Montag, 14. November 2011

Viva Las Vegas!

2.Platz overall und 2.Platz M40! Bei der ITU Weltmeisterschaft Langdistanz konnte ich noch einmal spät in der Saison so richtig einen rauslassen. Wegen zu kalter Luft und Wassertemperaturen in Kombination wurde das Schwimmen abgesagt und der Wettkampf als Einzelzeitfahren durchgeführt. Im Abstand von 5 Sekunden wurden die Athleten auf die Strecke geschickt. Das kenne ich ja vom Skilanglauf. Man hat im Rennen dann nie einen Überblick, wo man liegt. Alles allein gegen die Uhr.
Am Start
Nach dem guten Rennen von Kopenhagen wollte ich noch einen weiteren Saisonhöhepunkt einbauen. Dazu bot sich die ITU Weltmeisterschaft im Triathlon Langdistanz in Henderson, Las Vegas USA an. Die Strecke ist sehr bergig sowohl auf dem Rad als auch beim Lauf. Über 2000 Höhenmeter auf 120 km Rad und 400 bis 600 Hm beim Laufen auf 30 km das ist schon was. Allerdings sind die Steigungen auf US Straßen eher gleichmäßig und die Steigungsprozente nicht so hoch. Ich mag es am liebsten sehr steil bergauf und dann wieder sehr steil bergab. Strecken hier
Ich flog am Mittwoch vor dem Rennen am Samstag nach Las Vegas und mietete mich in einem Casino Hotel zwischen Start und Ziel ein. Das Schwimmen sollte im Lake Las Vegas stattfinden, einem kleineren Stausee in der Nähe des großen Stausees Lake Mead. Die Umgebung von Las Vegas ist Wüste und hat keine natürlichen Seen. Das Hotel war günstig und es gab neben unzähligen Spielautomaten, die ich nicht anrührte, auch ein Büffetrestaurant, in dem man 3 mal pro Tag gut essen konnte. Die Auswahl war riesig von Mongolisch über Mexikanisch bis Italienisch und auch für Sportler war etwas dabei.  Das war ideal vor dem Wettkampf. Ich musste nicht auswärts nach geeigneten Restaurants suchen um etwas gescheites zu Essen zu bekommen. Das ist in den USA immer schwierig.
Nachdem ich mein Rad ausgepackt und zusammengebaut hatte erkundete ich die Gegend um das Hotel mit einer kurzen Fahrt auf dem Rad um die Funktionsfähigkeit zu prüfen. Dabei fiel mir auf, dass es in Las Vegas erstaunlich viele Radwege gibt. Entweder als Radstreifen am Rand einer 4 spurigen Straße oder sogar als separater Radweg neben der Straße. Das ist ungewöhnlich für die USA. Nur sind die Radwege nicht alle verbunden und das Linksabbiegen wird zum Stunt durch den fließenden Verkehr. Deshalb stellte ich bald auf das Zweischrittverfahren beim Linksabbiegen um, wie es mein Sohn bei der Verkehrserziehung vor kurzem gelernt hat. Zweimal über die Ampel und dann wieder einordnen. Das war viel sicherer aber unterbricht natürlich das Training für die Wartezeit vor den Ampeln.
Vor dem Rennen ließ ich ständig den weatherchannel im TV laufen, weil sich die Temperaturen immer mehr in Richtung Gefrierpunkt bewegten. Eine Kaltfront zog über die Rocky Mountains hinweg. In Nordnevada und Boulder schneite es 20 cm oder mehr. Als ich am Mittwoch ankam, hatte es noch angenehme 26 °C. Für den Renntag fielen die Prognosen immer weiter von zuerst 19 dann auf 5 bis 13°C. Da musste ich mir was einfallen lassen für die Wettkampfbekleidung. Nur mit dem Einteiler wäre viel zu kalt. Ich legte mir schon die Überschuhe, Trikot, langes und kurzes Unterhemd und Armlinge und Knielinge bereit. Die genaue Kleiderordnung wollte ich kurz vor dem Start festlegen.
Ein kleiner Testlauf in Wettkampfkleidung bei ca. 13 ° C im Schatten war ganz angenehm. Der Wind war zwar kalt aber in der Sonne fühlte sich das eher an wie 20°. Die Luft ist in der Wüste sehr trocken mit 20 % Luftfeuchte, da friert man in der Sonne nicht so schnell. Zum Schwimmtraining ging ich in das Henderson Multigeneration Center, dort war auch das Ziel und die Startnummernausgabe. Der 50 m Pool draußen wurde gerade umgebaut auf 25 yard Querleinen, so dass ich im Hallenbad mit 25 yard meine lockere Schwimmeinheit abspulte. Draußen wäre es auch bei 13 bis 16° Außentemperatur ziemlich kalt gewesen, obwohl vorher einige Schwimmer im wärmeren Wasser waren. Die brauchten dann aber auch den Hot Pool zum Aufwärmen. Das Center ist für die USA ein ungewöhnlich gutes Trainingszentrum und das für nur 2$ Eintritt.
Am Vorabend des Wettkampfs fand im Hotel neben dem Start das Welcome Dinner mit Nationenparade statt. Obwohl es bei der ITU Weltmeisterschaft weniger Teilnehmer als auf Hawaii gibt, vermittelt die ITU doch eine höhere Atmosphäre in Bezug auf eine Weltmeisterschaft. Hier stehen die Nationalteams klar im Mittelpunkt und die Athleten sind stolz ihr Land zu vertreten. Vor allem die Nationen Australien, Neuseeland, Kanada, Großbritannien und die USA  treten hier geschlossen und in den Nationaltrikots und Anzügen auf. Wir von der DTU hatten gar keine Deutschlandanzüge aber immerhin eine Flagge. Die DTU Anzüge müssten noch günstiger sein, dann hätte ich mir auch einen gekauft. Aber für nur einen Auftritt einen Trainingsanzug für fast 180 Euro zu kaufen, wo man schon 2 andere im Schrank hat das ist etwas zuviel. Außerdem ist der obligatorische DTU/ITU Wettkampfanzug mit 150 € schon relativ teuer. Mit Verbandssponsoring könnte man die Preise so attraktiv machen, dass man nicht darüber nachdenken muss die Sachen zu kaufen. Dann wäre die DTU auch besser repräsentiert.
Startbereich bei 3° C.

Am Renntag fuhr ich mit dem Mietwagen vom Hotel zum Start. Es war noch dunkel als ich am Start parkte. Ich war früh dran und fand leicht einen Parkplatz. Am Start prüfte ich die Wassertemperatur als ich die Durchsagen hörte: "Swim is canceled due to low combined air and water temperature". Aha! Das Wasser mit 17° hätte allenfalls eine Verkürzung der Schwimmstrecke erfordert aber die Kombination aus Luft- und Wassertemperatur machte eine Annulierung des Schwimmens unumgänglich. Auf meinem Tacho las ich eine Temperatur von 3,9 ° ab. Das wäre fatal gewesen nach dem Schwimmen bei so einer Temperatur auf das Rad zu steigen. Da wäre man nie wieder warm geworden. Es ging ja noch höher in die Berge dort ist es noch kälter. Es war allgemein zu hören, dass die meisten Athleten die Absage des Schwimmens unter diesen Umständen akzeptierten. Einen Lauf anstatt des Schwimmens konnte man auch nicht veranstalten, weil die Laufsachen am Ziel 20 km weiter weg platziert waren. Ich bereitete mein Rad vor und verzog mich dann bis zum verschobenen Start wieder in mein Auto und ließ die Heizung immer wieder laufen um bis zum Start warm zu bleiben. Das ist zwar schlecht für die Umwelt, aber ein kranker Mensch ist noch schlechter für die Umwelt. 45 min vor dem neuen Start lief ich mich warm. Für das Rennen hatte ich mich für die langen Kompressionsocken, kurze Booties über die Radschuhe, Windstopper Armlinge und ein Craft Unterhemd mit Windstopper entschieden. Die Socken musste ich anziehen, weil es die einzigen Socken waren, die ich dabei hatte. Für das Radfahren waren sie schön warm, bei Laufen eher zu warm. Etwa 15 min vor dem Start mussten wir uns in der Reihe bis zum Start aufstellen. Die Aufwärmkleidung mussten wir davor in die Kleiderbeutel verpacken. Im Schatten war das dann ziemlich kalt bis zum Start. Um mich herum waren ein paar Briten und Iren, die ihre Scherze trieben. Der spätere Dritte der M40 Matt Molloy hatte eine Nummer hinter mir und fiel mir schon auf durch sein Cervelo P4 mit Dura Ace Di. Ich wünschte ihm ein gutes Rennen und los ging's. Durch die 5 Sekundenabstände waren gleich sehr viele Athleten auf der Strecke, aber da es nach dem Start relativ schnell steil bergauf ging verteilten sich die Radfahrer und Windschattenfahren war überhaupt kein Thema, auch auf dem restlichen Teil der Strecke nicht, weil es immer bergauf oder bergab ging und auf den Straßen genügend Platz war und keiner Windschatten fahren musste.
An einem der vielen Anstiege

