Freitag, 17. Mai 2013

Cold Rain in K-Town

3. Platz beim TRI Pfalz Triathlon am 12. Mai 2013 in Kaiserslautern

Bei der Mitteldistanz in Kaiserslautern bin ich überraschend bis auf den dritten Gesamtrang gekommen. Der Wettkampf war von schlechtem Wetter geprägt, Regen und Kälte 8 bis 12° C.
Die ganze Woche vorher prüfte ich immer wieder den Wetterbericht aber je näher der Termin kam desto schlechter wurde die Wettervorhersage. 8° und Regen am Sonntag zum Start um 8:00 Uhr. So kalt war es lange nicht mehr bei einem Wettkampf. Ich kann mich nur an eine Deutsche Meisterschaft in Immenstadt erinnern, da hatte es Schnee bis auf 1000 m herunter, da war es noch kälter. Aber das ist schon sehr lange her.
Bei so einem Wetter packe ich immer mehrere Optionen bei der Wettkampfkleidung ein. Von ganz warm bis ganz kalt.
Diesmal kam fast die wärmste Option zum Einsatz.
Windstopper Softshell Jacke über den Einteiler und Winterhandschuhe. Untenrum wären nur noch Knielinge, Beinlinge, eine lange Hose und Überschuhe noch wärmer, die braucht man aber fast nie, da die Beine beim Radfahren und Laufen immer in Bewegung sind. Ich stellte mir die Frage: "Wie würdest du dich heute bei einer Trainingsausfahrt anziehen?" Da war das Outfit schnell gefunden. Man sieht es auch auf den Bildern in der Galerie.

  • Oben den Aerohelm, der ist wasserdicht und optimal bei Regen.
  • Am Aerohelm das Visier, dann kann keine Brille beschlagen.
  • Am Körper den Triathlonanzug.
  • unter den Triathlonanzug ein Craft Unterhemd mit kurzen Ärmeln.
  • Armlinge gleich unter den Neopren, weil das Anziehen zu lange dauert und es keinen Unterschied macht, wenn die nass oder trocken sind bei Start zum Radfahren.
  • Nach dem Schwimmen die Windstopper Softshell Winterjacke, die ist schön warm und hält Wind und Regen draußen.
  • Die Winterhandschuhe in einer Tasche der Jacke, dann kann ich sie während der Fahrt anziehen.
  • booties über die Triathlonschuhe, die verhindern Durchzug durch die löchrigen Radschuhe. Richtig warm halten sie nicht und Wasser halten sie auch nicht draußen, aber komplette Überschuhe sind schwer an - und auszuziehen und meistens wird mir über 8 ° auch zu warm.
Beim Schwimmen war der See relativ warm im Vergleich zur Lufttemperatur. Ich hatte schon die Befürchtung, dass das Schwimmen abgesagt oder verkürzt wird. Aber es ging über die volle Strecke und das war keine falsche Entscheidung. Mit Neo kann man das gut schaffen.
Für mich lief das Schwimmen zufriedenstellend. Die erste Gruppe war weg, aber die zweite Gruppe war leicht zu halten.
Mit 3 min Rückstand auf die Führenden wechselte ich auf das Rad. Mit dem Anziehen der Jacke hatte ich natürlich Zeit verplempert, aber die Zeit sollte sich noch als gute Investition erweisen.
Am Anfang des Radfahrens hielt ich mich stark zurück und folgte zwei anderen. Einer davon hatte nur einen Triathlonanzug an. Er machte schön Tempo, wohl auch um sich aufzuwärmen. Aber nach dem ersten langen Berg war mir das Tempo zu langsam und ich machte mich davon. Ab jetzt war ich mutterseelenallein auf schönen Straßen in der Pfalz unterwegs. Manchmal kam ich mir vor wie bei einem einsamen Training. Ich war mir auch nicht immer sicher, ob ich noch richtig war. Aber im Zweifel immer geradeaus. An allen großen Kreuzungen waren aber Polizisten postiert und dadurch erkannte ich, dass ich noch richtig war. Insgesamt war die Strecke absolut sicher und gut abgesperrt.

