Donnerstag, 13. Juni 2013

Frank Horlacher - Deutscher Meister - Challenge Kraichgau

Die Challenge Kraichgau war mal wieder ein Rennen so richtig nach meinem Geschmack. Ein bißchen Regen, harte Kämpfe auf dem Rad und ein kontrolliertes Laufen. Dass dabei noch ein top ten Platz und ein Deutscher Meistertitel herausspringt umso besser!
Der Tag begann mit einem Gewitter und zweimaliger Verschiebung des Starts. Für den vorgesehenen Start um 9:00 Uhr lief ich mich im strömenden Regen warm. Dann die Verschiebung auf 9:30. ok. Wieder zurück in meine Umkleidekabine am Rand des Sees. Am Handtrocknerföhn versuchte ich meine nassen Klamotten wieder zu trocknen. Denn so langsam wurde es auch kalt.
Dann wieder raus,warmlaufen für den Start um 9:30 Uhr.
Wieder verschoben auf 10:00 Uhr. Ok, wieder zurück in die Umkleidekabine. Jetzt saßen zwei junge Zuschauer und selbst Triathleten auch in der Kabine. Bis zum nächsten Start unterhielt ich mich prächtig mit ihnen. Sie waren in etwa so alt, als ich war, als ich mit Triathlon angefangen habe. Wir haben über lange Radtouren und sonstige Trainings gesprochen. Für mich kamen Erinnerungen an die Touren mit Michi und Tommi Höß und Kurt Reichmann ins Appenzell auf. Damals war ich mächtig stolz, dass ich mit den Großen mitfahren durfte. Und heute bin ich selbst ein alter Knochen und fahre am liebsten mit den jungen Radfahrern vom Rhein-Neckar Radteam. Da merkt man das Feuer und die Begeisterung für den Sport beim Kampf um Bergwertungen und Ortsschildsprints.

Um 10:00 Uhrging es dann endlich los, nach dreimaligem Aufwärmen sollte ich nun eine gute Vorbelastung haben. Den einzigen den ich bei all meinen Aufwärmläufen auch draußem im Regen gesehen habe war Boris Stein. Ein gutes Omen. So macht man es. Man verzichtet nicht aufs Aufwärmen, nur weil es stark regnet.

Am Anfang der Schwimmstrecke habe ich immer das Gefühl ich bin an der Spitze dran. Dann weiß ich auf einmal nicht mehr wo ich im Getümmel bin, und nach ein paar hundert Metern ist mir dann klar, dass die Schnellsten viel weiter vorne sind. Trotzdem lief das Schwimmen sehr gut und locker. Nach dem Wechsel aufs Rad ließ ich es auf dem flachen Stück bis Bad Schönborn richtig ruhig angehen. Immer schön unter 80 % HF max bleiben. Trotzdem überholte ich schon einige. Weiter vorne entfernten sich aber auch ein paar Fahrer etwas. Aber das machte mir zu diesem Zeitpunkt nichts aus. In den Bergen kam ich schnell näher nur nicht an Daniel Wienbreier, der machte am Berg immer mehr Tempo als ich. Erst als von hinten Joeri Van Steelant kam, folgte ich ihm und das Tempo wurde höher. Da stürzte aber Joeri genau vor mir in einer nassen Kurve in Odenheim. Ich musste stark bremsen um nicht in ihn hineinzufahren. Mein Hinterrad fing auch schon an zu Rutschen. Wie ein Speedwayfahrer ließ ich das Hinterrad in der Kurve kommen und mit ausgeklickten linkem Fuß bremste ich mit der Pedalplatte auf dem Asphalt. Danach dauerte es noch eine Weile bis ich an der Gruppe mit Dylan McNiece dran war. Durch meine Streckenkenntnis konnte ich in jeder Kurve Boden gut machen ohne Anstrengung. Bis zum Anstieg vor Odenheim blieb ich in der Gruppe hinten dran im weiten Abstand. Dann kam Joeri wieder und sofort erhöhte sich das Tempo wieder. Keiner aus der Gruppe außer Daniel und mir konnte Joeri folgen. Jetzt wurde es an den Hügeln etwas härter. Ich ging auch mal über 80 %. An der Bergwertung Schindelberg fuhr ich als dritter der kleinen Gruppe über die Zeitmessung. Jetzt musste ich nur noch oben als erster über die Matte fahren und ich war der schnellste in der Bergwertung von uns drei. Joeri fuhr schnell hoch aber mir war das Tempo nicht hoch genug und ich übernahm die Führung schon unten rein. Dort wo es steiler wird, kämpfte Joeri sich wieder an mir vorbei. Aber ich hatte noch nicht mein ganzes Pulver verschossen und bis zu oberen Matte zog ich noch einmal an. Joeri hielt aber stark dagegen, dass nur ein kurzer Sprint den entscheidenden Vorsprung brachte. So, den Weltmeister im Duathlon abgezockt, das bedeutet sicher eine gute Zeit in der Bergwertung. Die 6 Minuten über 80 % waren im Vergleich zu meinen Duellen mit meinem Bruder am Wochenende zuvor beim Mountainbiken im Schwarzwald eine Kaffeefahrt. Dort sind wir den Anstieg zur Rappenecker Hütte von Oberried ständig im Rennduell-Modus gefahren. Das war viel härter und länger.