Die Unterschiede in der Leistung führten sofort dazu, dass ein schwächerer Fahrer abgehängt wurde. So ging es mir auch mit Matt Molloy, der mich sofort nach dem Start überholte. Ich konnte ihm ihn den langen Abfahrten einfach nicht folgen, weil der Seitenwind doch so heftig war, dass ich aus Sicherheitsgründen die Aeropostion verlassen musste. Als leichter Fahrer habe ich damit naturgemäß mehr Schwierigkeiten als die schwereren Jungs, die einfach liegenbleiben können. Vorne hatte ich mein Hed Jet 9 Laufrad drin, das schon sehr viel Seitenfläche bietet, dafür ist es aber auch sehr schnell. Außerdem habe ich kein anderes Laufrad zur Auswahl. Für nächstes Jahr muss ich mir da was überlegen für seitenwindanfällige Kurse. Außer von Matt wurde ich von keinem anderen Fahrer überholt. Aber das war natürlich kein sicheres Ruhekissen, weil hinter mir nur noch ältere Athleten waren. Ich musste mich also nach vorne orientieren. Ich war ständig am Überholen. Je niedriger die überholten Nummern desto besser. Matt sah ich auch immer wieder am Horizont und and den langen Anstiegen kam ich auch gut wieder an ihn heran, nur um dann in der langen und technisch einfachen Abfahrt meinen Vorsprung aus dem Anstieg wieder zu verlieren und weiter zurückzufallen. Doch ab Kilometer 95 ging es mehr bergauf als bergab bis ins Radziel. Jetzt sollte meine Stunde schlagen. Nach einem langen Anstieg über 4 km und über 3 harte Buckel mit bis zu 18 % Steigung hatte ich Matt hinter mir gelassen. Jetzt wurde es auch wärmer auf dem Rad und mein Winstopper-Unterhemd wurde mir fast zu warm. Zum Laufen musste ich das loswerden. Bergab schützte es mich aber hervorragend gegen den immer noch eisigen Wind. Auf dem Kopf hatte ich meinen neuen Giro Selector Helm. Dieser Helm hat keine Lüftungslöcher und ein Visier. Das ist gut für die Aerodynamik und am Anfang in der Kälte auch schön warm. Aber bei geringer Geschwindigkeit und Sonne kommt man ins Schwitzen und ist froh, dass durch die Löcher im Visier dann doch ein bißchen Luft herein bläst. Durch das Visier ist man von der Umwelt abgeschottet, das erleichtert die volle Konzentration auf den Wettkampf und das berühmte "tunnel vision" Gefühl kommt auf.
Tunnel vision, Armlinge, Windstopper Unterhemd und Kniestrümpfe










Die 120 km fahre ich von der Intensität wie die 90 km bei einer Mitteldistanz, so dass die letzten 30 km doch recht hart werden. Bis zum Ziel ging es dann durch den Ort Henderson noch ewig lange bergauf immer in moderater Steigung. Nicht ideal für mich aber ich überholte noch immer unaufhörlich und keiner der Überholten konnte dran bleiben. Also war ich dennoch schnell unterwegs, obwohl ich den Wechsel zum Laufen herbeisehnte. Da war auch schon die Wechselzone und ich konnte kaum aus den Radschuhen schlüpfen so unvorbereitet war ich. Im Wechselzelt zog ich die Armlinge und das Unterhemd aus, das dauerte länger als meine gewohnte Wechselroutine, weil ich zuerst den Einteiler herunterziehen musste, das Unterhemd ausziehen und dann den Einteiler wieder hochziehen. Deshalb ist meine Wechselzeit diesmal nicht so überragend. Besser wäre es wohl gewesen ein Radtrikot anzuziehen. Das kann man schneller ausziehen. Ich war mir aber nicht sicher, ob man nicht den offiziellen DTU Anzug ganz oben haben muss, deshalb zog ich die Unterhemd Variante vor. Im Nachhinein hätte ein schnellerer Wechsel auch nicht den ersten Platz gebracht. Die Unterhemd Variante war sicher viel aerodynamischer als ein flatterndes Trikot. Für nächstes Jahr muss ich mich mal nach einem enganliegenden Trikot umschauen. Nach dem Wechsel auf die Laufstrecke hatte ich immer noch keinen Schimmer wo ich mich im Rennen befand. Auf der Strecke waren schon die Profis und einige Alterklassenathleten. Aber wer in meiner AK vor mir war konnte ich nicht ausmachen. Die Profis waren genau eine Runde vor mir und ich holten den Dänen Martin Jensen den späteren 5. Platzierten schnell ein. Er schaute ziemlich verdutzt. Damit hatte er nicht gerechnet. Immer im gleichen Abstand von hinten sah ich den späteren Sieger Jordan Rapp und an seiner Seite Sylvain Sudrie. Rapp konnte mich noch überholen aber Sudrie der Weltmeister des Vorjahrs schaffte das nicht mehr.
Immer wieder bergauf
Zum ersten Mal hatte ich meinen Trinkgürtel mit 6 Gels gefüllt bei mir. Ich wollte auf das Elektrolytgetränk des Veranstalters verzichten, weil das mir bei den letzten Rennen in Köln und Kopenhagen nur Magenschmerzen verursacht hatte. Und es klappte perfekt! Am Anfang nahm ich an jeder Verpflegungsstelle einen Becher Wasser von dem ich etwa einen Schluck trank und an jeder zweiten Verpflegungsstelle nahm ich einen Schluck aus der Gelpulle. Ich hatte zu keiner Zeit Probleme mit dem Magen oder sonstige Verdauungsbeschwerden. Einfach ideal. Außerdem ist es an den Verpflegungstellen immer einfacher Wasser zu bekommen als andere Getränke. Einmal wollte ich Coke nehmen und ich bekam keinen Becher zu greifen. von da ab nahm ich an jeder Station einen Schluck aus der Pulle und dazu Wasser. In der zweiten Runde als ich nicht an jeder Station Gel zu mir nahm hatte ich eine kurze Krise. Doch in der dritten Runde kam meine Energie zurück und ich konnte wieder richtig Gas geben. Nach vorne konnte ich mich nun an den US Amerikanern Curt Chesney und Tim Hola orientieren. Ich holte in jeder Runde auf sie auf. Doch ob das für den Weltmeistertitel reichen würde, wusste ich nicht. Curt hatte 2010 auf Hawaii meine Alterklasse gewonnen und war dieses Jahr schon wieder zweiter geworden. Er war mein Hauptkonkurrent. Insgeheim hoffte ich, dass er ein bisschen müde sein würde von Hawaii. Ich lief also das beste Tempo, was noch drin war, bergauf fiel es mir schwerer aber bergab machte es richtig Spaß. Dort konnte ich auch den zweiten Deutschen Profistarter Clemens Coenen in meiner dritten und seiner vierten Runde überholen. Ich war deutlich schneller als er. Auch Michael Raelert sah ich jetzt immer an der gleichen Stelle auf der Runde.
Full speed

