Dienstag, 4. November 2014

Europameister 2014 Mitteldistanz



Souveräner Sieg in der Klasse M45

Mitteldistanz Europameisterschaften auf Mallorca

Heute nur ein kurzer post
Schwimmen im Meer, wunderbar

Schwimmen 

Ich bin in der 2. Gruppe mit Sichtkontakt zur Spitze, ein gutes Gefühl! Das Wasser ist auch warm und Schwimmen ohne Neo im Meer ist doch super, ohne Hilfsmittel nur im Trianzug. So sollte es immer sein.
Schon beim Schwimmen bin ich bei den alten (>40) ziemlich weit vorne.


Schöne Radstrecke Richtung Tramuntana

Zuerst dachte ich die Strecke wäre flach. Nach 90 km nicht mehr.

Radfahren 

Radfahren auf Mallorca ist so wirklich so schön wie oft beschrieben. Nach der Ausschreibung dachte ich das Rennen wäre flach. Am Ende der Strecke war ich eines besseren belehrt. Außerdem war ich ständig am überholen von anderen Sportlern aus vorherigen Startgruppen. Diese bissen sich immer wieder an mir fest oder überholten mich an ungünstigen Stellen wieder, als ich meinen Puls niedrig halten wollte. Dadurch musste ich einige Male über meine festgelegte Pulsgrenze gehen um nicht im Windschatten zu bleiben oder die Lutscher endgültig abzuhängen.

Ziemlich heiß heute
endlich im Ziel

Laufen

Das Laufen war richtig hart. Erstens weil die Strecke so unrythmisch zu laufen war, mit Treppenstufen, Wendepunkten und steilen Bergab- und Bergaufpassagen. Dazu eine Mischung aus Asphalt und Pflastersteinen in jeder Variation. Die ersten  zwei Runden gingen noch sehr gut, obwohl ich schon die Hitze und die Anstrengung vom Radfahren spürte. Ich konnte den Abstand zu Fabian Rahn (dem besten Deutschen) ziemlich konstant halten. Doch dann hatte ich eine kleine Krise. Die dritte und vierte Runde war dann nur noch ein Kampf und ich wurde ein paar mal überholt. Trotzdem machte es noch richtig Spaß, weil es relativ viele Zuschauer gab, die mich anfeuerten. Ich glaube die Touristen haben sich richtig gefreut, dass mal was los ist in Paguera. Durch die Nationaltrikots mit Namen und Nation drauf feuerten die Deutschen Touristen uns an und die Briten ihre Sportler. So kam ein bisschen Länderspielstimmung auf. Nebenbei liefen in den Bars die Übertragungen der Bundesliga. Wenn die Fans nicht zum Triathlon kommen, so kommt der Triathlon einfach zu ihnen.

Höhenprofil mit Herzfrequenz (rot), Geschwindigkeit blau und Temperatur (32° C)
Dieses Mal wieder ein Herzfrequenzdiagramm.
Auf der Radstrecke bin ich aggressiv gefahren und auch manchmal über 80% HFmax. Das hat mich wohl eine bessere Laufzeit gekostet. Beim Laufen bin ich konstant über 80%. Das liegt wohl an der Hitze. Am Schluss geht der Puls sogar noch mal nach oben. Ich habe also nicht überzogen und gut eingeteilt. Trotzdem geht die Laufgeschwindigkeit stark zurück (nicht dargestellt). Es war einfach sehr heiß. Selbst die Besten konnten auf der eckigen und hügeligen Strecke nicht unter 1:20 laufen. Ab der 3. Runde konnte ich mein Tempo nicht mehr halten. An der Strecke gab es nur Pepsi light und Iso. Das hat nicht genügend Brennstoff. Und ein Gel von Veranstalter hat mir nicht geschmeckt. Ich habe nur ein eigenes Gel von Sponser dabei gehabt, weil der Skinfit Anzug keine Taschen hat. Nächstes Mal muss ich wieder 2 mitnehmen. Trotzdem hat das Rennen richtig Spaß gemacht. Es war ein würdiger Saisonabschluss auf Malle. Jetzt arbeite ich erst einmal an meiner Regeneration und an meinem Winterspeck für die nächsten 4 Wochen, das heißt kein Training oder nur ganz wenig.

