Montag, 2. August 2010

6.Platz Heidelbergman






Ein guter sechster Platz sprang am Sonntag beim Heidelbergman für mich heraus. Der Wettkampf wurde als Duathlon ausgetragen, weil der Neckar eine zu starke Strömung hatte. Das Schwimmen sollte diesmal gegen die Strömung stattfinden. Es wäre interessant gewesen, wie sich das an fühlt. Auch gut, dann ist es eben ein Duathlon. Vielleicht ein kleiner Vorteil für mich, da verliere ich nicht so viel wie beim Schwimmen gegen die besten Schwimmer.
Am Start zum Duathlon gab es schon ein richtiges Gedränge, weil der Startbereich mit dem Ziel identisch war und alle über die nur 2 m breiten Zeitmessmatten drüber mussten. Ich stellte mich nicht ganz vorne auf und ließ erstmal die Heißsporne vorne Tempo machen. Das stellte sich später als genialer Zug heraus.
Beim ersten Lauf ging es gleich voll zu Sache. Vorne sprintete ein Staffelläufer allen davon, danach kam ein kleines Feld mit etwa 15 Mann. Da wollte ich dranbleiben. Doch manchmal klappt es nicht so wie man will. Kurz nach der steilsten Stelle am Philosophenweg, wo es schon wieder flacher wird, musste ich abreißen lassen. Bergab hielt ich meinen Abstand dann aber konstant und ein schneller Wechsel brachte mich wieder etwas näher an die Spitzengruppe heran. Aber dort wurde sofort wieder auf den ersten Metern der Radstrecke auf den steilen Kehren zum Schloss voll Tempo gemacht. Johannes Moldan, der Sieger von Ladenburg flog an mir vorbei. Da konnte ich nicht lange mithalten. Nur den Motor nicht schon am Anfang gleich überdrehen. Ich bin nicht mehr auf die Spitzenbelastung von kurzen Antritten trainiert. Eigentlich hatte ich seit dem Ironman Frankfurt nur ganz wenig trainiert. Zweimal die Strecke am Königsstuhl abfahren und 3 mal Laufen mit ABC und Steigerungsläufen, das war alles was ich wettkampfspezisch zur Vorbereitung gemacht hatte. Keine hochintensiven Intervalle also, die man braucht um das Tempo bei einem Duathlon oder Kurztriathlon mitgehen zu können. Aber am Sonntag hat sich wieder gezeigt, dass es besser ist, völlig erholt zu einem Wettkampf zu gehen als mit einer eingezwängten Vorbereitung nach einem Ironman. Nach einiger Zeit konnte ich ein paar Athleten überholen. Von hinten kamen aber auch wieder ein paar Fahrer, die ich in der Wechselzone überholt hatte. Am Johannes-Hoops-Weg konnte ich Matze Pfähler sehen, wie er mit einem großen Gang über die leichte Steigung drückte. Von hinten saß mir Klemens Bollinger im Nacken. Auf den welligen und leichter ansteigenden Stellen konnte ich mit meinem Zeitfahrrad bestimmt Zeit gut machen. Kaum jemand war außer mir auf einem Zeitfahrrad unterwegs. Nur Johannes Moldan hatte in der Spitze auch ein Zeitfahrrad gewählt. Alle anderen waren auf normalen Rennrädern unterwegs. Ich denke trotz der steilen Anstiege sind Aerolaufräder auch auf diesem Kurs von Vorteil. Wir dürfen nicht Windschatten fahren, deshalb bringt die bessere Aerodynamik vor allem in den Abfahrten und in den leichten Anstiegen immer mehr als das geringere Gewicht in den steilen Anstiegen.
