Sonntag, 19. August 2012

Emrunman ohne Happy End

Dieses Mal gibt einen Post ohne Happy End. In Embrun über die Langstrecke musste ich zum erstenmal seit Mitte der Neunziger Jahre also seit fast 20 Jahren ein Rennen aufgeben. Ich war mit hohen Erwartungen nach Embrun gereist. Der Embrunman sollte mein Hauptwettkampf für 2012 sein. Aber erstens kommt es anders zweitens als man denkt. ich freute mich richtig auf einen Wettkampf in den Bergen.
Das Schwimmen war schon etwas ruppig. Bei Dunkelheit wird um 6:00 Uhr gestartet. Ein Landstart mit Sprint über den Kiesstrand bis zum Wasser. Im Wasser weiß man zuerst nicht, wo man sich befindet und man bekommt Prügel von überall her, weil wohl keiner so genau weiß, wo die erste Boje sein soll. Nach etwa 100 Metern entwirrt sich das Knäuel wieder und ich schwimme einfach den anderen hinterher. Die zweite Boje ist noch nicht zu erkennen aber hinter ihr sind starke Scheinwerfer aufgestellt. Sie sind ein hervorragender Orientierungspunkt. Sogar besser als bei anderen Wettkämpfen bei hellem Tageslicht. Sobald man diese Boje umrundet hat wird es wieder schwierig, weil die nächste Boje wieder nicht zu erkennen ist. Als die Sonne aufgeht, schwimmt man gegen das Licht und wird geblendet. Dafür ist der See schön ruhig und das Wasser sauber. Auf der zweiten Runde macht sich meine linke Wade bemerkbar. Was ist das? Das gibt's doch nicht. Schon beim Schwimmen Probleme mit Krämpfen. Ich kann mir nicht erklären woher das kommt. Die  Beine sollten doch ausgeruht sein.
Bei einer Langstrecke macht das Schwimmen aber nicht so viel aus. Ein oder zwei Minuten mehr ist nicht tragisch. Immer positiv denken. Mit 56 min über die 3,8 km kam ich aus dem Wasser. Ok das ist nicht gut aber auch nicht so schlecht. Ich hatte 54 min als Ziel.
Schwimmausstieg vor beeindruckender Bergkulisse