Montag, 29. September 2014

8. Platz gesamt und Deutscher Vizemeister TM 40 beim Kraichgauman Deutsche Meisterschaft im Cross Duathlon


Kurzer Ausflug ins Gelände

Beim Kraichgauman machte ich einen kurzen Ausflug in Gelände, weil ich dabei die Deutsche Meisterschaft im Cross Duathlon in nächster Nähe mitmachen konnte. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal mit dem MTB unterwegs war. Aber egal das geht immer und macht Spaß.
Ich konnte mit dem MTB zum Start hin und wieder zurück fahren. 
Bei dem harten Wettkampf konnte ich mich als Achter gesamt und Zweiter in der TM 40 platzieren. Meine Laufform war ganz ordentlich. Beim ersten Lauf hielt ich mich zurück und beim beim zweiten Lauf lief ich all out. Das bedeutete zweimal die 6. beste Laufzeit. 
Ich war aber schon ganz schön fertig am Schluß. Das Radfahren war hart, weil die Strecke nicht schwierig war bis auf die Tongrube. Bei einer relativ flachen Strecke muss man aber immer arbeiten , wenn es keine Abfahrten zum Erholen gibt.
In der Tongrube war es am besten, aber ich war technisch nicht in Topform, weil ich solange nicht MTB gefahren bin.
Nach dem Wettkampf dauerte es bei der Dopingkontrolle etwas länger, da es doch recht heiß war und bei vollem Tempo ist es schwierig im Gelände zu trinken.





Hier gibt es einen kleinen Clip in der Landesschau. Bei 00:12 bin ich zu sehen.

Donnerstag, 18. September 2014

Kurz und schmerzhaft

Lion Team Challenge

Kurzer Wettkampf - kurzer post

Eigentlich wollte ich den Wettkampf als schnelles Training durchführen. Aber nachdem mir die Schwimmstrecke von 380 m offensichtlich zu kurz war und ich dummerweise 100 m zu viel geschwommen bin und dazu noch eine gefühlte Ewigkeit gebraucht habe meinen Neo auszuziehen, musste ich eine Aufholjagd auf dem Rad und beim Laufen starten. Das war alles andere als ein schnelles Training, das war so schnell wie ich schon seit Jahren nicht mehr gerast bin. Aber es hat so richtig Spaß gemacht. Deshalb mache ich nächstes Jahr mehr davon. Ich bin scheinbar immer noch erstaunlich schnell, trotz des ganzen Langdistanztrainings.


Beim Schwimmen versuche ich in dritter Position dem Höllentempo von Max und Simon zu folgen. Dabei gehe ich so blau, dass ich die Bahnen nicht mehr zählen kann und 100 m zu viel schwimme.

Hier brauche ich eine gefühlte Ewigkeit meinen Neopren auszuziehen. Das linke Bein hat sich im Timing Chip verwickelt. 

Im 40er-Schnitt über die Felder als ich gerade eine Gruppe sprenge. Nur einer kann den Windschatten halten.

Laufbestzeit über 4,2 km. Das war nicht mehr locker.
Danke an die Fotografen: Eva Herms, Uli Rockert und Markus Schoch!

Dienstag, 26. August 2014

Dritter in Malterdingen

Nach 24 Jahren immer noch top in Baden-Württemberg

Dritter Platz insgesamt bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften über die Triathlon Mitteldistanz in Malterdingen

Führung bis km 14 beim Laufen

Bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften über die Mitteldistanz hatte ich mal wieder ein grandioses Rennen. Teilweise war ich sogar in Führung. Der Sieg wäre sogar möglich gewesen. 
Beim Schwimmen lag ich nicht weit hinter den Führenden. Allerdings hatte ich eine bessere Zeit über die 2 km erwartet. Mit 29:03 bin ich eine 14:30 über 1000 m geschwommen. Das ist im Vergleich zu meinen Trainingsergebnissen ziemlich langsam. Im Training am Mittwoch vor dem Wettkampf bin im 50 m Becken mit Neo noch locker zweimal hintereinander 6:40 auf 500 m geschwommen. Das ist eine 13:20 auf 1000 m. Aber irgendwie bekomme ich die Power beim Wettkampf noch nicht auf die Straße. Außerdem war ich im Wasser fast so blind wie ein Maulwurf.
Gegen die Sonne konnte ich überhaupt nichts sehen. Ich wartete sehnsüchtig auf einen Überholer, dem ich nachschwimmen konnte, nachdem ich die Spitzengruppe nicht schaffte. Durch einen schnellen Wechsel konnte ich aber wieder aufholen.