Bis zum Radwechsel ließ ich den Profi das Tempo machen. Der wird schließlich dafür bezahlt.
Als neunter stieg ich vom Rad. Das kam auch auf Sport1 im Fernsehen. Ich lasse ab jetzt immer den Helm auf, wenn ich im TV zu sehen bin.
So wie es Daft Punk auch immer machen.

Beim Laufen ging ich es auch locker an. Oder besser gesagt, ich versuchte es locker anzugehen. 

Das gelang mir aber nur auf der ersten Runde. Daniel zog davon und ich versuchte nicht einmal dran zu bleiben. Ich wollte mich vor Nizza nicht voll verausgaben. Joeri gab wohl wegen der zu starken Schmerzen nach seinem Sturz auf. So lief ich einfach auf meinem neunten Platz die ganzen 21 km gleichmaßig herunter immer in der 80 % Zone. Am Schluß wurde es noch ein bisschen härter und die Kilometerschnittzeiten gingen hoch. Ich wollte doch am Schluß noch aufdrehen. Aber beim Blick auf dei Ergebnisliste bin ich einer der wenigen, die die letzte Runde nicht stark abgefallen sind. Jeder wurde langsamer. Sogar die top 3.
Das Ergebnis als neunter insgesamt ist sicherlich ein Highlight in meiner Karriere.

Den deutschen Meistertitel in der M45 hatte ich natürlich als Hauptziel. Als ich am Freitag vor dem Rennen durch die Startliste ging und die Profis durchzählte, dachte ich mir: "Wenn du hier 15. wirst bist du gut". Jetzt bin ich sogar neunter geworden. Natürlich habe ich wieder von Ausfällen vor mir profitiert, aber ich kann Glück auch mal gebrauchen.

Jetzt regeneriere ich erst einmal und warte bis meine Muskulatur keine Anzeichen von Schmerzen oder Zucken aufweist. Dann mache ich noch eine Einheit mit Schwimmen 2 km, Radfahren 2,5 h und Laufen 20 - 30 min im angestebten Ironmantempo und das wars auch schon wieder. Dazu jeden  Tag ein lockeres Training in der Woche davor. Dann sollte es für Nizza passen.

1 Kommentar:

  1. Ich folge deinem Blog schon seit langem. Bin immer sehr gespannt auf neue Rennberichte! Wie sieht denn die Wettkampfplanung 2014 aus. Glueckwunsch zum Heidelberg Halbmarathon. Bombige Zeit bei dem Streckenprofil!!

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