Wo es hoch geht geht es auch bald wieder runter. Diese Erkenntnis gilt auch in der Pfalz. Eine lange Abfahrt bei Kälte und Regen kann einen ganz schön fertig machen. Zum Glück hatte ich meine dicke Windstopper Jacke und die Winterhandschuhe an. Von unten war es aber eiskalt, barfuß in den Radschuhen und der dünne Triathloneinteiler sind nicht die beste Isolation.
In Kaiserslautern sah ich auch wieder jemand vor mir. Ich freute mich wie ein Schaf, das seine Herde wieder gefunden hat. doch die Freude währte nur kurz. Martin Wagner und Markus Fachbach stiegen einfach nach der ersten Runde vom Rad. Damit hatte ich zwei Plätze gewonnen. Aber ich war wieder einsam unterwegs. Daran änderte sich auch an der zweiten Runde nichts mehr. Ganz weit weg sah ich einmal Jens Kaiser vor mir. Aber dann musste ich Wasser ablassen. Das mache ich dann wie die Radprofis unter dem Fahren. Linkes Pedal ausklicken und dann ablassen. In die Hose mache ich nie. Andere machen das und spülen das mit Wasser aus der Trinkflasche nach. Leider kam keine leichte Abfahrt mehr nach Kaiserslautern und mitten in Kaiserslautern geht das auch nicht. Da sind ja Leute am Straßenrand. Irgendwann konnte ich nicht mehr warten und dann musste es eben auch bergauf gehen. Treten und pinkeln geht aber nicht gleichzeitig. Also wurde ich immer langsamer und der Fluss hörte gar nicht mehr auf, obwohl ich gar nicht viel getrunken hatte. 90 km mit ungefähr 700 ml Sponser Competion das ist sehr sparsam. Dazu zwei Liquid Energy zu 70 ml  das wars. Bei soviel Wasser von oben braucht der Körper weniger Wasser von innen.
Die zweite Runde spulte ich im Trainingsmodus herunter. Es war ja auch keiner da, mit dem ich mir ein Rennen hätte liefern können.
Ich war sehr froh endlich die Wechselzone in Kaisersalutern zu erreichen. Am Ende wurde das Wetter zwar besser aber meine Beine trotzdem immer kälter. Irgendjemand sagte mir ich sei dritter. Ok sehr gut aber, wo waren, denn die Führenden? in der Wechselzone sah ich Jens Kaiser. Ich brauchte aber eine Weile bis ich meine Klamotten ausgezogen und die Laufschuhe angezogen hatte. Gut, dass ich die elastischen Schuhbänder hatte. Alles andere wäre schwierig geworden.  Schön kontrolliert loslaufen, sagte ich mir.
Was anderes ging auch gar nicht. Meine Beine fühlten sich an wie zwei Holzpflöcke. Ich war mir nicht sicher, ob meine Füße überhaupt noch da waren. Gefühl hatte ich in ihnen keins mehr. Erst nach 4 km schien wieder ein Fuß am Bein zu sein. Jens Kaiser hatte ich schnell auf- und überholt. Immer schön unter 80 % HF max bleiben hatte ich mir vorgenommen. Das war ein Vorbereitungsrennen. Vor mir sah ich Uwe Widmann. Der war aber schon ziemlich weit weg und als ich in der zweiten Runde merkte, dass er ein bisschen schneller als ich unterwegs war, war jetzt das Ziel den Platz zu sichern. Während des Rennens dachte ich immer ich sei zweiter. Konstantin Bachor war auch auf der Strecke und lief eindeutig langsamer als ich. Aber ich konnte mir nicht erklären wo ich den überholt haben sollte. Hatte der irgendwo Pause gemacht? Am Schluss stellte sich heraus, dass er so schnell geradelt war, dass er eine halbe Runde Vorsprung auf mich hatte und souverän gewann. Ich war hinter Uwe Widmann Dritter. Auf der letzten Runde hatte ich noch ein Schockerlebnis. Fünf Kilometer vor dem Ziel überholte mich ein Athlet mit einem Affentempo. Ich konnte überhaupt nicht folgen, obwohl ich jetzt auch über 80 % ging und ein Tempo um die 3:40 anschlug.  Vielleicht wird er ja wieder langsamer war meine Hoffnung. Und wenn er dieses Tempo laufen kann, dann hat er mich verdient geschlagen. Aber wer könnte das sein. Den müsste ich doch kennen, wenn er ein Tempo wie Andreas Raelert auf 21 km rennt. Die Sorge war umsonst. Es war ein Teilnehmer auf der Kurzdistanz der Regionalliga, die parallel stattfand. Mein dritter Platz war sicher.
Sehr schön für mich, wenn die jungen Profis mir den Vortritt lassen. Dieser Wettkampf hat wieder einmal gezeigt, dass es nicht so sehr auf die absolute Power auf dem Rad ankommt sondern die Wettkampfkleidung und die Einteilung auch eine große Rolle spielen.

Obwohl ich den Wettkampf eher kontrolliert absolvierte, fühlte ich mich danach doch ziemlich kaputt durch die Kälte und den Regen. Bei der Massage zitterte ich am ganzen Körper. Zum Glück hatte ich in den After-Race Beutel viel warme Sachen eingepackt. Ich wollte noch 20 min auslaufen, aber das ging gar nicht mehr. Ich konnte nur noch einen schlurfenden Gang hinlegen. Danach tat mir die Hüfte weh. Langsames Laufen ist viel schlimmer als schnelles für die Gelenke. Wenn die Muskulatur zu müde ist, lasse ich das in Zukunft lieber ganz bleiben.

Jetzt ruhe ich mich erst mal vollständig aus und starte dann wieder mit der Vorbereitung auf Nizza. Davor mache ich noch bei der Challenge Kraichgau am 9. Juni mit, weil die gleich bei mir zu Hause um die Ecke ist und dazu noch ein sehr gut organisierte Wettkampf. Da entfällt der Anreisestress.

Und da wars noch kälter. Daran habe ich öfter gedacht.


Giro 88.
Es kann also immer noch schlimmer kommen.


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