Das bedeutete, dass ich auf ihn keine Zeit verlor. Das baute mich unterwegs mächtig auf. Er sah allerdings stark angeschlagen aus und hatte einen schlechten Laufstil. Aber immerhin, ich konnte mit ihm mithalten und später sah ich auf der Ergebnisliste, dass ich schneller gelaufen war als er. Die letzte Runde und den letzten Streckenabschnitt ließ ich es noch einmal richtig krachen. Die Müdigkeit machte sich nach 25 km natürlich bemerkbar aber die abschüssige Strecke verleitete zu einem Highspeed Tempo bis ins Ziel.
I am flying.
Im Ziel
Im Ziel war ich richtig ausgepumpt und konnte eine halbe Stunde kaum etwas essen oder trinken. Aber es gab Sprite und einen Nudelsalat und vieles weitere und nach einer Massage und Stretching im geheizten Zelt fühlte ich mich gleich viel besser. Auf der Strecke hatte ich alles gegeben.
Vor der Siegerehrung nahm ich die Ergebnisliste zur Kenntnis. Schade, ich war der zweitschnellste Amateur, aber Curt Chesney war der schnellste und auch vor mir in der M40. Das ist Schicksal. In jeder anderen Altersklasse wäre ich Weltmeister geworden nur in meiner nicht. Selbst bei den Profis hätte ich noch gut ausgesehen als 16. oder 17. Ich konnte hochkarätige Profis wie Stephan Poulat aus Frankreich oder Clemens Coenen hinter mir lassen. Ich war schneller gelaufen als Michael Raelert und trotzdem nur der zweite Platz in der M40. Curt als ehemaliger Radprofi fährt einfach schneller Rad, als ich schneller laufen kann als er. Das war schon auf Hawaii so. Ich werde also auf dem Rad noch schneller werden müssen. Bevor ich aber an der Verbesserung meiner Radleistung arbeite, mache ich mich erst einmal auf in die verdiente Pause von 3 bis 4 Wochen, bis hoffentlich genug Schnee fällt und ich wieder auf die geliebten Langlaufski steigen kann.






Freitag, 14. Oktober 2011

Baden Württembergischer Meister im Cross Duathlon

Da bin ich doch auf meine alten Tage noch einmal Baden Württembergischer Meister geworden. Im Cross Duathlon beim Eichelbergman. Die Strecke führte über 5 km Laufen 20 km Mountainbike und wieder 5 km Laufen.
Kurz vor dem Start regnete es wie aus Eimern. Ich lief mich als einziger warm und wunderte mich, wo denn die anderen alle sind. Als ich meine Kleider ablegen wollte, erfuhr ich, dass der Start um 15 min verschoben wurde. Pünktlich um 15:10 5 min vor dem Start hörte der Regen auf und das Rennen ging ohne Regen über die Bühne. Es kam sogar die Sonne raus. Die Strecke war aber aufgeweicht und nicht mehr so einfach wie bei der Besichtigung vor ein paar Tagen.
Beim Start noch hinten im Gewühl
Beim Start machten einige junge Athleten mächtig Tempo, dass ich kaum folgen konnte. Auch bei der steilen bergab Passage hatte ich noch Mühe dran zu bleiben. Aber sobald sich das erste Startgedränge gelegt hatte und die ersten Heißsporne ihr Pulver verschossen hatten, konnte ich mich an die Spitze setzen. Erstaunlich wie schnell die Jungen angingen. Aber sie mussten auch nur 2,5 km anstatt 5 km laufen. Ich blieb trotzdem voll auf Tempo und dachte immer daran einen schönen schnellen und lockeren Laufstil zu halten.
Ich stieg als erster auf das Mountainbike. Meine Radschuhe hatte ich nicht richtig verschlossen. Das wollte ich während des Fahrens machen. Das klappte aber nicht so wie gedacht, weil ich mich doch mehr auf die Strecke konzentrieren musste als gedacht.
Dadurch verlor ich etwas Zeit und schon war ein Verfolger an mir dran. Es war ein Staffelfahrer auf einem Cross-Rad, das auf den schnellen Passagen eindeutig Vorteile gegenüber einem Mountainbike hat. Ich versuchte an den Staffelfahrer dran zu bleiben solange wie möglich. Auf den technisch schwierigen Abschnitten gelang mir das sogar sehr gut. Auf einem langen halbsteilen Hohlweg musste ich aber abreißen lassen. So absolvierte ich den Rest der Strecke alleine bis ich kurz vor dem Ende der ersten Runde wieder auf den Fahrer auffuhr der einen Platten hatte. Jetzt war ich wieder an der Spitze des Rennens und das sollte auch auf den abschließenden 5 km Lauf so bleiben. Ich überrundete ständig andere Teilnehmer. Nach hinten hatte ich keinen Überblick, wer meine Verfolger waren. Ich lief einfach mein bestes Tempo und kümmerte mich nicht um die Konkurrenz. Der Wettkampf war ja nur als besseres Tempotraining gedacht, dass dann noch ein Sieg und ein Meistertitel rausspringt umso besser.
Pokal mit Weizenbier

Bei der Siegerehrung mit Präsident Björn Steinmetz

Starter TV Dielheim

Interview mit Kraichgau TV


Insgesamt war es ein gutes Training mit Anfahrt und Abfahrt zum Wettkampf mit dem MTB.
Hier geht es zu den Ergebnissen und Bildern:

http://www.eichelbergman.com/

und gibt es sogar ein Video bei Kraichgau TV
http://www.landfunker.de/ktv/detail.php?rubric=2&nr=36946





Montag, 19. September 2011

Cologne Triathlon Weekend Mitteldistanz


Ein sympathischer Wettkampf in Köln.


Mit Platz neun und der Zeit war ich nicht zufrieden. Aber 3 Wochen nach einer Langdistanz ist die Form im Keller, da kann man nicht mehr erwarten. Zur Strecke: Schwimmen auf der Regattabahn mit gelben Leinen unter Wasser in 1 m Tiefe da ist die Orientierung wie im Pool.

Radfahren praktisch flach. Die größten Steigungen sind Brücken oder Unterführungen. Auf dem Tacho hatte ich einen 40er Schnitt. zum ersten Mal bei einer Mitteldistanz. Laufen am Rhein entlang flach und über die Rheinbrücke mit ordentlichem Höhenunterschied. Die Organisation war perfekt aber lässig, so wie früher. Nur mein alter Aerohelm mit ein paar Rissen kam nicht durch die Kontrolle. Gut, dass ich meinen normalen Helm mit dabei hatte. Das Rad konnte bis 20 min vor dem Start eingecheckt werden.





Beim Schwimmen war nicht viel drin ohne ernsthaftes Training in den letzten drei Wochen. Auf dem Rad war der Druck noch da und ich versuchte nach vorne zu fahren. Aber nach vorne war nicht viel zu machen, da der Kurs keine großen Schwierigkeiten aufwies. Ich sah bei der Wende immer Markus Fachbach, den ich am Ende der Radstrecke überholen konnte. Aber der Junge gab später auf. Beim Laufen ging es mir schlecht. Ich hatte mein Pulver auf der Radstrecke verschossen. Nach vorne ging nichts mehr aber von hinten kam auch keiner mehr. so blieb ich auf dem neunten Rang. Immerhin habe ich wieder die M40 gewonnen.
http://www.koeln-triathlon.de/2.0.html

Sonntag, 28. August 2011

Endlich ein Top Ten Platz bei einer internationalen Langdistanz.


10. Platz bei der Challenge Kopenhagen. Mit 43 Jahren habe ich das geschafft, was ich als ich jung war immer erreichen wollte. Mehrere Male war ich nah dran als 12. in Zürich 1998 oder 2008 als 11. in Roth. Dieses Mal hat es geklappt. Gut, das Feld ist nicht so stark wie in Roth oder Frankfurt, aber bei allen anderen Ironman oder Challenge Wettkämpfen wäre die Zeit auch für einen top ten Platz gut gewesen. Ich bin ja immer nur bei stärkster Konkurrenz in Frankfurt gestartet. Da ist ein top ten Platz für einen Nicht-Profi fast aussichtslos.
Nach meiner Disqualifikation „wegen Vermüllung der Landschaft“ (Radflasche weggeworfen) in Frankfurt habe ich mich noch am Tag darauf beim nächsten möglichen Langdistanzwettkampf angemeldet, der noch Startplätze hatte. Der Ersatzwettkampf sollte möglichst dicht hinter Frankfurt sein, damit ich meine wertvolle, über 6 Monate aufgebaute Form auch bei einem Wettkampf zeigen kann.
Die Wahl fiel auf Kopenhagen. Embrun wäre auch eine Option gewesen. Dazu hätte ich aber ein bergtaugliches Rennrad gebraucht, was ich im Moment nicht besitze. Die Quali für Hawaii war mir nicht mehr so wichtig. Ich war ja schon 8-mal dort. Nun war es eben Schicksal. 2011 steht für mich Hawaii nicht auf dem Programm.
Meine über Jahre gesammelten Meilen bei der Lufthansa konnte ich nun für den Flug nach Kopenhagen endlich sinnvoll einsetzen. Ich reiste am Freitag vor dem Rennen an. Untergebracht war ich im Rennhotel Bella Sky, wo auch die Wettkampfbesprechung und die Siegerehrung stattfanden. In Kopenhagen konnte man alle Standorte des Rennens bequem mit der Metro erreichen. Zum Start am Amager Strand oder zur Startnummernausgabe auf dem Rathausplatz, vom Flughafen zum Hotel oder vom Ziel zum Hotel. Für mich als Einzelkämpfer ohne Begleitung und Mietwagen einfach ideal.
In Kopenhagen gibt es Startgruppen für Profis, Frauen und Altersklassen. Ich war nicht enttäuscht, dass ich nicht in der ersten Profistartgruppe war, weil dort auch kein anderer Altersklassenathlet zu finden war. Alle guten Age Grouper waren in der dritten Startgruppe um 7:15. Somit war von Anfang an Chancengleichheit gegeben.
Am Samstag fuhr ich mein Rad vom Hotel zum Amager Strand durch Kopenhagens Vororte zum Check in. Eigentlich sind das nur 6 km, aber für mich waren es nach einigen Irrfahrten 25 km. Aber das war gar nicht schlecht zur Auflockerung vor dem Rennen. Kurz vor dem Check-In bemerkte ich einen Plattfuß am Hinterrad. Ok, vielleicht ist mein Veloflex Record Reifen doch etwas zu pannenanfällig. Dafür ist er aber das Schnellste, was derzeit auf dem Markt ist. Lieber einen Plattfuß vor dem Rennen als im Rennen. Ich schob also mein plattes Fahrrad in die Wechselzone und wechselte den Schlauch. Mit 8 bar aufpumpen, das sollte halten bis zum Start. Ich pumpe meine Reifen immer am Vortag etwas stärker auf, damit ich am Wettkampftag keine Hektik mit dem Aufpumpen habe. Der Druck vom Vortag sollte genügen. Eine eigene Pumpe in die Wechselzone mitnehmen ist nicht möglich, und die vom Veranstalter gestellten Pumpen sind meistens alle besetzt oder nicht geeignet, um Scheibenräder aufzupumpen.
Jetzt brauchte ich aber noch einen neuen Ersatzschlauch für alle Fälle für den Wettkampf. Den holte ich mir dann auf der Messe auf dem Rathausplatz mitten in Kopenhagen. Zum Glück hatte ich bei meiner Ankunft am Flughafen in Kopenhagen gleich ein 72-h-Ticket gekauft. Damit brauchte ich mir keine Sorgen um weitere Fahrkarten in der Metro zu machen.
Zurück im Hotel wollte ich meine Speicher für das Rennen auffüllen. Doch im Hotel gab es nur ein teures Menu mit 3 oder 5 Weinen oder einen Nudelsalat an der Bar. Die Spaghetti Bolognese von der Kinderkarte, die ich gerne gehabt hätte, wollten sie mir nicht geben, auch nicht, als ich mich ganz klein machte. Dann eben den Nudelsalat mit Nudeln und Salat im Verhältnis 1:1. Das ist nicht optimal, aber es sollte reichen. Im Zimmer hatte ich noch Energieriegel und Bananen zum Auffüllen. Wichtiger war das Essen bei der Pasta Party am Vortag. Dort gab es Nudeln mit Fleischklösschen zum Sattessen.
Ich ging früh zu Bett, konnte aber nicht einschlafen. Nach unzähligem Durchschalten aller dänischen, schwedischen und deutschen Programme im TV konnte ich immer noch kein dänisch oder schwedisch, aber wenigstens war ich um 22:30 so müde, dass mir die Augen zu fielen.
Um 4 Uhr ging der Wecker an meiner Armbanduhr und am Handy los. Ich brauche immer diese doppelte Absicherung vor einem Wettkampf. Vor Roth 2008 hätte ich beinahe verschlafen, weil mein Wecker an der Armbanduhr zwar für 4 Uhr, aber nur für Montag bis Freitag aktiviert war. Zum Glück hat mich damals Astrid geweckt. Da war doch was?!
Als besonderer Service öffnete das Frühstücksbüffet im Rennhotel am Wettkampfmorgen schon um 4 Uhr, auch ein Vorteil des Aufenthalts im Rennhotel. Ich trottete zum Frühstücksraum. Dort saßen schon eine Menge Athleten herum und aßen alles Mögliche und Unmögliche. Eier und Speck und so weiter. Ich hielt mich an meine 6 Scheiben Weißbrot mit Honig oder Marmelade. Der Honig im Hotel war so früh noch nicht auf, so dass ich mit Marmelade vorlieb nehmen musste. Die einzige Marmeladenschüssel war nach der 2. Scheibe Brot auch leer. Aber Nachschub kam für die nächsten 4 Scheiben nach 10 Minuten. Ich trank noch zwei Gläser stark mit Wasser verdünnten Orangensaft und machte mich wieder auf in mein Zimmer. Mit 5 Radflaschen Getränken, etlichen Gels, Wechselkleidern für nach dem Wettkampf und dem Neoprenanzug im Rucksack lief ich der schleichenden Prozession zur Metrostation hinterher.
In der Metro traf ich entweder müde Partygänger des Kopenhagener Nachtlebens nach durchzechter Nacht oder ebenso müde Triathleten auf dem Weg zum Start. Eine gute Mischung. Ein Triathlet hielt mir die ganze Zeit ein dick mit Nutella geschmiertes Brot vor meine Nase. Hoffentlich isst er es jetzt endlich oder schmiert es mir nicht beim nächsten ruckligen Anfahren oder Abbremsen der Metro an die Jacke. Ich glaube, der Nutellamann war ein Deutscher. An der Umsteigestation war ich dann so konzentriert auf den Wettkampf, dass ich nicht in Richtung Start, sondern wieder zurück in Richtung Hotel fuhr. Merkwürdig, dass all die anderen plötzlich nicht mehr in diesem Zug waren. Na gut, dann eben mit der nächsten Metro zum Start. Von da an kannte ich das ganze Kopenhagener Metronetz auswendig. Endlich am Startgelände angekommen prüfte ich sofort mein Fahrrad, vor allem die Reifen. Die Luft hat gehalten. Zwei Radflaschen ans Rad und den Jetstream auffüllen. Drei Gels in die Rahmentasche und zwei in den Jetstream oben rein geklemmt. (Das war keine so gute Idee, da sie drohten heraus zu fliegen, oder so fest geklemmt waren, dass sie gar nicht mehr herausgingen) Die Radschuhe einklinken und mit Gummis am Rad befestigen. Helm und Brille in die richtige Position legen und die Startnummer vor das Rad legen. In Dänemark braucht man keine Startnummer beim Radfahren zu tragen. Die Helmnummern und die Nummer am Rad sollen genügen. Aber ich wollte meine vertraute Wechselroutine nicht verändern, so dass ich das Startnummernband wie gewohnt platzierte.
Dieses Mal wärmte ich mich wieder richtig auf. Bei den letzten Wettkämpfen hatte ich darauf aus Faulheit verzichtet. Vielleicht ein Vorzeichen? Ich lief immer wieder in der Wechselzone den Weg vom Wasserausstieg zu meinem Fahrrad und zum Ausgang der Wechselzone. Damit prägte ich mir das Wechselprozedere ganz genau ein. Dazu machte ich 2 Steigerungen. 15 Minuten vor dem Start zog ich mir den Neopren an. 10 Minuten vor dem Start begab ich mich zur Startlinie. In Kopenhagen gibt es einen Landstart. Man darf auch nicht zum Einschwimmen ins Wasser vor der Startlinie. An der Startlinie lief alles bis zum Start sehr fair ab. Die Kampfrichter brachten alle Athleten hinter die Startlinie und alle akzeptierten es, nicht wie bei so vielen Wasserstarts, bei denen sich vor allem die Profis kurz vor dem Start immer weiter vor die gedachte Startlinie drängen.
Das Startsignal ertönte und los ging es. Alles schön fair, kein Gedränge und Geprügel wie so oft, ein Traumstart. Ich sah die Führenden ziemlich lang und konnte frei und schnell schwimmen. Am Anfang fror mir das Gesicht ein bisschen ein, weil das Wasser nur 18°C hatte. Gegen die Kälte hatte ich mir noch eine zweite Badekappe unter die vom Veranstalter aufgezogen, das half mir in diesem Fall einen warmen Kopf zu behalten. Mein Aquaman Neopren leistete mir wieder wertvolle Dienste. Er sitzt so gut, dass praktisch kein kaltes Wasser eindringt. Unten an den Waden ist er ein wenig kurz, so dass ich wegen der Kälte des Wassers immer an Wadenkrämpfe dachte. Aber sie kamen nicht. Und wenn die nicht kommen, sind meine Waden vollkommen ausgeruht. Ich habe bei mir beobachtet, dass Krämpfe meistens nicht durch äußere Einflüsse wie Kälte, Hitze, Mineral- oder Wassermangel entstehen, sondern durch Ermüdung der Muskulatur. Das Schwimmen findet in Kopenhagen in einer kleinen Lagune vom Meer abgetrennt statt. Das Wasser ist deshalb fast wellenlos, und dazu ist es ziemlich flach. Man kann fast überall den Boden sehen. An manchen Stellen ist es so flach, dass man fast den Boden berührt. Aber je flacher das Wasser desto schneller kann man schwimmen. Oft schwimmt man durch Seegras. Die Orientierung ist auch sehr gut, da man unter zwei relativ schmalen Brücken durch muss. Dazu hatte ich meistens zwei gute Schwimmer zur Begleitung, einer rechts und einer links von mir. Dadurch war ich mir immer sicher auf dem richtigen Weg zu sein. Das Schwimmen ging wie aus einem Guss. Zu keiner Zeit hatte ich Probleme. Zunächst dachte ich, ich wäre wieder zu locker geschwommen und deshalb langsam. Aber als ich später meine Zeit sah, war ich richtig stolz: 52:03 min im Schnitt 13:42 min/km. Das war genau so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Endlich hatten sich die vielen Tausender im Freibad ausgezahlt. Ich wusste, dass ich unter 14:00 min auf 1000 m durchschwimmen kann. Ein schneller Wechsel aufs Rad und weiter geht’s. Mein Rad stand zum Glück auf Asphalt und nicht auf der aufgeweichten nassen Wiese. Schon im Wechsel überholte ich 9 Leute, wie ich später auf der detaillierten Ergebnisliste sehen konnte. Die ersten Kilometer auf dem Rad durch die Vororte von Kopenhagen ließ ich ruhig angehen und begann gleich mit der Verpflegung. Ein Sponser Liquid Energy Gel aus der Tube und dazu Sponser Competition Getränk. Endlich habe ich einen Anbieter gefunden, dessen Produkte für mich perfekt passen. Ich vertrage sie sehr gut und sie haben gerade so viel Geschmack, dass es keine Last ist sie zu verzehren, aber auch nicht zu viel Geschmacksstoffe und Säuren wie bei so vielen anderen Produkten, die weniger auf die Verträglichkeit beim Wettkampf schauen als die Absatzzahlen im Lifestyle Segment. In dieser Phase fuhr ein Engländer mit großem Gang und mächtig Druck auf seinem Giant mit Zipp 808 Laufrädern an mir vorbei. Ich machte mir innerlich einen Merker: den sehe ich noch vor dem Radziel wieder. Mein Felt mit den Hed Jet 9, der Jet Scheibe und den Veloflex Record Reifen ist seinem Material überlegen. Jetzt muss nur noch der Fahrer alles richtig machen. Kontinuierlich holte ich vor mir liegende Altersklassenathleten ein, obwohl ich bis Kilometer 50 noch wirklich locker fuhr. Immer so mit 42 km/h auf der Ebene. Der Rückenwind half mir. Es wäre auch schneller gegangen, aber der Erfolg kommt zu dem, der warten kann. Das Wetter war auch angenehm. Der ganze Wettkampf spielte sich zwischen 17 und 21°C ab. Von hinten kamen dann zwei Fahrer, die mich überholten, aber ich hatte keinerlei Probleme an ihnen dranzubleiben. Da passierte es auch schon, an einer leichten Steigung ließ ich meinen Tritt nicht aus und fuhr näher an meinen Vordermann auf. Schon hatte ich mir eine Stop and Go Strafe eingefangen. In Deutschland wäre mein Abstand nie und nimmer aufgefallen, aber hier in Dänemark wurde streng kontrolliert. Sogar der spätere Sieger Tim Berkel bekam eine Zeitstrafe. So soll es sein, selbst wenn ich betroffen war, muss ich den Kampfrichtern ein Kompliment machen: 10 m sind 10 m, da sind 7,5 m Abstand einfach zu wenig und eine Strafe ist gerechtfertigt. Auch wurde ohne Ansehen der Person bestraft. Ich würde mir wünschen, es gäbe überall so faire Wettkämpfe wie dieser.
Die Radstrecke führte zunächst nach Norden an der Küste entlang. Auf der anderen Seite des Meeres konnte man in der Ferne Schweden sehen. Immer wieder gab es leichte Hügel, die ich aber locker im großen Blatt abspulte. Dann führte die Strecke im Zick-zack über welliges Ackerland auf Landstraßen nach Westen zum Teil ziemlich schmale Feldwege. Der Asphalt war aber immer in Ordnung. Nur auf der zweiten Runde wurde es manchmal enger beim Überholen überrundeter Fahrer. Auf dem Rückweg nach Süden wurden die Straßen wieder breiter und es gab langgezogenen Hügel, auf denen ich in der zweiten Runde sogar mal auf das kleine Blatt schalten musste, zum Beispiel am Bakke Holte einem Berg, der auch von den Radprofis bei der kommenden WM in Kopenhagen bewältigt werden wird. Bis km 130 blieben mir meine zwei Mitfahrer treu, die ich an den Verpflegungsstellen immer wieder überholte solange ich noch nichts von außen brauchte. Ab km 130 machte dann zuerst mein erster Begleiter schlapp. Zunächst dachte ich, er müsste ein stärkerer Radfahrer als ich sein, da er mich immer überholte, als ich in Führung unserer Dreiergruppe war. Doch dann ließ er in zweiter Position eine immer größere Lücke zum Führenden klaffen. Also war jetzt die Zeit gekommen ihn zu überholen. Auch der Führende unserer Gruppe, der noch in der ersten Runde den Bakke in Holte hinauf gestürmt war, als gebe es kein Morgen, wurde jetzt langsamer und begann sich immer wieder aufzurichten und die Aeroposition zu verlassen. Bei km 150 ließ ich auch ihn hinter mir. Ich war noch relativ frisch und hatte überhaupt keine Probleme die Aeropostion zu halten. Schade, dass ich nun all meine Eigenverpflegung verbraucht hatte und Getränke und Gels vom Veranstalter annehmen musste. Das Iso und die Gels waren bei Weitem nicht so bekömmlich wie die Sponser Gels und das Sponser Long Energy Cola Getränk, das manchmal ein bisschen nach Kartoffelbrei schmeckt durch die enthaltene Kartoffelstärke. Aber das ist eine willkommene Abwechslung und außerdem bleibt der Energielevel dadurch über lange Zeit schön konstant.
An den langen Anstiegen Richtung Kopenhagen sah ich auch den Engländer vom Anfang wieder. Es dauerte aber noch eine ganze Weile bis ich ihn wieder eingeholt hatte. Ich saugte mich langsam und allmählich an ihn ran. Die letzten 30 km konnte ich nun meine Stärke ausspielen. Ich war noch voll da, nur die Verpflegung musste ich von außen sicherstellen. Ich überholte sogar den ersten Profi, der 15 min vor mir gestartet war. Wie in Roth 2008 waren die letzten 30 km wieder auf Profi-Niveau. Der Engländer hinter mir quälte sich noch bis zum Wechsel hinter mir her. Auf gut Englisch könnte man sagen: „he was fried“, das konnte ich an seinem Gesichtsausdruck im Wechselzelt sehen. Beim Wechsel zum Laufen stürmte ich durchs Wechselzelt und hinaus auf die Laufstrecke. Meine Beine fühlten sich hervorragend an. Endlich hatten meine langen Radausfahrten Profit abgeworfen. Auch kam mir entgegen, dass ich gleich mit der Spitze aus dem Wasser kam. Ich musste also nicht Zeit aufholen. Durch den Start in Frankfurt als Generalprobe wusste ich auch besser, wie ich mir das Rennen einteilen muss. Nur nicht zu früh angreifen. Das Rennen geht erst nach 100 Kilometer richtig los und ab 150 Kilometer kann man sich richtig anstrengen. Auch kommen mir Rennen entgegen, bei denen nicht so viele Konkurrenten um mich herum sind, die meine Konzentration stören, wie durch unsinnige Überholmanöver oder überhöhtes Tempo in der Anfangsphase.
Auf der Laufstrecke fühlte ich mich richtig wohl, es war wie an einem meiner Samstage mit Ironmantraining: zuerst Schwimmen ca. 30 min, dann eine lange Radtour von 3 bis 6 Stunden und ein Koppellauf von 20 bis 50 min.
Mein Tempo war bei 3:40 min/km, wie ich später in der Liste sah. Ich hatte wieder keinen Pulsmesser an. Nur das Gefühl sollte mich leiten. Die ersten 10 km vergingen wie im Flug. Mühelos konnte ich den bis dahin führenden Björn Anderson überholen. Damit war ich leider nicht in Führung des Rennens gegangen. Denn Björn war schon in der zweiten Runde und ich erst in der ersten. Dennoch fragte mich der Polizist auf dem Führungsmotorrad, ob ich jetzt der Erste wäre. Ich musste verneinen. Auch die zweite Runde lief noch hervorragend. Ich verbrauchte meine drei Sponser Liquid Energy Gels bei km 10, 15 und 20. Dazu trank ich Wasser und Iso vom Veranstalter. Alles lief perfekt. Ich wusste, dass ich ein außergewöhnliches Rennen machte, aber wo ich genau lag, war nicht festzustellen, da die Profis 15 min vor mir gestartet waren und ab der zweiten Runde immer mehr Age Grouper die 10 km Runde bevölkerten. Ich hielt mich also nicht lange damit auf, meine Konkurrenz zu sondieren und konzentrierte mich voll auf mein eigenes Rennen. Vielleicht wäre im Kampf „Mano a Mano“ oder „head to head“ noch mehr drin gewesen. Doch zunächst hatte ich ein ganz natürliches Problem: ich musste dringend eine Toilette aufsuchen. Bei km 31 an der Verpflegungstelle wollte ich mich erleichtern. Das „große Geschäft“ meine ich. Das kleine mache ich mittlerweile aus vollem Tempo praktisch unsichtbar. Aber bitte nicht weitersagen. Ich lief schon mit zusammengekniffenen Pobacken auf die Klos zu, aber alle vier waren besetzt. Ich rüttelte an den Türen. Doch von innen kamen murrende Stimmen. Na gut, dann noch einmal 2 Kilometer im Verhinderungsschritt. Wer das schon mitgemacht, weiß was das für Qualen sind. Aber mitten in der Stadt gibt es keine Ausweichmöglichkeiten. Endlich bei der nächsten Station fand ich mein Glück in einem blauen Häuschen. Doch nun wurde ich dort durch einen langen ununterbrochenen schwierigen Fall festgehalten. Mein Kopf sagte raus und weiterlaufen, aber das Kommando weiter unten hielt mich an Ort und Stelle fest. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnte ich den Ort der Erleichterung wieder verlassen. Ich stürmte sofort los. Ein überholter Profi in Pink war mir ziemlich weit enteilt. Das hatte mindestens 3 Minuten gekostet. Die letzten beiden Runden liefen nicht mehr so locker wie die ersten beiden. Ich konnte meinen schönen schnellen Schritt nicht mehr halten. Auf das Isogetränk des Veranstalters hatte ich keine Lust mehr. Auch ein Red Bull konnte mich nicht rausreißen. So hielt ich mich mit Cola über Wasser. Das geht immer, macht aber nicht unbedingt schneller. Auf den letzten Kilometern machte sich dennoch ein gutes Gefühl breit. Ich spürte, dass es ein herausragendes Ergebnis werden würde. Als ich dann auf das Ziel zulief und mich mit 8:39 h an 10. Stelle in der Anzeige sah, war ich sehr zufrieden mit mir. Das war eines der besten Rennen meiner langen Karriere. Endlich hatte fast alles geklappt, worauf ich mich solange vorbereitet hatte. Das Schwimmen in 52 Minuten. Ich hatte schon fast den Glauben an mein Schwimmtraining verloren. Danke an meine Mitschwimmer beim SV Nikar Heidelberg, besonders an Benni für das Tempomachen. Auf dem Rad mit 4:47 h Stunden auf einem Kurs, der auf meinem Tacho 182 km lang war und dazu nicht gerade mein bevorzugtes Gelände darstellt. Aber ich kann nun endlich auch auf flachen Kursen über lange Zeit ein hohes Tempo fahren. Das Laufen war mit 2:56 endlich wieder deutlich unter 3 Stunden mein erklärtes Ziel. Ohne den Verlängerten Boxenstopp wäre wohl eine 2:53 am Ende gestanden. Das ist schon fast Weltklasse. Über mein Ergebnis bin sehr glücklich, deshalb habe ich auch so viel geschrieben.

Hier zu den Ergebnissen des Veranstalters mit genauen Zwischenzeiten und Zwischenständen. Da habe ich mich doch kontinuierlich nach vorn gearbeitet.
Auf der Seite Gallery gibt es Bilder zum Wettkampf.

Statt Hawaii mache ich jetzt bei der ITU Langstreckenweltmeisterschaft in Henderson / Las Vegas mit. Meine gute Form muss ich doch noch einmal unter Beweis stellen.

Hier noch die Verpflegungsaufstellung:

Frühstück:

6 Scheiben Weißbrot mit Marmelade
0,2 l Orangensaft
0,2 l Wasser

Vor dem Start:
0,2 l Sponser Iso
0,3 l Wasser
1 Sponser Gel Liquid Energy

Beim Radfahren:

0, 75 l Sponser Competition
0,75 l Sponser Long Energy
0,75 l Sponser Competition
0,75 l Iso von Veranstalter
0,2 l Iso von Veranstalter
4 Sponser Gels Liquid Energy
4 Gels vom Veranstalter

Beim Laufen:
3 Sponser Gels Liquid Energy
Bis km 20
Alle 2 km
0,1 l Iso vom Veranstalter
0,1 l Wasser
Ab km 20
Alle 2 km
0,1 l Cola


Montag, 6. Juni 2011

Fast Bergkönig im Kraichgau!

Jetzt bin ich doch fast Bergkönig beim Kraichgau Triathlon geworden! Das hätte ich nie gedacht, dass ich alle Profis bis auf einen bei der Zeitnahme den Schindelberg hinauf abgehängt habe. Ich muss zugeben, ich habe auch ein bisschen Gas gegeben, weil ich bis dahin eher zurückhaltend gefahren bin. Es lief gerade so schön.

Nur François Chabaud war schneller als ich. Sebastian Kienle war 4 Sekunden langsamer und Andreas Raelert sogar 19 Sekunden.
Kurz vor dem 2. Wechsel
In der Gesamtwertung der Challenge bin ich elfter geworden. Das ist wieder eine Steigerung gegenüber letztem Jahr. Meine Altersklasse habe ich klar gewonnen. Mit dem Wettkampf kann ich voll zufrieden sein.
Beim Schwimmen hatte ich zum ersten Mal meinen neuen Aquaman ART Neopren an.
So ausgeruht bin ich noch nie über die Schwimmdistanz gekommen, der neue Anzug hat eine super Wasserlage. Immer schön lang gleiten und im Wasserschatten bleiben. Der Rückstand war genau im Soll.ca. 2 min. Der Wechsel klappte dieses Jahr auch sehr schnell. Ich war wieder bei den schnellsten Wechselzeiten dabei. Meinen Pulsmesser hatte ich dieses Mal absichtlich nicht dabei. Ich wollte voll nach Gefühl fahren. Am Anfang wird ja immer auf der flachen Strecke bis Östringen gebolzt und es kommen von hinten Drücker an. Aber das kennen wir ja. Ich rollte also locker mit und überholte selber auch viele gleich auf den ersten 10 km. Wenn die Berge anfangen merkt man gleich, wenn einer sich schon unten rein mächtig ins Zeug legt, dass das meistens bis oben nicht reicht. Am besten ist es ganz oben, wenn es schon wieder flacher wird, noch einmal zu beschleunigen und man hat seine Gegner abgehängt.
Ich kämpfte mich also Platz um Platz nach vorne und war dann bald so um Platz 20 bis ich auf eine Gruppe auffuhr, die mir schnell genug vorkam. Ich hätte meistens auch ein bisschen schneller fahren können, aber das bringt nichts, wenn man dann gleich wieder überholt wird und dann Stress mit den Wettkampfrichtern bekommt, weil der Überhohler direkt vor einem wieder einschert. Hinter Zaisenhausen kam mein Kollege Christian Müller von hinten an. Er ist ja kein schlechter Radfahren. An ihm sollte ich dranbleiben. Er hat auch ein Wattmessgerät am Rad, da wird er sich die Kraft gut einteilen. Es hat richtig Spaß gemacht, mit ihm über die Strecke zu jagen. Mein Rad lief hervorragend, an vielen Stellen musste ich gar nicht treten und war dennoch genauso schnell wie die Fahrer vor mir. Natürlich ohne Windschatten!
Erst auf den letzten Steigungen vor Tiefenbach, nach Eichelberg und die Zeitnahme nach Schindelberg habe ich es richtig krachen lassen.
Der Wechsel zum Laufen war richtig schnell und gleich auf den ersten Metern konnte ich, diejenigen die mit mir gewechselt sind abhängen. Ich war nun auf dem 14.Platz mit Tendenz nach vorne. Die ganzen Profis waren gar nicht weit weg. Die ersten beiden Laufrunden konnte ich wunderbar leicht und flüssig laufen. Ich kam sogar an Luke Dragsta und Jimmy Johnsen vorbei bis auf Platz 9.
An den Verpflegungstellen nahm ich immer einen Becher Iso. Doch zwei Mal verpasste ich in der Hektik meinen Becher und vielleicht hätte ich auch mehr als ein Gel nehmen sollen. Doch die letzten 5 km merkte ich die Ermüdung in meinen Beinen.
Da war kein Power mehr drin. Jimmy und Luke gingen wieder an mir vorbei. Mit zwei Gels rettete ich mich bis ins Ziel. Mit 1:20 auf den Halbmarathon war ich zwar 2 min langsamer als letztes Jahr aber dafür war ich insgesamt trotzdem schneller.
Hier noch mein Race Menü:
Frühstück:
2 Brötchen mit Butter, Marmelade und Honig
0,5 liter Apfelsaftschorle
Vor dem Start
0,5l Iso
1 Sponser Gel 70g 53g KH
0,3l Wasser
Rad
2x0,75l Elotrans + 45g Maltodextrin+Wasser
1 Sponser Gel 70g
1 Sponser Gel 70 g mit Koffein
Lauf
An jeder Verpflegungstelle
ca 0,1 l Iso
oder 0,1 Cola Mix
manchmal auch Wasser
3 Isogels H5 24g KH
Summe KH 300 g
75 g KH/h

Fast so schön wie Andreas Raelert beim Laufen.
Und das obwohl ich am Donnerstag und Freitag noch mit leichtem Fieber und Durchfall im Bett gelegen hatte. Mein Tapering bestand also nur aus Liegen, Lesen und Schlafen. Vielleicht gar keine schlechte Strategie, wenn nur die Krankheit nicht wäre.

Im Ziel wurde ich sofort zur Dopingkontrolle geführt, wo ich Andreas Raelert traf. Ich freue mich immer, wenn ich eine Dopingprobe abgeben darf. Da wird zum einem klar, dass im Triathlon kontrolliert wird, und zum anderen ist es auch ein Beweis, dass ich meine Leistung ohne Doping erreiche.
Mit Luke Dragstra beim check out. Auch mit dabei mein Bike mit neuen Laufrädern.

Das nächste große Ziel heißt Frankfurt Ironman. Der Wettkampf im Kraichgau hat gezeigt, dass ich auf jeden Fall auf dem richtigen Weg bin. Natürlich darf ich in Frankfurt nicht so aggressiv auf dem Rad fahren. Aber wer schnell fahren kann, kann auch langsam fahren und Kraft für das Laufen sparen. Beim Laufen ist das Ziel progressiv den Marathon zu laufen. Also die 10 km Runden immer ein bisschen schneller zu laufen. Dazu muss ich mich aber 20 km lang bremsen.

hier der Link zum Wettkampf  mit Listen und Reports:
http://www.challenge-kraichgau.com/



Montag, 16. Mai 2011

LBS Cup Liga Mannschaftswettkampf in Forst

Nach langer Zeit wieder mal ein Ligawettkampf mit der Mannschaft des SV Nikar Heidelberg in Forst. Zuerst 1000 m Schwimmen im Heidesee, dann 22 km Mannschaftszeitfahren und danach 7 km Laufen. Fünf Mann bilden eine Mannschaft, die Zeit des vierten wird gezählt.
Weil Forst quasi ein Katzensprung von Dielheim entfernt liegt ließ ich mich breitschlagen mal wieder für die Mannschaft des SV Nikar Heidelberg an den Start zu gehen.
Die Ligamannschaft des SV Nikar Heidelberg vor dem Start: v.l.n.r. Frank Horlacher, Mario Stuth, Klemens Bollinger und Sebastian Baier, Benni Göppert treibt sich im Wasser rum.

Beim Schwimmen bin ich gleich am Start beim Sprint insWasser umgeknickt und ging erst einmal mit einem Schock ins kalte Wasser. Auf den ersten hundert Metern schoss das Laktat nur so in meinen Körper. Das war ein Gefühl, das ich schon lange nicht mehr hatte. Ich fühlte mich richtig eingezwängt in meinen Neopren und bekam überhaupt keine Luft mehr. An Benni konnte ich überhaupt nicht dran bleiben, obwohl ich mir das eigentlich vorgenommen hatte. Erst ab der ersten Boje hatte ich mich beruhigt und einen Rhythmus gefunden. Trotzdem war es ein bisschen deprimierend, wie Benni vor mir immer wieder Rücken schwamm und immer noch schneller war als ich. Na, ja die hinteren sollen auch nicht abgehängt werden.
Vor allem das Zeitfahren in geschlossener Formation macht Spaß, wenn es richtig rollt. Doch leider war die Mannschaft auf dem Rad nicht ganz so homogen, dass wir es eher ruhig angehen lassen mussten. dennoch holten wir die vor uns gestartete Mannschaft schnell ein. Es entwickelte sich aber ein Katz und Maus Spiel, weil sich die Sportskameraden nicht überholen lassen wollten und ihrerseits uns immer wieder überholten. Dabei verloren wir auch unseren Klemens, der noch seinen 3 h Lauf in den Knochen hatte.
Gut dann lassen wir ihnen eben die kurzzeitige Machovormachtstellung. Wir blieben dann einfach 10 m hinter ihnen und rollten gemütlich dahin. Wir hätten uns sonst nur aufgerieben. Kurz vor dem Wechsel war es ganz einfach an ihnen vorbei zu gehen.
So richtig schnell wurde es nun beim Laufen. Wir waren ein perfektes Team. Jeder konnte um die 3:30 min/km laufen. Keiner ließ abreißen. Das bedeutete die zweitbeste Laufzeit der 2. Liga. auch in der ersten Liga wäre die Laufzeit noch sehr gut gewesen.
Endspurt


Am Ende war es der 7. Platz in der 2. Liga. Nicht schlecht für die Umstände. Das Schwimmen hätte etwas besser sein können. Beim Radfahren haben wir taktisch gehandelt und das Laufen war sensationell. Vielen Dank an meine Mannschaftskameraden, es hat Spaß gemacht.
Im Ziel: Mario Stuth, Frank Horlacher, Sebastian Baier, Benni Göppert 

