Murr erfolgreich

Beim Dirty Race in Murr konnte ich meinen ersten Check des ersten Trainingszyklus 2018 erfolgreich abschließen. Besonders das Laufen stellt mich sehr zufrieden. Natürlich kann ich mit knapp 50 nicht mehr mit den Raketen mithalten aber ein Tempo von 3:30 pro km im ersten und im zweiten Lauf stimmt mich sehr zuversichtlich. Dieses Jahr habe ich mein Lauftraining besser auf meine aktuelle Leistungsfähigkeit abgestimmt. Der Jahresplan sieht wieder reverse periodization vor. Das heißt ich trainiere zuerst wie auf einen Sprinttriathlon, dann wie auf eine Kurzdistanz und dann erst folgt das Langdistanztraining.
Erster Lauf noch mit Zurückhaltung
Bild: Sandra Schlichenmaier
Der erste Check Sprint und 5 km Lauf kann also abgehakt werden.
Beim Mountainbike Part war es diesmal ziemlich schlammig, dadurch wurden Passagen, die sonst keine Probleme bereiten, zu einer Zitterpartie. Vor allem das Vorderrad musste bei Schräglage immer unter Kontrolle gehalten werden, sonst drohte der Sturz. Die Radzeiten waren dadurch entsprechend langsamer als sonst.
Ich kam durch alle schwierigen Stellen unbeschadet durch. Nur bei einer eher leichten asphaltierten Kurve rutschte mir das Vorderrad weg, als ich nach einer Schlammpassage wieder Tempo machen wollte. Ein harter Aufschlag auf dem Boden und etwas Haut und Blut blieben auf der Strecke. Unter Adrenalin hatte das aber keinen Einfluss auf den weiteren Wettkampfverlauf.
Das Radtraining lief bis jetzt auf Sparflamme mit 2 Einheiten pro Woche, davon eine auf der Rolle und einmal draußen 2 Stunden. Da konnte ich nicht viel erwarten. Während des Rennens kam es aber nicht nur auf rohe Power an, sondern auf Schlamm musste man die Kraft sehr dosiert einsetzen. Somit bin ich auch mit dem Radpart ganz zufrieden.
Steilstes Stück der Radstrecke
Bild: Sandra Schlichenmaier

Das Dirty Race macht einfach Spaß und ist für mich jedes Jahr ein stepping stone für die Motivation im Training während des Winters. Achim Seiter und sein Team machen da immer einen hervorragenden Job.
High Five mit Achim Seiter
Bild: Sandra Schlichenmaier