Jetzt ein schneller Wechsel und ab geht's auf's Rad. Doch so schnell war der Wechsel nicht. In Embrun müssen die Räder richtig blöd von oben nach unten aufgehängt werden. Da läuft das Getränk aus den Flaschen und das Rad verhakt sich mit allem was drumherum hängt. Alles lief gut bis ich die Handschuhe anziehen wollte. Mit den Neopren hatte ich einen Handschuh einfach weggefegt. Er war nicht mehr zu finden. Erst nach längerem suchen fand ich ihn wieder. Dann dauerte es noch eine Ewigkeit bis ich die engen Aerohandschuhe angezogen hatte. Die Frage ist, ob man überhaupt Handschuhe braucht oder ob ich die Handschuhe das nächste Mal irgendwann während der Fahrt anziehe. Das kann aber auch schwierig werden. Kostet aber nicht so viel Zeit.
Gleich nach dem Wechsel geht es in Embrun einen knackigen 8 km langen Anstieg auf kleinen Straßen hinauf. Ich ließ mich erst mal überholen. Andere Konkurrenten fuhren los wie auf einer Kurzstrecke. Oder war ich nur besonders langsam? Ich kannte die Strecke nur von der Karte und den Höhenprofilen. Jetzt in der Realität war die Strecke noch beeindruckender. Sehr steil und kurvig.
Nach 20 km war ich wieder an allen dran und in den rolling hills Richtung Embrun, die von der Streckencharacteristik an Hawaii erinnern, lief es richtig gut.
Noch kurzes Lächeln an der casse deserte am Izoard kurz bevor die Krämpfe zuschlagen.
Nach einem Abschnitt auf der Nationalstrasse geht es dann wieder auf kleinen Straßen Richtung Col d'Izoard. Nicht steil aber auch nicht flach. Ich war nun in einer Gruppe, die ganz gut lief. Das Tempo war mir eigentlich zu langsam aber bis km 100 mache ich bei einem Ironman keinen übermäßigen Druck.  Der Einstieg in den Izoard war überwältigend mit einer riesigen Schlucht und einem wilden Fluss neben der Straße. Es war überhaupt nicht steil. Nur etwas kühler wurde es in den engen Schluchten und in den Tunnels. Ich hatte mich bis auf Platz 22 vorgearbeitet. Ab Kilometer 100 wollte ich loslegen. Doch jetzt begann der Izoard seinen Tribut zu fordern. Es wurde steiler und heißer. Ich fuhr noch locker an den ersten Frauen vorbei als plötzlich Krämpfe meine beiden Beine lähmten. Das hatte ich noch nie erlebt. Irgendetwas war hier faul. Ich schaltete auf meinen kleinsten Gang und versuchte so die Krämpfe durch leichtes Kurbeln in den Griff zu bekommen. Es half nichts. Die Schmerzen wurden immer schlimmer. Beiden Waden und die Rückseiten der Oberschenkel waren betroffen. Ein Konkurrent nach dem anderen ging wieder an mir vobei. auch die ersten Frauen zogen davon. Ab jetzt hieß es damage control mode. Über 2000 m Höhe wurde zudem die Luft dünn. Das kannte ich noch von früher vom Langlaufen auf dem Gletscher. Jetzt gingen mir immer wieder die gleichen Gedanken durch den Kopf: Warum hast du keine Kompaktkurbel montiert? Warum bist du nicht noch mehr Pässe gefahren? Das ist doch ganz anders als alle Berge im Odenwald hochzufahren.
Vom Gipfel des Izoard bis in das Radziel war es nur noch ein Überlebenskampf. Nur nicht zu viel Druck machen, dass die Krämpfe nicht wiederkommen. Immer wieder musste ich die Beine dehnen und mit treten ganz aufhören. Die Temperaturen an den Sonnenhängen stiegen unaufhörlich. Ich hielt mich an meine Verpflegungsstrategie doch es kam kein zweiter Wind. Es wurde eher noch schlimmer.
Auf dem Rückweg vom Izoard nach Embrun geht es auf der Nationalstrasse nur noch bergab. Doch die Triathleten werden auf schönen kleinen Straßchen am Hang immer wieder bergauf und bergab gejagt. Das hätte wirklich Spaß machen können, wenn ich nicht die Krämpfe und noch Energie  gehabt hätte. Ich hatte sogar Angst, dass ich an einem Berg absteigen müsste. Doch irgendwie ging es doch immer weiter. Ich schaute nur noch neidisch auf diejenigen, die mich überholten und ihre Kompakt oder Dreifachkurbeln. Ich hatte mit 39x 28 auch einen kleinen Gang aber offensichtlich nicht klein genug für die Strecke und meine Krämpfe. Der Izoard an sich ist nicht so steil. Nur kommt der erst nach 100 km, da hat man schon etliche kleine Stiche in den Beinen.