Am Nikolausweg konnte ich die Spitze gerade noch sehen. Dahinter war dann ein Knäuel aus mehreren Fahrern. Am steilsten Stück der Strecke musste ich ganz schön kämpfen. Gut, dass ich noch den 25er hinten drauf gepackt hatte. Da kann man einfach besser kurbeln. Im Training ist es kein Problem mit dem 23er hochzudrücken, aber im Wettkampf kann man mit dem 25er besser im Sitzen fahren und muss nicht alles im Wiegetritt hochwuchten. Ich konnte nicht genau erkennen, ob die Spitze und die zweite Gruppe wirklich Zeit auf mich gut machte, aber als Klemens und Dr. Roman Veith von hinten zu mir am höchsten Punkt aufschlossen, wusste ich, dass ich nicht der schnellste war. Ich fühlte mich auch schon etwas angeschlagen. Zum Glück kam jetzt die Abfahrt. Ich ging in meine typische Abfahrtshaltung. Mit dem Bauch auf dem Sattel ganz flach auf dem Rad. Dadurch konnte ich auf den Geraden richtig Tempo machen. Mein Tacho funktionierte nicht, deshalb brauchte ich mir auch keine Sorgen zu machen, dass Tempo 80 km/h vielleicht doch etwas zu schnell ist. Mit richtig schönem Speed ging es runter bis zu Schloss. Vor den Kurven richtete ich mich auf und bremste soweit herunter, dass ich sicher wieder aus der Kurve herauskam. Dann aus der Kurve mit ein paar kurzen Antritten voll herausbeschleunigen, das bringt noch einmal richtig Tempo. Nur in den engen Kurven ist ein richtiges Rennrad dem Zeitfahrrad überlegen, weil man am normalen Rennradlenker besser Bremsen und besser Ziehen kann als am Zeitfahrlenker. In die zweite Runde ging ich mit Roman und wir kämpften gemeinsam über den Nikolausweg und weiter bis zum höchsten Punkt. Wieder stürzte ich mich in die rauschende Abfahrt. Ich konnte es kaum glauben als ich bis zur Wechselzone wieder an die zweite Gruppe herangefahren war. In der Abfahrt musste ich annähernd eine Minute gut gemacht haben. Meine Hed3 und meine aerodynamische Haltung trugen dazu bei, dass ich ohne Anstrengung den Anschluss geschafft hatte. in der Wechselzone überholte ich weitere Starter. Als Achter ging ich auf die Laufstrecke. Etwa 200 m vor mir lag der siebte. Ich hätte ihn mit einem schnellen Sprint gleich einholen können. Ich nahm mir aber vor den Lauf progressiv anzugehen. Erst die letzten 2 km sollten am Limit sein. Ich hatte mich früher schon einmal verzockt auf der Laufstrecke des Heidelbergman. Es ist eben nicht so, dass es bergab von alleine geht. Man darf nicht alles bis zum Wendepunkt geben. So ließ ich mir lange Zeit den siebten zu überholen. Erst bei km 3,5 war es soweit. Jetzt konnte ich auch die Führenden sehen, als sie mir wieder entgegen kamen. Es war diesmal nicht so früh wie sonst. Mein Rückstand war geringer. Die ersten vier Plätze waren außer Reichweite, aber Platz fünf und sechs waren nicht zu weit weg. Michael Göhner und Hendrik Becker konnte ich an der Wende genau sehen. Von hinten kamen auch gefährliche Läufer, wie Matze Pfähler. Wieder versuchte ich den Abstand nur langsam zu verkürzen. Ich kam auch näher an Hendrik und Michael ran. Aber ab km 8 drückte Hendrik mächtig aufs Tempo, sodass Michael ihm nicht mehr folgen konnte. Ich konnte erkennen, dass Michael nicht mehr mit vollem Einsatz kämpfte. Ich kam immer näher. Im Zieleinlauf war ich fast an ihm dran. Jetzt hatte er mich bemerkt und begann zu sprinten. Ich sprintete auch. Michael rettete noch einen kleinen Vorsprung ins Ziel. aber heute wie immer war brutto nicht gleich netto. Dadurch dass ich am Anfang die Zeitmessung später ausgelöst hatte, war ich am Ende noch eine Sekunde vor Michael.
Ich kann mich jetzt Roth Sieger 2009 Besieger nennen.
Wieder ein gelungener Wettkampf in Heidelberg auf einer der härtesten Strecken, die ich kenne. Ich ging ohne Erwartungen in Wettkampf, außer dem Sieg in meiner Alterklasse. Klemens war nah dran und hat mich herausgefordert. Am Ende habe ich mehr erreicht als ich erwarten konnte nach der Pause nach Frankfurt. Jetzt erhole ich mich vom Wettkampf und dann beginnt die Vorbereitung auf Hawaii "the push". Ich werde mehr am Tempo auf dem Rad arbeiten und die Ernährung auf den langen Läufen testen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen