Montag, 8. Juli 2013

War Nix in Nizza


Heute kommt mal ein Post wie man es nicht machen soll. Hier der Bericht zum Ironman France in Nizza.
Das Schwimmen im Meer vor Nizza lief OK. Es war ziemlich eng am Anfang und die ersten 2,4 km konnte ich überhaupt nicht frei schwimmen. Ich kam mir vor als würde ich in einer Box schwimmen. Nach vorne kein Platz um zu beschleunigen, seitlich auch keine Möglichkeit zu überholen. Überall schwarze Neoprenwände. Es strengte mich überhaupt nicht an. Erst in der zweiten Runde nach dem Landgang konnte ich frei schwimmen. Das merkt man auch am Schnitt auf 100 m. Bei der ersten Runde war er bei 1:33 in der zweiten Runde bei 1:27. Am Ende hatte ich eine 57er Zeit. Das war OK, aber mit einem bisschen mehr Freiheit in der ersten Runde wären locker 1-2 min schneller drin gewesen.
Endlich raus aus der Waschmaschine!
Das Radfahren war richtig schön, Steile Berge und rasante Abfahrten. Das macht Spaß. die Radstrecke ist weitaus härter als ich gedacht habe. Vielleicht war ich davon etwas überrascht. Ich hatte nicht mit so langen Anstiegen gerechnet. Dennoch war mein Rad mit den flacheren Felgen und dem 11-28 Kranz gut ausgerüstet. Ich hatte noch über 11-23 nachgedacht, aber ich war über den 28 sehr froh, vor allem als die Kraft nachließ.
Für Kraichgau habe ich meine Pulskurve veröffentlicht. So mache ich es auch für den Ironman France in Nizza. Diesmal ein Beispiel wie man es nicht machen soll. An der Pulskurve sieht man deutlich, dass ich den Puls beim Radfahren bis zum letzten Berg schön konstant halten kann. Natürlich fällt er in den langen Abfahrten ab. An den steilen Bergen überschreite ich die 80 % Grenze kaum. Nach der langen Abfahrt ins Tal des Var geht der Puls im flachen zurück zur Wechselzone T2 nicht mehr in den grünen Bereich. Ein Anzeichen, dass ich da schon angenockt war, obwohl ich das Tempo zu diesem Zeitpunkt noch gut hoch halten kann. Das liegt wohl auch daran, dass ich bei der Verpflegung meine selbst gesteckten Vorgaben nicht eingehalten habe. Ich wollte 4 Flaschen Sponser Competition trinken. Ich habe aber nur 3 geschafft. Bergauf war ich zu angestrengt und bergab zu konzentriert auf die Kurven, obwohl ich von der Aeroflasche auch locker trinken kann ohne die Hände vom Lenker zu nehmen.
Still going strong in the mountains
Ich schaffte auch nicht meine 5 Sponser Gels sondern nur 4. Also hatte ich schon beim Start zum Laufen ein kleines Defizit. Das vergrößerte sich noch als ich meinte, ich müsste meine 2 Gels im special needs bag erst auf der dritten Runde nehmen. Das war ein fataler Irrtum die ganze zweite Runde ohne ein Gel zu rennen. Das hat mir das Genick gebrochen. In der dritten Runde halfen auch die zwei Gels nichts mehr. Ich war KO. Bis km 15 lief das Rennen noch optimal, mit Zielzeit im Marathon unter 3 Stunden. Doch von da an ging's bergab, wie man auch am Pulsdiagramm eindeutig sehen kann. Der Puls geht zum Endspurt ein wenig nach oben. Da war aber alles schon zu spät.
Hier sieht das Laufen gar nicht so schlecht aus.

Dennoch hat der Wettkampf über zum größten Teil Spaß gemacht. Bis km 20 beim Marathon war ich voll im Soll. Nur danach musste ich leiden. Immerhin ein Fortschritt gegenüber Embrun letztes Jahr, dort musste ich aufgeben. Dieses Mal bin ich bis ins Ziel gekommen. Und wenn ich sehe, wie die Jungs in Frankfurt eingegangen sind, so kommt das auch bei Weltmeistern und Profis vor. Vielleicht sollte ich mal mein eigenes Blog öfters lesen. In Kopenhagen habe ich auch zu wenig Gels auf der Laufstrecke genommen. Nur mit dem Unterschied, dass ich dort die 3 Gels am Anfang genommen habe. Das hat in Kopenhagen noch zu einem 2:56er Marathon gereicht. In Nizza habe ich ein Gel nach 5 Kilometern geschluckt und dann erst bei km 25 oder 30 wieder, da war nichts mehr zu machen.
Dieser Fehler sollte sich nun ins Gedächtnis eingebrannt haben. You only learn the hard way. Das schöne am Ironman ist auch, dass er so unkontrollierbar ist. Jeder Wettkampf ist anders, jedesmal muss man sich neu auf andere Bedingungen einstellen. Das gehört einfach dazu. Jetzt möchte ich natürlich alles besser machen. Aber das geht nicht so schnell. Geduld, Geduld. Ich muss mich erst einmal für Hawaii qualifizieren. Mein Training sollte stimmen, da ja fast alles geklappt hat. Ein bisschen besser einteilen und die Ernährung nicht vergessen, dann sollte es auch auf Hawaii wieder besser laufen.


Kein Grund verbissen über die Ziellinie zu laufen, auch wenn es nicht so klappt.

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