Den größten Rspekt hatte ich vor dem letzten Berg in Embrun dort sollte es 3 km 17% hochgehen. Ich wollte in Embrun eigentlich aufgeben und den Berg nicht mehr in Angriff nehmen. Es ist aber gar nicht so einfach aufzugeben, weil einen niemand von der Strecke lässt. Also versuchte ich den letzten Berg auch noch. Dort lief es gar nicht mal so schlecht. Ganz locker kurbelte ich hoch. Die Strecke war auch ganz schön. So eine richtige Hinterpfuiteifelstrecke, die Straße keine 2,5 m breit, der Asphalt Schmolz in der Sonne hie und da mit ein paar Kuhfladen garniert. Die letzte Abfahrt hinab nach Embrun munterte mich sogar wieder ein bißchen auf. Scharfe gefährliche Kurven mit Löchern, Bodenwellen und Split in den Kurven, eine richtige Mörderstrecke. Nur war ich völlig kaputt. Gut jetzt bin ich soweit gekommen, versuchen wir den Lauf auch noch. Also Aufgeben kommt nicht in Frage.
Ich wechselte auf die Laufstrecke und watschelte los. Die Kilometersplits stoppe ich lieber nicht. Ich will gar nicht wissen, wie langsam ich bin.  Die Laufstrecke hat es auch noch in sich. Vom See hinauf nach Embrun muss noch ein schöner Anstieg bewältigt werden. Dazwischen immer kleine giftige Hügel über Brücken oder Auffahrten. Genau nach meinem Geschmack nur nicht, wenn ich so langsam laufen muss, das kein Krampf in meine Beine fährt. Die Verpflegungsstationen sind schön weit auseinander und es gibt keine eisgekühlten Getränke nur, wenn die Station zufällig an einem Bach liegt, werden die Getränke im Bach oder Brunnen gekühlt. Bei 31° wurde der Lauf nun etwas beschwerlich. In den Stationen hielt ich an und versuchte mich mit Wasser und Schwämmen zu kühlen. Doch die Kühlung hielt nur gespürte 3 Sekunden an. Auf der Strecke überrundeten mich die drei ersten. Nur Marcel Zamora hatte noch einen ordentlichen Schritt drauf. Schon der zweite musste kämpfen und der dritte David Dellow hielt in der Verpflegungsstation auch an. Mit etwas mehr Glück wäre das immer noch mein Wettkampf.
In Embrun im Watschelgang
Ich schleppte mich noch 20 km über die Laufstecke. Aber dann war der Ofen endgültig aus. Mir wurde auch noch schlecht zu meinen Krämpfen. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen wirklich aufzugeben. Das war nun nicht mehr gesund.
Meine erste Aufgabe seit Malterdingen irgendwann in den 90er Jahren.
Woran hat es gelegen?
Vor dem Rennen:
Wahrscheinlich war ich von den Rennen in Heilbronn und Immenstadt nicht richtig erholt und habe gleich mit dem Langstreckentraining weitergemacht. Dafür spricht, dass sich meine Wade schon beim Schwimmen gemeldet hat. Meine Muslulatur hatte eine angehäufte Ermüdung in sich.
Den einzigen Pass den ich in der Vorbereitung gefahren bin, war das Furkajoch mit 1700 müM und das 2 Wochen vor dem Wettkampf. Das war schon zu spät. Am Izoard habe ich gemerkt, dass das die Vorbereitung gewesen wäre, die ich gebraucht hätte. Hohe Alpenpässe über 2000 m. Aber wenn die Muskulatur ausgeruht gewesen wäre, wäre das wohl nicht so ins Gewicht gefallen.
Ich habe den gleichen Fehler gemacht, wie die Deutschen Schwimmer bei den Olympischen Spielen. Bei den Vorbereitungswettkämpfen geglänzt und darüber die ruhige Vorbereitung auf das Hauptziel aus den Augen verloren. Nun bin ich kein Profischwimmer in London und was ich dieses Jahr erreicht habe ist auch schon beachtlich. Insofern ist es nicht so schlimm.
Im Wettkampf:
Ein Königreich für eine Kompaktkurbel! Ich hatte schon so eine Vorahnung, dass meine Übersetzung wohl zu groß sein würde, als ich die letzten Kilometer am Furkajoch nur noch unter großer Anstrengung hochgewürgt bin. Damals habe ich noch gedacht, dass der Izoard bestimmt nicht so steil ist. Das wird schon gehen. Vielleicht wäre es auch gegangen, aber nicht mit einer ermüdeten Muskulatur. An meinem Fahrrad hatte ich zwei Trinkflaschen, eine mit Gel und eine mit Sponser Long Energy. Dazu noch die Aeroflasche zwischen den Aufliegern. Da sollte dann Sponser Competition drin sein. Doch durch die saublöde Aufhängung in der Wechselzone ist aus der Aeroflasche alles Getränk während des Schwimmens ausgelaufen. Am Anfang des Rennens auf dem Rad war es noch kühl, da habe ich wohl zu wenig getrunken und als ich dann am Izoard Durst bekam, habe ich nur Wasser getrunken. Da war es wahrscheinlich schon zu spät.