Beim Rad ließ ich es auf dem ersten 7 km richtig locker angehen. Am Anfang fährt eh jeder zu schnell los. Das wichtigste ist dort sich erst einmal an das Radfahren zu gewöhnen und zu trinken. Und schön immer im fairen Abstand von 10 m bleiben. 
Am ersten längeren Anstieg kam dann auch Thomas Heuschmidt von hinten angerauscht. Dieses Mal ging ich mit. Ich fühlte mich besser als in Heidelberg, wo ich ihn noch ziehen lassen musste. Und siehe da es ging ganz gut. Am Berg hielt ich mit und in der Abfahrt war ich eindeutig stärker.
Ich kannte die Strecke ja seit 24 Jahren. Da weiß man, wo man nicht zu bremsen braucht. Vor 3 Wochen war ich die Strecke einmal abgefahren und hatte in der Abfahrt vom Kirnhalden schon 93 km/h erreicht ohne voll reinzuhalten. Ich ließ Thomas noch sein Tempo bis zur nächsten Abfahrt fahren, dann setze ich mich in der technisch schwierigen Abfahrt Richtung Kenzingen durch die Weinberge von ihm ab. Ich war ganz erstauunt, dass er plötzlich nicht mehr da war. So musste ich mich allein auf die Verfolgung des Führenden machen.  Irgendjemand an der Strecke sagte mir ich wäre zweiter mit 2,5 min Rückstand auf den ersten. Ich suchte immer wieder das Führungsfahrzeug. Aber es tauchte einfach nicht auf. In der zweiten Runde kam dann von hinten doch noch der Vorjahressieger, der das Tempo zuvor nicht mitgegangen war. In der dritten Runde nach der Abfahrt war er aber auch weg. Und da war er endlich, der weiße Porsche, das Führungsfahrzeug. Durch das Gewusel auf der Runde mit den Jedermännern konnte ich gar nicht erkennen, wer der Führende gewesen war. Nun war ich es. Ein unglaubliches Gefühl, das ich noch nicht so oft in meiner Karriere hatte. Ich hätte nicht geglaubt, dass ich das noch einmal schaffen kann.
Bis zum Wechsel konnte ich die Führung halten. Als ich nach einem schnellen Wechsel auf die Laufstrecke ging hörte ich Achim Seiter den Sprecher sagen: Thomas Heuschmidt kommt zum Wechsel. Der Vorsprung schien komfortabel. So lief ich die erste Runde in  meinem schnellsten lockeren Tempo und immer noch nichts kam von hinten.
Ich begann mich schon über einen Sieg zu freuen. Aber "it ain't over til it's over". Nie die Konzentraton verlieren! Nach der ersten Runde hatte ich immer noch Vorsprung aber jetzt wurde es doch härter. Und plötzlich war Thomas  Heuschmidt am Ende des langen Anstiegs an mir dran. Ich versuchte noch dran zu bleiben aber das Tempo brachte mich aus meiner Komfortzone. Meine Oberschenkel taten weh, und wenn ich weiter so rennen würde, würde der totale Zusammenbruch kommen. Also musste ich die Führung abgeben. Kurz danach kam auch noch Thomas Rösch der spätere Sieger. Er hatte einen noch schnelleren Schritt drauf. Da konnte ich nach meinem vorherigen Kampf überhaupt nicht mitgehen. Zum Glück ging es dann fast nur noch bergab und ich konnte wieder in meinem Tempo bis ins Ziel laufen und den Zieleinlauf so richtig genießen vor allem, weil diesmal meine ganze Familie dort wartete. Was ein Unterschied zu meinem ersten Start vor 24 Jahren als ich noch ein einsamer Wolf war. Erfolge sind so viel schöner, wenn man sie teilen kann. 

Dienstag, 29. Juli 2014

Endlich wieder Heidelbergman

Das Beste liegt so nah... 

Der Heidelbergman hat wieder gezeigt, warum ich diesen Sport nach über 30 Jahren immer noch so gerne mag: eine anspruchsvolle Strecke, harte Konkurrenz und vor allem begeisterte Zuschauer. So viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr bei einem Wettkampf. Vor lauter Ironman und Langstrecke habe ich vergessen, wie schön doch auch eine Kurzstrecke vor der Haustüre sein kann. In Zukunft werde ich das wieder öfter machen.
Drei Wochen nach dem Ironman in Frankfurt war ich natürlich nicht optimal vorbereitet auf eine Kurzstrecke, aber jetzt habe ich so viel trainiert, das wird auch noch für die Strecke in Heidelberg reichen.
Beim Schwimmen war ich so dicht an der Spitze wie schon lange nicht mehr; nur 2 min Rückstand und dabei war ich nicht mal auf top speed Niveau.
Das Beste aber war diesmal das Radfahren. Ich glaube ich war noch nie so schnell wie dieses Mal. Ich konnte die Berge so richtig hochjagen. Klar die Anderen sind auch nicht schlecht, aber ich konnte mit jedem mithalten bis auf die Abfahrt. Zwischendurch musste ich ein paar Konkurrenten zur Fairness ermahnen. Wenn Windschattenfahren verboten ist, dann gilt das auch wenn kein Wettkampfrichter in der Nähe ist. Nach meiner Ermahnung fielen die Betrüger aus dem Windschatten und schnell zurück.
Beim Laufen musste ich meine Kräfte klug einteilen. Mit nur 2 Laufeinheiten nach Frankfurt in den letzten 3 Wochen konnte ich keine gute Zeit erwarten. Der Schlüssel zu einer guten Zeit in Heidelberg ist, sich beim Bergauflaufen nicht zu stark zu verausgaben. Wenn es nach der Wende wieder bergab geht, sollte man immer noch Power für das Bergablaufen haben. Mit Max lieferte ich mir ein packendes Duell.
Ich dachte immer ich wäre der beste Bergabläufer. Aber Max war noch viel schneller. Doch am Ende entschied die Gleichmäßigkeit. Ich konnte sogar noch ein paar Läufer überholen. So kam ich als 19. nach dem Radfahren noch bis auf den 14. Platz vor. Natürlich wäre ich mit einer speziellen Vorbereitung bestimmt 2 min schneller gelaufen. Meine Wechsel waren auch miserabel. Aber es hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht. Nächstes Jahr sollte ich unbedingt wieder kommen. Ich muss meine Saisonplanung wieder mehr auf lokale Rennen und Mitteldistanzen ausrichten, weniger Ironman. Das liegt mir viel besser. Außerdem sollte ich öfter mit meinem Verein SV Nikar Heidelberg an Wettkämpfen teilnehmen. Wir haben dort wirklich eine tolle Gemeinschaft. Danke an alle, vor allem an Ines, Janosch und Benja.

Mittwoch, 9. Juli 2014

IRONMAN EUROPEAN CHAMPIONSHIP FRANKFURT

Bis km 20 im Marathon super stark

Das Positive zuerst. Ich war mal wieder richtig dran am Geschehen. Beim Schwimmen bin ich locker mitgeschwommen. Beim Radfahren habe ich mich kontinuierlich nach vorne geschraubt und die ersten 20 km beim Marathon waren easy. Soweit so gut. Die letzten 20 km auf dem Marathon haben mir mein Ergebnis ein bisschen verhagelt.
Das Schwimmen musste ich bewusst locker gestalten, weil meine Waden irgendwie in  den letzten Wochen immer mehr nervöse Zuckungen von sich gegeben haben. Wahrscheinlich habe ich sie mal wieder überlastet. Also musste ich um jeden Preis Wadenkrämpfe beim Schwimmen vermeiden. Der Preis war praktisch kein Beinschlag und Trainingstempo. Zum Glück ist mein Trainingstempo zur Zeit so hoch, dass immer noch eine 55er Zeit rauskommt. Insgeheim hatte ich mit einer Zeit von 52 min gerechnet. Unter diesen Umständen war das nicht mehr möglich. Mein Ziel war zwischen 56 und 52 min. Das Schwimmen war auch vom Verkehrsaufkommen in meiner Region sehr entspannt. Kein Geprügel und Gerangel. Die erste Startgruppe mit 400 Athleten hat sich bewährt.
Einmal auf dem Rad fühlte ich mich richtig gut und so ging es dann zuerst die flachen Abschnitte nach und durch Frankfurt. Ich ließ viele Radfahrer hinter mir. Überholen ließ ich mich auch ohne große Gegenwehr. Am Anfang hat jeder noch Kraft. Spätestens am ersten Berg sortiert sich das Feld. Nur ein gewisser Ex-Doper schoss mit einer großen Geschwindigkeitsdifferenz an mir vorbei. Alle anderen blieben immer in Reichweite. So ließ ich mich über die erste Runde treiben. Wir sammelten immer mehr Profi Frauen ein. Es ist schon ein Jammer, dass es immer wieder Kollegen gibt, die das Rennen der Profifrauen beeinflussen. Die Machos verkraften es einfach nicht, dass sie von Frauen überholt werden. Sofort setzen sie sich dann wieder vor die Frauen. Das nervt mich schon beim Zuschauen. Stellt euch vor ihr habt gerade einen langsameren Typ überholt und der überholt euch sofort wieder und setzt sein Rad genau wieder vor eures. Ihr müsst euch wohl oder übel wieder zurückfallen lassen und wieder überholen. Das passiert den Frauen ständig. Ich ließ mich auf solche Spielchen nicht ein. Wenn ich die Gruppe nicht überholen kann, fahre ich in korrektem Abstand hinterher und warte bis einer ein Lücke lässt. Dann überhole ich. Nur wenn ich genau weiß, dass die anderen alle langsamer sind, wie am Hühnerberg oder in Bad Vilbel, gehe ich am Berg ganz nach vorne. Doch das machte ich diesmal erst in der zweiten Runde. Da kann man dann den Abstand herstellen. Das Radfahren lief wirklich phänomenal. 
Am meisten Spaß machte das Kopfsteinpflaster. Dort zog ich locker an allen vorbei. Die Di2 Shifter am Lenker sind einfach genial. Wenn es zu hart wird kann man bei voller Last auf Kopfsteinpflaster einfach Hochschalten. Das neue Canyon ist bretthart und viel steifer als mein altes Felt. Zuerst denkt man das wäre ein Nachteil auf Kopfsteinpflaster. Tatsächlich ist es aber ein Vorteil, weil es viel ruhiger über die Unebenheiten wegbügelt.  Auf der Rüttelpiste verlor ich meine Trinkflasche mit Sponser Competition. Also nahm ich gleich eine Flasche Wasser danach auf. Diese wollte ich dann an der nächsten Verpflegung gegen ein Isogetränk des Veranstalters wechseln. Doch was mache ich? Ich werfe meine mit 6 Sponser Gels gefüllte Flasche weg und greife eine Flasche Iso. Äh?!! So war das nicht geplant. So jetzt habe ich Wasser und Iso, aber keine Gels mehr.  