Montag, 11. April 2011

Heidelberger Halbmarathon

Mir tun ganz schön die Beine weh! Aber es hat wieder richtig Spaß gemacht die Berge runter zu heizen und dann auf der anderen Seite wieder hoch. Es sollte noch steiler bergauf und bergab gehen, dann wäre ich noch weiter vorne. Bergab konnte ich schneller laufen als Felix Schuhmann und Sven Herzog. Meine Bergabqualitäten waren dieses Jahr wieder voll da. Auch am steilsten Stück bergauf an der Kapelle in Schlierbach habe ich Sven Herzog abgehängt. Aber danach kommt immer noch der halblebige Anstieg zum Schloß, an dem ich jedes Jahr schlapp mache. Trotzdem kann ich mit meiner Leistung zufrieden sein. Ich habe gerade noch einmal mein Training geprüft. Da der Halbmarathon dieses Jahr 3 Wochen früher war, und der Ironman in Frankfurt 3 Wochen später stattfindet, fehlen mir praktisch 6 Wochen Vorbereitung. Dieses Jahr habe ich erst Anfang Februar wieder mit der Vorbereitung auf den Ironman Frankfurt angefangen. Mein Kilometerschnitt pro Woche seit dem 31. Januar liegt bei 44 km pro Woche. Da ist die Leistung ganz anders zu bewerten.
Das Rennen war dieses Jahr geprägt von dem schnellen Start von Holger Freudenberger. Keine Taktik sondern gleich von Anfang an ging es zu Sache. Ich hatte dieses Mal keine Uhr und keinen Pulsmesser dabei. Alles schön nach Gefühl. Ich wusste sofort, da durfte ich nicht mit laufen.
In Neuenheim am Neckarufer

Auch nicht bei den ersten Verfolgern. Entweder ich hole sie noch ein oder sie sind einfach von Anfang bis Ende schneller. Bis auf Matze Pfähler war das auch so. An Brian Godsey und Sven Herzog bin ich wirklich wieder herangekommen aber meine letzten 3 km waren so miserabel, dass Felix Schumann und Sven Herzog wieder davon gezogen sind.
Bis zum Philosophenweg bin ich schön kontrolliert gelaufen.
Am Anfang Philosophenweg

Dann ist Felix Schumann von hinten gekommen. An ihm konnte ich bis zum Kloster dran bleiben. Dei schnelle Bergabstrecke vor dem Kloster sind wir richtig gerast. Aber am besten ging es mir vom Kloster bis runter nach Ziegelhausen. Oben an der höchsten Stelle richtig wegsprinten, einen Becher Wasser in den Mund und über den Kopf und full speed ahead alle Bremsen lösen runter in die steilste Passage des Laufs. In der Mitte war ich an Sven Herzog dran und Felix Schumann war abgehängt. Wie man doch bergab Zeit gut machen kann mit langen Schritten und ohne Bremsabfederungsbewegungen ist erstaunlich. Es kostet nur sehr viel Kraft aber weniger Herz-Kreislaufanstrengung. Auf dem Flachen rüber nach Schlierbach musste ich kämpfen um an Sven Herzog dran zu bleiben. Aber an der steilsten Stelle an der Kirche in Schlierbach hörte ich sein Keuchen immer weiter weg. Das lief richtig gut bis zu den längeren relativ flacheren Stücken am Schloss-Wolfsbrunnenweg. Da kam wieder Felix Schummann von hinten und ich hatte keine Chance mehr gegenzuhalten.

Mein schwächste Phase am Schloß-Wolfsbrunnenweg hinter Felix Schumann noch vor Sven Herzog
Auch Sven Herzog musste ich wieder ziehen lassen. Ich war ziemlich kaputt. Auch vom Schloss runter und auf der Zielgerade ging es mir schlecht. Zum Glück hatte ich noch ein Polster auf den Rest des Feldes. Trotzdem war der Zieleinlauf wieder ein tolles Gefühl.
Jetzt warte ich bis meine Beine nicht mehr weh tun und weiter geht's mit dem üblichen Triathlontraining.

Dienstag, 11. Januar 2011

15 km Rheinzabern Winterlaufserie

Mein erster Wettkampf 2011 ist Geschichte. Eigentlich wollte ich in Dielheim den Dreikönigslauf mitmachen. Dieser musste aber wegen Glatteis abgesagt werden. Ich wollte aber meine Form testen. Also wo gibt es einen Ersatzwettkampf in der Nähe? In Rheinzabern werden 15 km gerannt. Meine Vereinskameraden vom TV Dielheim starten dort immer bei der Winterlaufserie. Ich schloss mich ihnen an und wir fuhren gemeinsam nach Rheinzabern zur berühmten Winterlaufserie, die mir in der Vergangenheit immer viel zu früh war. Nach Hawaii hatte ich eine lange Pause eingelegt und dann mit Lauftraining und Schwimmen wieder begonnen. Einmal pro Woche noch eine MTB Einheit. Auf Rennradfahren hatte ich bei dem schlechten Wetter keine Lust. Als es aber schneite und kalt wurde stieg ich endlich mal wieder auf die Langlaufski. Im Winter ist das einfach der beste Sport. Als der Schnee dann weniger wurde rutschte ich mit meinen Laufschuhen über das Eis und den Schnee weiter. Ein richtig schnelles Lauftraining ist da kaum möglich. Ich ging sogar einmal auf das Laufband als es draußen wieder einmal so eisig war, dass man mit Verletzungen rechnen musste.
In Rheinzabern ging ich also mit der Zielsetzung an den Start mal wieder so richtig schnell zu laufen, nachdem die Straßen nun eisfrei waren. Der Startschuss fiel und es ging gleich richtig zur Sache. Den ersten Kilometer lief ich in der Spitzengruppe in 3:10 min. Das war richtig schnell. Zu schnell für mich. Also ließ ich mich aus der Spitzengruppe zurückfallen. Zweiter Kilometer in 3:18 min. Das war schon eher, was ich laufen wollte. Den dritten Kilometer wollte ich in meiner angestrebten Kilometerzeit von 3:20 min laufen als ich auf einem nassen hervorstehenden Gullydeckel ausrutschte und wieder mein Außenband am Fuß überdehnte, dass ich in der Woche zuvor schon auf einer Eisplatte lädiert hatte. Kurzfristig dachte ich ans aufhören. Aber wenn ich den Fuß gerade aufsetzte waren die Schmerzen auszuhalten. In Linkskurven musste ich etwas langsam machen. Das angestrebte 3:20 min Tempo konnte ich nicht mehr halten, nicht nur wegen der Verletzung. Ich begann ganz schön zu japsen. Wenn man im Training nicht das Wettkampftempo simulieren kann, kann man auch nicht erwarten, dass es am Wettkampftag klappt. Bei der 10 km Marke ging ich mit 34:25 min durch. Ok ich wollte eine 33er Zeit laufen, aber unter diesen Umständen war das noch ok. Bis Kilometer 11 hatte ich einen Durchhänger. Der Bauch tat mir weh und ich hatte das Gefühl nicht genug Luft zu bekommen. Muskulär hatte ich keine Probleme. Auch der schnelle Anfang hat nicht wehgetan. Allerdings sollte man ja immer progressiv laufen. No risk no fun!. Ich laufe ja nicht so oft Laufwettkämpfe, deshalb kann ich mich nicht so gut einordnen. Es hat richtig Spaß gemacht so ein Tempo zu bolzen. Vielleicht halte ich es ja mal noch durch. Die zweite Gruppe konnte ich jetzt nicht mehr halten. Auf den letzten drei Kilometern holte mich dann auch noch die dritte Gruppe ein. Aber das war auch kein Beinbruch. Ich hielt mich an Carsten Bresser, der in Frankfurt schon um die 2:26 h auf den Marathon gelaufen war. Da war ich in bester Gesellschaft. Am Ende lief ich mit 52:14 min als 12. ins Ziel. In der Alterklasse war ich nur dritter hinter Markus Imbsweiler und Carsten Bresser. Aber ich war in den Jahren zuvor noch nie so schnell Anfang Januar. Das Training läuft also gut an. Bis zu meinem ersten Höhepunkt im Juli zum Frankfurt Ironman ist noch viel Zeit.