Selbst wenn ich das Ziel nicht erreicht habe, war der Wettkampf doch beeindruckend. Ich hatte vergessen, wie gewaltig die Berge sein können. Meine letzten großen Pässetouren liegen mittlerweile fast 20 Jahre zurück. Es wird Zeit, dass ich mal wieder in die Alpen fahre. Ich werde zurückkommen und meinen Frieden mit dem Wettkampf schließen. Noch nicht im nächsten Jahr aber vielleicht in zwei Jahren. Dann mit einer Kompaktkurbel, einer besseren Verpflegungsstrategie und mit einer Vorbereitung mit hohen Pässen und vor allem besser erholt vor dem Start.


Dienstag, 24. Juli 2012

Deutscher Meister im Allgäu

Wieder ein Deutscher Meistertitel mehr. Diesmal beim Allgäu Triathlon in Immenstadt in der AK 40. Was aber noch besser ist, ist mein 4. Platz in der Gesamtwertung. Das war mal wieder ein überragendes Rennen. Ordentlich aus dem Wasser gekommen. Beim Rad kontrolliert. Beim Lauf aufgedreht bis zum Schluss. So muss ein Triathlon laufen.
Am Freitag fuhr ich auf überfüllten Straßen nach Immenstadt, das war schon ein Stress vor dem Wettkampf. In Immenstadt muss man die Startnummer schon am Vorabend abholen und dann wird aber trotzdem erst am Samstag eingecheckt. Ich fuhr die Wettkampfstrecke vorher noch einmal mit dem Auto ab, um die Entscheidung für das Wettkampfrad zu treffen. Zeitfahrrad oder normales Rennrad? Man hätte beides nehmen können aber der Wetterbericht sagte Regen und Temperaturen von 11 bis 16° voraus. Da fiel die Entscheidung auf das normale Rennrad, das ist bei schlechtem Wetter besser zu beherrschen.
Ich verzichtete auf die Pasta-Party und machte mir mein traditionelles Vorwettkampfessen Spaghetti Bolognese in meinem Elternhaus in Wangen. Diesmal war es aber eine vegetarische Bolognese. Die Nacht war kurz und ich schlief schlecht. Außerdem fühlte ich  mich noch immer müde vom Training in der Vorbereitung auf Embrun. Immenstadt sollte der letzte Vorbereitungswettkampf vor meinem großen Ziel Embrun sein.
Als ich dann am morgen zum Alpsee fuhr konnte ich es kaum glauben, dass es nicht regnete und sogar die Sonne sandte ein paar Strahlen durch die dichten Wolken. Der Wetterbericht hatte doch 90% Regenwahrscheinlichkeit vorausgesagt. Ich brachte mein Rad und meine Wechselsäcke in die Wechselzone und im Neopren schwamm ich mich 15 min vor dem Start ein. Das Wasser war mit 18 ° relativ warm im Gegensatz zur Luft. Kurz bevor das Rennen gestartet wurde, drängten sich viele Athleten noch an mir vorbei in die erste Reihe. Gut ich bin nicht der schnellste Schwimmer, aber die Drängler waren bestimmt langsamer als ich. Trotzdem kam ich gleich gut weg vom Start und das Schwimmen lief richtig gut. So hatte ich jedenfalls das Gefühl. Wenn man aber die Zeit anschaut ist es doch ein bisschen langsam mit 1:28 min/100. Das schwimme ich ohne Neopren locker im Becken. Entweder war die Strecke zu lang oder wir haben uns auf dem See verschwommen. Die 17. Schwimmzeit und der Abstand zu den ersten Zehn  ist aber im Rahmen. Nur der erste war mit 5 min doch weit weg. Im Alpsee ist beim Allgäutriathlon die Orientierung immer schwierig, weil es nur zwei Bojen gibt und es relativ dunkel ist. Führungskayaks gibt es auch nicht. Hauptsache das Gefühl war gut. Im Wechselzelt zog ich ein Gore-Tex Windstopper Trikot über. Die Handschuhe ließ ich im Sack, weil es ja nicht regnete. Die Armlinge hatte ich schon beim Schwimmen unter dem Neopren getragen. Ich rannte aus dem Zelt, da machte mich ein Kampfrichter darauf aufmerksam, dass ich meine Schwimmbrille und Mütze noch auf hatte. Also zurück und beides in den Sack. Es ist blöd, wenn man sich bei fast allen Triathlons am Rad umziehen darf und bei wenigen anderen nicht. Das bringt einem die ganze Wechselroutine durcheinander.
Auf dem Rad schaltete ich ersteinmal meinen Pulsmesser ein. Dieser Wettkampf sollte ein Test für die Langstrecke in Embrun sein. Also Puls unter 80% Hfmax halten und alle 20 min ein Schluck aus der Gelflasche. Es lohnt sich immer, sich am Anfang zurückzuhalten und erst später aufzudrehen. Ich fand schnell eine gute Gruppe und kam immer weiter nach vorne. Der spätere Dritte war ungefähr gleich stark wie ich. Ich verlor nur immer den Anschluss, wenn ich meine Gelflasche aus dem Trikot ziehen und wieder verstauen musste, denn es regnete stark und meine kalten Hände waren nicht mehr ganz vom Gehirn kontrollierbar. Jetzt hätte ich gerne meine Handschuhe gehabt.
Irgendwann zählte einer die Platzierung durch und wir waren auf Platz 10 bis 12. Auch der Rückstand von 5 min zur Spitze hörte sich gut an. Aber nach vorne war kein Gegner mehr in Sicht. Gegen Ende der ersten Runde fuhren wir doch noch auf Ralf Eggert auf. Der ließ sich aber nicht überholen. Jedesmal wenn ich mein Vorderrad vor ihn setzte fuhr er wieder schneller auf der rechten Seite an mir vorbei. Das ist in Hawaii Blocking. Aber in Immenstadt war weit und breit kein Kampfrichter zu sehen. Denen war es wohl auch zu kalt. Als ich später dann von der Disqualifikation von Daniel Unger gehört habe, habe ich mir gedacht: gut dass man auch vor prominenten Namen nicht halt macht, aber weiter hinten wäre eine ordnende Hand auch nicht schlecht gewesen. Also forderte ich Ralf Eggert auf schneller zu fahren, wenn er sich schon nicht überholen lassen wollte.
Am längsten Berg fiel er dann auch zurück. Dafür kam ein anderer Fahrer von hinten. Er hatte eine Kompaktkurbel und tat sich etwas leichter in den steilsten Stücken. Ich hatte 39x28 aufgelegt. Das ist auch schon ziemlich leicht. Aber im Rennen wünscht man sich immer einen kleineren Gang, auch wenn der wahrscheinlich nichts bringt, weil man am Ende ist. Man kann dann zwar mehr kurbeln aber schneller ist man dann auch nicht. Das merkte ich an einigen Stellen, an denen ich von 24 auf 28 schaltete. Bis zum Ziel sammelten wir noch einen weiteren Fahrer ein, so dass ich als sechster wechselte. Mittlerweile war ich ziemlich durchgefroren und beim Absteigen vom Rad fuhr mein Rad ohne mich weiter und ich machte einen Bauchgleiter auf dem nassen Rasen. Hier war die Absteigezone nicht genau definiert. Es gab keinen eindeutigen Balken. Auch die Anfahrt war ziemlich eng und Athleten der Olympischen Distanz versperrten den Weg. Wann gibt es endlich wieder Wettkämpfe, bei denen sich nicht tausend Athleten auf der derselben Strecke über verschiedene Distanzen und Runden quälen? Da blickt doch kein Mensch mehr durch, wer in Führung liegt und wer in welcher Runde ist auf welcher Strecke.
Eine Frau schmuggelt sich noch vor mir über die Ziellinie...

Der Wechsel zum Lauf gestaltete sich auch wieder mühsam. Meine Hände waren kalt und meine Gehirnbefehle wurden nur sehr langsam befolgt. Es war verdammt schwer den Aerohelm in die Wechselsacköffnung zu treffen. Ich war zum erstenmal froh, dass er keine Belüftungslöcher hat und ein schöner Regenhelm ist. Zum Glück hatte ich diesmal Socken gewählt, die leicht anzuziehen waren. Meine Begleiter aus der Gruppe waren alle weg bis auf den späteren dritten, der musste auch sein Trikot erst ausziehen. Doch der rannte sofort los wie ein Verrückter. Ich wollte zuerst verhalten angehen. Am Ende hatte er auch die schnellste Laufzeit. Die Laufstrecke in Immenstadt hat mehrere Wendepunkte und man kann immer den Abstand zu den Konkurrenten taxieren. Die Fahrer aus meiner Radgruppe waren nach dem missglückten Wechsel alle vor mir aber noch in Reichweite. Den ersten aus Gruppe hatte ich relativ schnell eingeholt, aber die nächsten beiden waren in der ersten Runde noch ziemlich schnell unterwegs. Ich holte auf, aber es würde schwer werden zu überholen. Einer davon war ein besserer Läufer als ich. Er war bei einem Lauf deutlich schneller als ich gewesen. Er hatte aber Sturzverletzungen und war wohl nicht mehr ganz fit. Seine Flucht nach vorne auf dem Rad hatte er teuer bezahlt. Bei mir lief es aber sehr gut. Keine Probleme mit der Verpflegung oder dem Magen. Ich hatte diesmal keinen Trinkgürtel dabei sondern eine Gelflasche in einer kleinen Tasche im Triathlonanzug. Ich nahm an jeder Verpflegungsstation eine Schluck aus der Gelflasche und dazu einen Becher Wasser. Meine Hände waren immer noch kalt und unbeweglich. Das machte auch das Herausholen und Wiederverstauen der Gelflasche sehr mühsam. Deshalb wechselte ich zwischendurch auf Cola an den Verpflegungsstellen. Jetzt kam ich dem sechsten und fünften immer näher. Mein Tempo pendelte zwischen 3:26 und 3:50 pro Kilometer je nach Streckenverlauf. Ich lief so schnell ich konnte an den beiden vorbei. Sie sollten nicht einmal daran denken, dass sie bei mir mithalten könnten. Aber die Angst war unbegründet. Keiner wagte den Versuch. Ich überholte immer wieder Läufer der Kurzdistanz. Als ich vorbei war hörte ich noch ihr Keuchen oder ihre Schritte auf dem Boden stampfen. Mehrmals bekam ich Panik, ein schnellerer käme von hinten. Aber es waren nur die, die ich gerade überholt hatte. Schon in der ersten Runde hatte ich den zweiten gesehen und darüber nachgedacht, dass der Abstand schon sehr groß wäre. Also maximal Platz drei wäre drin gewesen. Doch der spätere zweite und dritte liefen noch schneller als ich. Der zweite vom Rad und derzeit vierte wurde am Schluss richtig langsam. 1,5 km vor dem Ziel schnappte ich ihn. Diesen Platz ließ ich mir nicht mehr nehmen. Noch ein Kilometer bis ins Ziel. Jetzt noch einmal schöne Technik laufen und dann kommt keiner mehr von hinten. Wie schon auf der ganzen Strecke musste ich Slalom durch die Kurzdistanzler laufen. Die Wettkampfrichter achteten mehr auf den offenen Reißverschluss an meinem Triathlonanzug als auf eine freie Strecke oder Windschattenfahren. In gewisser Weise hat Daniel Unger doch Recht.
Da hilft nur noch die Backen aufblasen.

Am Ende kam ich als Vierter ins Ziel. Das interessierte aber schon niemanden mehr. Ein vierter Platz an der Deutschen Meisterschaft auf der Mitteldistanz, wenn mir einer das vor zehn oder fünfzehn Jahren gesagt hätte, hätte ich das für nicht möglich gehalten. Erträumt habe ich mir das immer, aber dass ich das mit 44 erreiche, hätte ich nie gedacht. Man muss aber dazu sagen, dass die Konkurrenz nicht mehr so stark ist wie früher. Es gibt immer mehr Wettkämpfe der ironman und Challenge Serie, die wesentlich mehr Preisgeld und dadurch höhere Klasse bieten. Die Deutsche Meisterschaft hat an Bedeutung verloren. Selbst die ironman Wettkämpfe sind nicht mehr so stark besetzt wie früher. Es verteilt sich viel mehr. Früher gab es Nizza oder Roth und Hawaii dort traf sich alles. Der Allgäu Triathlon war ein Highlight und einer der Wettkämpfe mit der besten Besetzung in Deutschland. Heute hat nur noch Hawaii seinen Status behalten.
Für mich persönlich war es eine sehr gute Wettkampfleistung.
Schwimmen so lala, gutes Gefühl, Abstand zu den ersten 10 ok, Abstand zum ersten zu viel, Tempo zu langsam.
Radfahren kontrolliert, nach Plan, Ernährung mit Sponser Gel und Competition genau richtig. Das Felt AR1 mit Jet 6 schnell in den Abfahrten und bergauf. Auf den richtigen steilen Abfahrten war ich sogar schneller als die Zeitfahrräder, weil ich die Hände eng neben den Vorbau legen konnte und dadurch eine noch aerodynamischere Abfahrtshaltung einnehmen konnte. Auf den ebenen Stücken konnte ich dosiert mithalten. Kein spürbarer Nachteil.
Das Laufen lief optimal. Ich wollte 3:40 pro Kilometer laufen und genau das habe ich gemacht. In der zweiten Runde wurden die Kilometerschnitte nur ein wenig langsamer. Die Ernährung mit Sponser Gel und Cola passte auch genau. Ich hatte nie das Gefühl, dass etwas fehlt oder Probleme.
Embrun kann kommen.
www.allgaeu-triathlon.de
http://www.tri2b.com/68-allgaeu-triathlon-boris-stein-und-bianca-steurer-siegen-beim-jubilaeum.html

Dienstag, 26. Juni 2012

Solide Leistung beim City Triathlon Heilbronn

Beim City Triathlon in Heilbronn habe ich eine solide Leistung in allen drei Disziplinen abgeliefert. Beim Schwimmen wollte ich eigentlich länger an der Spitzengruppe dranbleiben.



Nach meinen Zeiten im Becken hätte das gelingen können. Aber irgendwie war ich wohl nicht richtig positioniert und als ich mich nach vorne gekämpft hatte war ich an der Spitze einer Verfolgergruppe und die Spitzengruppe war schon 30 m weit weg. Diese Lücke konnte ich nicht mehr schließen. Also war die Taktik nun einfach: Kraft sparen bis zum Schwimmausstieg.
Die Wechselzone in Heilbronn ist ziemlich lang. Da kann man immer ein paar Plätze gutmachen. Ich hatte nur wieder dasselbe Problem mit meinen Giro Selector Aerohelm wie in Rheinfelden. Beim Aufsetzen habe ich meine Ohren eingeklemmt. Das wollte ich wieder beheben, weil ich nicht die ganzen 70 km mit umgeklappten Ohren unter dem Helm fahren wollte. Dabei ist mir wieder die Ohrenabdeckung auf einer Seite aus der Verankerung gerutscht.
Auf der Radstrecke ging es schnell richtig zur Sache. Obwohl es ständig bergauf und bergab geht ist die Strecke richtig schnell. Mit dem Zeitfahrrad kann man richtig heizen. Ich holte schnell ein paar Konkurrenten ein. Darunter auch Lothar Leder. Die spätere Frauensiegerin überholte mich zweimal, weil ich am Anfang ziemlich gleichmäßig fuhr. Am Anfang macht es keinen Sinn jeden Berg hochzusprinten und dann in der Abfahrt die Beine hochzunehmen. Ich fahre in dieser Phase immer am Berg gleichmäßig und eher zurückhaltend. Auf der zweiten Hälfte der Radstrecke kann man viel mehr Zeit gutmachen als am Anfang. Da hat jeder noch Energie.
Wie in Rheinfelden hatte ich wieder die Gels direkt in die Flasche gegeben. Doch diesmal schaffte ich die Flasche nicht. Meine zweite Flasche wurde aus dem hinteren Flaschenhalter herauskatapultiert als ich in ein Loch in der Straße fuhr. Für die nächsten Wettkämpfe schiebe ich meine zweite Flasche wieder in den Halter am Rahmen. Dort fällt sie nicht raus und ist auch besser zu greifen. Was bringt die bessere Aerodynamik mit der Flasche hinter dem Rahmen, wenn die Flasche  verloren geht?
Damit war ich wohl etwas unterversorgt mit Flüssigkeit. Ich spürte eine leichte Krampfneigung im Oberschenkel.
Auf der Radstrecke kam von hinten Thomas Heuschmidt angebraust. Er hatte ein ziemliches Tempo drauf. Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob ich da mithalten könnte. Einen Versuch war es Wert. Ich konnte dranbleiben und wir überholten bald den Abu Dhabi Profi Sven Sundberg. Es war wirklich hart an Thomas dranzubleiben. Aber wenn sich so eine Gelegenheit bietet, muss man sie nutzen und Zeit auf der Radstrecke gutmachen.
Mein Setup mit dem Zeitfahrrad mit Scheibe hinten und Jet 6 vorne war ideal. Es wehte ein heftiger Wind auch von der Seite. Mit dem Jet 6 vorne konnte ich immer in der Aeroposition bleiben. Thomas musste öfter aus der Position gehen bei starkem Seitenwind. Mein Jet 9 Vorderrad ist schneller aber schwerer im Handling bei Seitenwind, deshalb fiel die Wahl auf das Jet 6.

Der Wechsel zum Laufen ging richtig schnell, ich konnte Thomas Heuschmidt gut distanzieren. Auf der Laufstrecke merkte ich aber schnell, dass ich viele Körner auf der Radstrecke verbrannt hatte. Es fiel mir schwer zu beschleunigen. Obwohl der Abstand zu den Pros relativ gering war, waren die nächsten Konkurrenten nach vorne außer Reichweite. Ich ging die erste 5 km Runde locker an. Am Ende der zweiten Runde kam Sebi von hinten und ich lief fast einen Kilometer in seinem Tempo neben ihm her. Er schnaufte mehr als ich, aber ich konnte mich nicht so quälen wie er. Das Tempo war gar nicht so schlimm nur meine Atmung war durch Bauchweh behindert. Der Trinkgürtel war irgendwie zu eng. Die Gelflasche mit Sponser Liquid Energy hilft mir sehr, weil ich dann nur Wasser vom Veranstalter nehmen muss und keine Probleme mit dem Magen bekomme. Doch der Trinkgürtel ist lästig. Da muss ich mir noch was besseres für die nächsten Wettkämpfe überlegen und auch mal mit dem Trinkgürtel trainieren.
Am Schluss musste ich noch Thomas passieren lassen, weil sich Krämpfe anmeldeten. Ich musste das Tempo genau so dosieren, dass kein  Krampf zuschlägt. Auch waren meine Schuhe immer noch zu eng geschnürt, obwohl ich sie schon viel weiter gemacht hatte im Vergleich zu Rheinfelden. Jetzt sind sie noch weiter. Hier muss ich auch mal länger den Wettkampfschuhen trainieren.

Nach dem Wettkampf habe ich mich mal wieder mit Andi Böcherer unterhalten. Er hat ja früher in Heidelberg beim Schwimmen mittrainiert. Es ist schön, dass er es so weit geschafft hat und ich Wünsche ihm noch alles Gute in seiner Karriere, die sicher noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat.