Für solche Fälle braucht man immer einen Plan B. Ich musste also von nun an die Gels des Veranstalters nehmen. Zum Glück hatte ich mit denen schon bei langen Trainings Erfahrungen gesammelt und war daher auf den gewöhnungsbedürftigen Geschmack vorbereitet. Und siehe da: Plan B funktionierte perfekt. Bei jeder Verpflegung ein Gel, dazu Wasser und Iso nach Lust und Laune. Bei km 150 fühlte ich mich noch stark wie bei meinen besten Rennen. Ich ließ eine große Gruppe einfach stehen und überholte den späteren Zehntplatzierten. Der spanische Profi war mir bei den leichten Anstiegen einfach zu langsam. Bei den Bergabpassagen im Gegenwind kam er dann aber wieder. Ich ließ im also den Vortritt. Er ist ja der Profi. So rollte ich richtig motiviert nach Frankfurt zum 2. Wechsel. 
Während des gesamten Radfahrens hatte ich nur 2 Fahrer ziehen lassen müssen. Einer davon war der Ex-Doper. Das war wie früher in Roth bei meiner Bestzeit oder in Kopenhagen.
Zuversichtlich startete ich den Marathon. Erst mal ganz easy loslaufen und dann die letzten 12 km richtig auf Wettkampf machen. Das war mein Plan. Der spanische Profi und ein anderer Age-Grouper zogen schnell davon. Aber das kümmerte mich nicht. Das Rennen ist noch lang und wie gesagt die letzten 12 km sind entscheidend. An den Wendepunkten konnte ich die führende Frau sehen. Ich holte zwar nicht besonders auf aber auch die anderen schnellen Frauen holten auf mich nicht auf. Da die schnellsten Frauen immer um die 3 Stunden laufen, war das Tempo genau richtig. Ich hatte wie in Obernai keine Uhr und keinen Pulsmesser an. Nur nach Gefühl und Spaß wollte ich laufen. So ging das bis km 20 richtig gut. Ich nahm Gel und Wasser auf und fühlte mich gut. Doch dann signalisierte mir mein Magen, dass es genug war mit dem Gel. Es ging nichts mehr rein. Vier Gels a 70 g sollten genügen für einen Marathon für mich mit 62 kg. Ich wartete vergeblich auf meine zweite Luft. Ich fühlte mich so richtig machtlos. Es ging nichts mehr. Ich hatte nicht den Eindruck, dass es diesmal ein Energiedefizit war. Diesmal war ich einfach nur erschöpft. Ich hatte auch keine Krämpfe, was ich befürchtet hatte, nachdem meine Waden schon die ganze Woche vorher zuckten. So kam von hinten die spätere Siegerin Corinne Abraham und nach und nach auch meine AK Kollegen. Ich hatte überhaupt keine Kraft mehr irgendjemand zu folgen. Ab km 25 musste ich auf Survival Mode umschalten. Das war bitter. Offensichtlich ging es Frodo ähnlich. Ich konnte ihn sogar in einer Verpflegungsstation wieder überholen, obwohl ich schon in der langsamsten shuffle Gangart war. Nur Frodo konnte nach der Station wieder schneller laufen. Das klappte bei mir nicht mehr.
Fazit: Mit dem Ergebnis kann ich trotzdem zufrieden sein. Schwimmen locker und schnell. Radfahren genial wie zu meinen besten Zeiten. Schlecht gelaufen und dennoch 6. in der Alterklasse. Für Hawaii hätte ich mich locker qualifiziert. Aber nach dem Lauf hatte ich für mich entschieden, dass ich mich dieses Jahr nicht mehr über einen Ironman quälen will. Die letzten 20 km haben keinen Spaß mehr gemacht. Gegenüber den letzten drei vorherigen Ironmanwettkämpfen, war das schon ein großer Fortschritt. Jetzt schaffe ich es schon bis km 20 beim Marathon ordentlich. Beim nächsten klappt's vielleicht mal wieder bis zum Schluß.
So jetzt gebe ich meinem Körper die notwendige Regeneration. Das ist vielleicht, das einzige was ich in meiner Vorbereitung dieses mal falsch gemacht habe. Dieses Mal wollte ich unbedingt mehr Radfahren und laufen als letztes Jahr, wo ich den Minimalansatz gefahren bin. Irgendwo zwischen den beiden Polen liegt wohl die goldene Mitte.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Zurück zur Natur und 1. Veteran beim TRIATHLON INTERNATIONAL D’OBERNAI