Fazit:
In allen Disziplinen eine solide Leistung, die Pros sind nicht so weit weg. Vor allem  zu Daniel Unger ist der Abstand auf dem Rad und beim Laufen relativ gering.
Die Altersklasse 40 habe ich souverän gewonnen.
Für den Wettkampf in Immenstadt werde ich vorher ein bisschen weniger trainieren, damit ich besser ausgeruht an den Start gehen kann. Heilbronn war dagegen eher ein Vorbereitungswettkampf. Die Krämpfe haben gezeigt, dass meine Muskulatur nicht vollständig erholt war vom harten Training am Dienstag und Mittwoch. Aber im Moment steht die Vorbereitung auf den Höhepunkt in Embrun im Vordergrund. Es folgen jetzt die langen Einheiten auf dem Rad mit 5-6 h und 2,5 h Läufe.


http://www.citytriathlon-heilbronn.de/website/



Freitag, 25. Mai 2012

Horlacher hängt die Verfolger schnell ab

Triathlon in Rheinfelden

Endlich wieder einmal ein Sieg bei einem Triathlon! Wenn keine Profis am Start sind, kann ich noch gewinnen.
Hier ein Link zum Bericht der Badischen Zeitung:
http://www.badische-zeitung.de/triathlon-2/horlacher-haengt-die-verfolger-schnell-ab--59674927.html

Hier der Link zur Veranstalter Homepage:
http://www.sparkassen-triathlon.eu/

Bilder gibt es in der Galerie

So war's:

Am morgen musste ich schon sehr früh aufstehen um den Start um 8:15 mit direkter Anfahrt von Dielheim zu erreichen. Es war in etwa so wie vor einem Ironman nur, dass dazwischen 2 h 15 min Fahrt nach Rheinfelden lagen. Im Auto habe ich dann gefrühstückt und es gemütlich laufen lassen. Am Startort angekommen blieb nur wenig Zeit die Startunterlagen zu holen und das Rad und die Schuhe in die Wechslezone zu stellen. Der Schwimmstart war etwas weiter weg von der Wechselzone am Rhein. Ich machte mich noch kurz warm vor dem Bus und dann stieg ich ein zur Fahrt zum Start. Am Rhein prüfte ich die Wassertemperatur und konnte sofort sagen, dass das Aufwärmen heute komplett an Land stattfinden wird. Als es endlich losging froren mir gleich ordentlich die Gesichtsmuskeln ein, so kalt war es. Das Wasser im Rhein war aber schön sauber und frisch. Gleich am Start war ich vorne und reihte mich als zweiter ein. Ich war mir nicht sicher, ob ich überhaupt richtig schwimme, da ich es gar nicht gewohnt bin an der Spitze des Feldes zu schwimmen. Als mein Vordermann oder war es eine Vorderfrau etwas vom Kurs abkam, zog ich es vor mitten im Fluss zu schwimmen, wo die Strömung am stärksten ist. Und schon war ich allein in Führung. Wohl eher durch die starke Strömung bedingt als durch meine eigene Anstrengung. Bis zum Ende blieb ich in Führung nur beim Ausstieg hatte ich die Strömung unterschätzt. Ich traf zwar den Punkt genau, aber es war schwierig bei der starken Strömung aus dem Wasser zu kommen. Meine Schwimmzeit war sensationell 12 min für 1,2 km. Nach dem Ausstieg kam ein langer Weg zur Wechselzone, bei dem ich wahrscheinlich mehr Zeit gutgemacht habe als beim Schwimmen selbst, denn beim Austieg habe ich aus den Augenwinkeln noch ein paar Konkurrenten gesehen. In der Wechselzone war niemand mehr weit und breit.
Der Ausgang der Wechselzone war noch verschlossen. Offenbar hatte noch niemand mit mir gerechnet. Durch lautes Fragen nach der Richtung wurden die Helfer, dann doch auf mich aufmerksam und ließen mich auf die Strecke. Auf dem Rad hatte ich den großen Komfort eines Führungsmotorrads. Also keine Zweifel wo es langgeht, immer nur dem Motorrad hinterher. Solange das richtig fährt bin ich auch auf der richtigen Strecke. Obwohl es gab da mal einen Triathlon in Schopfheim, da hat mich das Führungsmotorrad falsch geleitet und ich musste den verpassten Streckenabschnitt später nachholen. Es war wieder ein erhebendes Gefühl einen Triathlon anzuführen und deshalb gab ich auf dem Rad richtig Gas. Eine Staffel kam auf der langen Abfahrt in der zweiten Runde noch einmal an mich ran. Auf dem folgenden Steilstück konnte ich aber wieder einen deutlichen Vorsprung herausfahren.

Viermal musste ein 20 km langer Rundkurs durchfahren werden. Der Veranstalter hatte es geschafft eine dreispurige große Straße vollständig für den Verkehr zu sperren. Das verdient Respekt. Es gab einen sehr steilen Anstieg, danach kam ein langer gleichmäßiger Anstieg mit weniger Steigungsprozenten. Die gleiche Strecke ging es auch wieder zurück. Auf der gesamten Strecke musste ich ständig treten, weil die Abfahrt nicht so schnell war. Das machte die Strecke richtig hart. Es gab keinen Meter an dem man die Beine hängen lassen konnte. Am Wendepunkt konnte ich den Abstand zu den Gegnern kontrollieren. Er wuchs von Runde zu Runde ständig an. Ich blieb aber immer auf Druck und hielt das Tempo hoch. Kein Risiko eingehen. Es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren und schon ist man seinen Vorteil los. Beim Laufen habe ich zwar niemanden zu fürchten aber man weiß ja nie. Im Nachhinein hat sich diese Taktik bewährt, denn der zweite ist mit 1:12 ziemlich schnell gerannt.
Bei der Verpflegung habe ich zum ersten mal in einem Wettkampf gleich alle Gels in die Flasche mit dem Sponsor Competition gemischt. Das ist dann zwar etwas dicker, aber es gibt keine Probleme mit dem Aufreissen der Gels und mit Müll auf der Strecke. Zur Verdünnung brauchte ich an diesem Tag nichts, da es morgens noch relativ kühl war, sonst hätte ich einfach Wasser an einer Verpflegungstelle genommen. Die zweite Flasche war normales Sponsor Competition.
Bis zum 2. Wechsel hatte ich einen schönen Vorsprung herausgefahren. Ich war immer noch am zweifeln, das kann doch nicht sein, dass ich soweit in Führung liege. Ich war halt schon lange nicht mehr bei kleineren Wettkämpfen am Start. Immer nur Ironman oder Challenge mit einer Menge Profis, da war ich mir meiner Stärke auf regionaler Ebene gar nicht mehr bewusst.
Beim Laufen ging es dann die ersten 10 km noch richtig gut und flüssig. Danach wurde es ein bißchen härter. Wenn man allein auf dem Rad vorneweg fährt, verausgabt man sich doch mehr als in einer Gruppe, bei der man immer mal wieder das Tempo rausnehmen muss um nicht in den Windschatten des Vordermannes zu geraten.
 Auf der Strecke nahm ich an jeder Verpflegungstelle immer wieder Gel aus der Flasche und Wasser dazu. Kein Isogetränk.


Diese Kombination ist für mich ideal. Auf den vier Laufrunden war es schwierig den Überblick über die Verfolger zu behalten, da nun auch die Kurztriathleten auf derselben Strecke waren. Bei ein paar Konkurrenten merkte ich mir, wo ich sie auf der Runde getroffen hatte. Keiner kam näher bis auf einen, der wie ein Staffelläufer aussah und mächtig Dampf machte. Wie sich später herausstellte, war das der spätere zweite. Er hatte aber schon nach dem Radfahren einen uneinholbaren Rückstand auf mich. Auf der zweiten Hälfte musste ich ein bißchen leiden, weil meine Schuhe zu eng gebunden waren und dadurch ziemliche Schmerzen im Fuß auftraten. Aber solange mich keine gefährdete, lief ich mein kosntantes Tempo, oder eher mein konstant abbauendes Tempo? Aber um solche Fehler für die Zukunft auszuschließen, dafür sind solche frühen Rennen ja da. Mit meinen 1:18 auf die 20 km war ich nicht ganz zufrieden. In Maxdorf war ich schon mal 1:13 gelaufen. Die Strecke in Rheinfelden ist aber schwieriger und hat ein paar Steigungen und eine fieße Treppe. Aber wenn man gewinnt ist das alles nicht so wichtig. Das war mal wieder eine schöne Bestätigung meiner Leistung und hat mich richtig motiviert. Ich sollte in Zukunft auch ein paar regionale Wettkämpfe in mein Programm einstreuen, dann kann ich auch triumphieren.
Mal schauen wie sich die Leistungen nun im Vergleich zu den Topstars in Heilbronn beim nächsten Wettkampf einordnen lassen.
Schwimmen: Meine Trainingszeiten sind etwas besser wie im Vorjahr, vor allem über 200 m bin ich schneller geworden. Das hilft sicher beim Start um in eine schnelle Gruppe zu kommen.
Radfahren: Hier ist die Leistung schwer einzuschätzen, da es keinen direkten Vergleich gibt. Ich bin aber mehr Berge mit dem normalen Rennrad gefahren in Vorbereitung auf Embrun. Ob das wirklich was bringt bleibt abzuwarten. Es macht jedenfalls viel Spaß so wie früher die Berge hoch und runter zu heizen. Das geht mit dem normalen Rennrad doch viel besser als mit dem TT-Bike. Ich kannte das Gefühl ja gar nicht mehr, weil ich für mehr als 6 Jahre gar kein Rennrad neben meiner Zeitfahrmaschen hatte.
Laufen: Die Form ist wie immer. Es ist auch schwer da noch was rauszuholen. Im Wettkampf hatte ich doch mit einem Schnitt von 3:40 min / km  gerechnet. Letztendlich sind es 3:50 min / km geworden. Wahrscheinlich habe ich zuviel in das Radfahren allein an der Spitze investiert. Mit etwas mehr Zurückhaltung und einer Gruppe wäre die 3:40 vielleicht möglich gewesen.
Insgesamt bin ich mit meiner Leistung voll zufrieden. Meine Zeit war mit 3:55 h klar unter 4 h und nur 9 min langsamer als Norman Stadler letztes Jahr. Das ist voll im Rahmen, dessen was ich optimal leisten kann.