1. Veteran beim TRIATHLON INTERNATIONAL D’OBERNAI

4. Platz Gesamtwertung über die Mitteldistanz in Frankreich

So, jetzt zähle ich schon zu den Veteranen, wenn es nach dem französischen Sprachgebrauch für ältere Sportler geht. Mir war das Wort eher für alte Soldaten aus dem 2. Weltkrieg oder Oldtimer Schlepper geläufig. Trotzdem läuft der alte Traktor noch bis auf Platz 4 im Gesamtklassement bei der Mitteldistanz im französischen Obernai. Mit meinem Rennen ist mir mal wieder ein sehr guter Wettkampf gelungen. Genau richtig an der Grenze zwischen Anstrengung und Spaß. So sollte doch jeder Wettkampf sein. Nicht zu hart, aber am Ende sollte man das Gefühl haben, dass es schneller nicht mehr gegangen wäre.Schon auf der Hinfahrt hatte ich das Gefühl, dass mein Pulsmessergurt mich heute einengt. Also legte ich ihn vor dem Start ab. Wenn ich keinen Puls unterwegs messen kann, dann kann ich auch meine Uhr weglassen. Am neuen Rad habe ich auch keinen Tacho mehr sondern der Tacho ist in der Polar Pulsuhr drin. Damit ging ich ganz ohne technische Kontrolle ins Rennen. Und ich habe es genossen. Endlich mal wieder nur nach eigenem Gefühl die Renneinteilung steuern, das habe ich schon länger nicht mehr gemacht. Dieses Mal hat das ausgezeichnet funktioniert.Wie fair dieses Rennen ist, zeigte sich schon am Start, als einige Teilnehmer einen Pfiff für das Startsignal hielten und einfach losschwammen. Doch die anderen blieben einfach stehen und die Frühstarter kamen zurück, und der Start ging dann korrekt über die Bühne. So etwas geht aber nur bei einem Landstart. In Deutschland wäre wohl jeder weiter geschwommen und hätte sich dann über den Frühstart beschwert. Nur ein Gedanke: warum machen wir in Deutschland eigentlich immer nur Wasserstart? Da schwimmt dann jeder schon vor dem Startschuss immer weiter vor die Startlinie und versucht sich so einen Vorteil zu verschaffen. Auch faire Sportler werden dann gezwungen durch die von hinten drückenden immer mehr aufzurücken. Ein Landstart dagegen ist eindeutig. Die Wasserlinie ist die Startlinie. Keiner kann vorgehen.Schon beim Schwimmen fühlte ich mich richtig gut. Ich konnte sogar zwischendurch Sprints einlegen um vor mir liegende Schwimmer aufzuschwimmen. Das ist mir sonst noch nie so gelungen. Das Schwimmen ist 2,1 km lang und hat 2 Landgänge. Nach jedem Landgang orientierte ich mich nach vorne und jedesmal konnte ich den Schwimmer der etwa 10 - 15 m vor mir war auf den nächsten 200 m aufschwimmen. So arbeitete ich mich nach meinem gewohnt schlechten Start bis auf den 12. Platz nach dem Schwimmen nach vorn.
Einmal auf dem Rad arbeitete ich weiter nach vorne aber auch von hinten kamen einige Fahrer. Die ersten Kilometer sind flach. Da sollte sich mein neues Tribike auszahlen, vor allem gegen die zahlreich auf normalen Rennrädern angetretenen Franzosen. So einfach war das aber gar nicht. Am Anfang sind alle noch frisch und halten dagegen, wenn sie überholt werden. Also Taktik umstellen und hinterher fahren bis sich die anderen ermüdet haben. So ging das dann bis an den Fuß der Berge. Gleich am ersten steilen Berg kam der spätere Zweite von hinten und überholte mich. Ich versuchte an ihm dran zu bleiben aber auch ohne Pulsmesser merkte ich sofort, dass das in eine Quälerei ausarten würde. Die Oberschenkel signalisierten genau so gut wie ein Piepser aus dem Pulsmesser: die Intensität ist zu hoch. Ich trank auch nicht nach Plan oder Intervall Piepser sondern nur, wenn ich Durst hatte und auch das funktionierte hervorragend. So ungefähr eine Liter habe ich getrunken. Dazu hatte ich drei Sponser Gels in einer Radflasche leicht verdünnt mit Wasser. Auch davon nahm ich nur nach Gefühl etwa 1 1/2 Gels. Das hat offensichtlich gereicht.
Nach dem ersten längeren Anstieg war auch klar warum viele das Rennrad gewählt hatten. Diese Strecke  bestand außer den ersten 15 km nur aus langen Anstiegen und langen Abfahrten in den Vogesen.Die erste Hälfte hielt ich mich schön zurück und folgte einem Fahrer in korrektem Abstand. Eigentlich war er mir zu langsam. Aber ich fühlte mich auf den langen Abfahrten sicherer, wenn ich ihm folgen konnte und die Richtung durch ihn vorgeben wurde. Außerdem ist es die beste Renneinteilung, wenn man die erste Hälfte der Radstrecke immer das Gefühl hat, man wäre zu langsam. Schneller kann man immer noch am Schluss machen oder beim Laufen. Irgendjemand sagte mir "Septieme". Ich dachte sieben Minuten Rückstand. OK. Auch nicht schlecht.
So ging es über fast 45 km meist nur bergauf mit kleinen Zwischenabfahrten. Eine wunderschöne Strecke bis auf 1100 m Höhe. Nach dem Champ de Feu ließ ich dann mein Zugpferd hinter mir und ließ es nun auf den flachen und steilen Abfahrten so richtig Krachen. Am Schluss der Radstrecke konnte ich dann noch zwei Belgier überholen und ich fühlte mich noch richtig frisch. Kein Wunder es waren ja auch fast 30 km Abfahrt. Damit war ich dann fünfter. Super! Vor mir war aber niemand mehr zu sehen.
Beim Wechsel zum Laufen ließ ich mir etwas mehr Zeit, so dass die Belgier wieder an mir vorbei gingen. Aber ich wollte korrekt wechseln und die Socken zum Laufen sauber anziehen, dass keine Falten entstehen. Das stört sonst 20 km lang, kostet dagegen nur 10 Sekunden mehr.
Einmal auf der Laufstrecke ging es zuerst einen Kilometer auf unebenem Pflaster in Frankreich Pavee (Paris-Roubaix) genannt bis zum ersten Anstieg. Dort hatte ich die beiden Belgier wieder eingeholt. Ich überholte sie aber erst in der Bergabpassage. Das war einfacher als ein Kampf auf Biegen und Brechen im Anstieg. Danach merkte ich auch, dass heute so richtig was geht. Meine Beine machten richtig gut mit. Immer schön auf Frequenz laufen. Bald hatte ich den Vierten im Blickfeld. Ein schwächerer Läufer. Er ließ sich kampflos überholen. Die Laufstrecke war gar nicht so einfach mit Pflaster, lockerem Feldwegschotter und zwei ordentlichen Anstiegen. Ich fühlte mich aber immer richtig gut. Auch meine Verpflegung klappte hervorragend. In jeder Runde (3 x 6,5 km) nahm ich ein Sponser Gel zu mir. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, es fehlt mir was.
Auf dem vierten Platz lief ich so die beiden letzten Runden immer taxierend, ob nach vorne noch was geht. Aber durch den immer stärker werdenden Verkehr auf der Strecke war es unmöglich auszumachen, wo der dritte sich befand. Den ersten und zweiten konnte ich auf den Wendepunktstreckenabschnitten sehen, aber auf die holte ich nichts auf. Ich blieb konstant oder sie liefen ein paar Meter davon. Von hinten drückten Läufer nach aber immer in weiterem Abstand, auf sie vergrößerte ich meinen Abstand eher.So lief ich dann locker mein Tempo über die Runden.

Beim Blick auf die Ergebnisliste zeigt sich auch, dass ich über die drei Runden kaum abgebaut habe, und die letzte Runde fast gleich schnell war wie die zweite.
Alles geht also auch ohne Technik und nur nach Gefühl sehr gut. Hoffentlich funktioniert das auch in Frankfurt so gut. Dort wird es ein bisschen dichter mit der Konkurrenz,
und ich hoffe ich kann mich genausogut auf mich selbst konzentrieren wie in der Einsamkeit der Vogesen.

Montag, 7. April 2014

Heidelberger Halbmarathon oder das Alter macht sich bemerkbar

Beim Heidelberger Halbmarathon hatte ich zum ersten mal das Gefühl: ich werde älter. Jetzt sind sie endlich da, die Jungen. All die Jahre habe ich mich immer gewundert, wo sie bleiben. Dennoch bin ich natürlich noch voll motiviert vorne mitzuhalten. Das  klappte auch bis km 7 recht gut.
Danach bekam ich starke Bauchschmerzen, also musste ich das Tempo bis zum Kloster richtig rausnehmen. Ab Ziegelhausen ging es wieder besser und zum ersten Mal bin ich auf den letzen 3 Kilometern nicht völlig kapput gewesen. Mit der Zeit und dem Ergebnis bin ich natürlich nicht ganz zufrieden. Ich wollte unter die ersten zehn und unter 1:20 laufen. Mit 1:22 habe ich beide Ziele klar verfehlt. Das Hauptziel ist dieses Jahr der Frankfurt Ironman. Da ist noch alles voll im grünen Bereich. Für einen kurzen Zwischencheck ist der Heidelberger Halbmarathon genau das Richtige. Jetzt weiß ich, dass ich beim Laufen noch was machen muss, wenn ich in Frankfurt um die 3 h auf dem Marathon laufen will. Das Positive am Heidelberger Halbmarathon war, dass ich überhaupt wieder einen Wettkampf laufen konnte. Im Januar musste ich das Dirty Race und später die Deutsche Meisterschaft im Wintertriathlon sausen lassen, weil meine Fusssohle so weh tat, dass ich mehrere Wochen gar nicht laufen konnte und danach nur ganz locker auf Gras. Die Schmwerzen sind jetzt völlig weg. Dafür haben sich die Waden wieder zu Wort gemeldet. Am Dienstag bin in noch 5000 m auf der Bahn gelaufen. Zum ersten Mal dieses Jahr, das war zuviel für die Muskulatur. Immer auf Gras oder weichem Waldboden und dann auf der Bahn schnell laufen, das funktioniert nicht. Die 5000 m bin ich noch sehr vielversprechend in 17:50 bei 80% HFmax gelaufen. So schnell war im bei so einem niedrigen Puls noch nie seit 2009. Also war ich recht zuversichtlich für den Wettkampf. Dann kamen aber die Halsschmerzen und ein trockener Husten. Meine Waden waren auch so verhärtet, dass ich nach Dienstag bis Sonntag keinen Schritt mehr gelaufen bin. Freitag und Samstag habe ich überhaupt nicht trainiert, weil mir die Krankheit noch in den Knochen saß. Am Sonntag war dann der erste Tag ohne Halsschmerzen. Also grünes Licht für den Wettkampf.
Das Ergebnis kann man also abhaken. Da mir jetzt mein Fuß nicht mehr weh tut, kann ich jetzt wieder vermehrt auf die Bahn oder die Strasse um richtig schnell zu laufen. Aber am liebsten laufe ich auf der alten verwilderten Bahn in Dielheim mit Grasbelag. Das erinnert mich jedesmal an Afrika. Nur ab und zu muss ich die Mulskulatur an harte Böden gewöhnen. Ich hoffe, dass meine Radform etwas besser ist, weil ich mich bis jetzt eher dem Radfahren zugewandt habe.