Dienstag, 26. August 2014

Dritter in Malterdingen

Nach 24 Jahren immer noch top in Baden-Württemberg

Dritter Platz insgesamt bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften über die Triathlon Mitteldistanz in Malterdingen

Führung bis km 14 beim Laufen

Bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften über die Mitteldistanz hatte ich mal wieder ein grandioses Rennen. Teilweise war ich sogar in Führung. Der Sieg wäre sogar möglich gewesen. 
Beim Schwimmen lag ich nicht weit hinter den Führenden. Allerdings hatte ich eine bessere Zeit über die 2 km erwartet. Mit 29:03 bin ich eine 14:30 über 1000 m geschwommen. Das ist im Vergleich zu meinen Trainingsergebnissen ziemlich langsam. Im Training am Mittwoch vor dem Wettkampf bin im 50 m Becken mit Neo noch locker zweimal hintereinander 6:40 auf 500 m geschwommen. Das ist eine 13:20 auf 1000 m. Aber irgendwie bekomme ich die Power beim Wettkampf noch nicht auf die Straße. Außerdem war ich im Wasser fast so blind wie ein Maulwurf.
Gegen die Sonne konnte ich überhaupt nichts sehen. Ich wartete sehnsüchtig auf einen Überholer, dem ich nachschwimmen konnte, nachdem ich die Spitzengruppe nicht schaffte. Durch einen schnellen Wechsel konnte ich aber wieder aufholen.

Beim Rad ließ ich es auf dem ersten 7 km richtig locker angehen. Am Anfang fährt eh jeder zu schnell los. Das wichtigste ist dort sich erst einmal an das Radfahren zu gewöhnen und zu trinken. Und schön immer im fairen Abstand von 10 m bleiben. 
Am ersten längeren Anstieg kam dann auch Thomas Heuschmidt von hinten angerauscht. Dieses Mal ging ich mit. Ich fühlte mich besser als in Heidelberg, wo ich ihn noch ziehen lassen musste. Und siehe da es ging ganz gut. Am Berg hielt ich mit und in der Abfahrt war ich eindeutig stärker.
Ich kannte die Strecke ja seit 24 Jahren. Da weiß man, wo man nicht zu bremsen braucht. Vor 3 Wochen war ich die Strecke einmal abgefahren und hatte in der Abfahrt vom Kirnhalden schon 93 km/h erreicht ohne voll reinzuhalten. Ich ließ Thomas noch sein Tempo bis zur nächsten Abfahrt fahren, dann setze ich mich in der technisch schwierigen Abfahrt Richtung Kenzingen durch die Weinberge von ihm ab. Ich war ganz erstauunt, dass er plötzlich nicht mehr da war. So musste ich mich allein auf die Verfolgung des Führenden machen.  Irgendjemand an der Strecke sagte mir ich wäre zweiter mit 2,5 min Rückstand auf den ersten. Ich suchte immer wieder das Führungsfahrzeug. Aber es tauchte einfach nicht auf. In der zweiten Runde kam dann von hinten doch noch der Vorjahressieger, der das Tempo zuvor nicht mitgegangen war. In der dritten Runde nach der Abfahrt war er aber auch weg. Und da war er endlich, der weiße Porsche, das Führungsfahrzeug. Durch das Gewusel auf der Runde mit den Jedermännern konnte ich gar nicht erkennen, wer der Führende gewesen war. Nun war ich es. Ein unglaubliches Gefühl, das ich noch nicht so oft in meiner Karriere hatte. Ich hätte nicht geglaubt, dass ich das noch einmal schaffen kann.
Bis zum Wechsel konnte ich die Führung halten. Als ich nach einem schnellen Wechsel auf die Laufstrecke ging hörte ich Achim Seiter den Sprecher sagen: Thomas Heuschmidt kommt zum Wechsel. Der Vorsprung schien komfortabel. So lief ich die erste Runde in  meinem schnellsten lockeren Tempo und immer noch nichts kam von hinten.
Ich begann mich schon über einen Sieg zu freuen. Aber "it ain't over til it's over". Nie die Konzentraton verlieren! Nach der ersten Runde hatte ich immer noch Vorsprung aber jetzt wurde es doch härter. Und plötzlich war Thomas  Heuschmidt am Ende des langen Anstiegs an mir dran. Ich versuchte noch dran zu bleiben aber das Tempo brachte mich aus meiner Komfortzone. Meine Oberschenkel taten weh, und wenn ich weiter so rennen würde, würde der totale Zusammenbruch kommen. Also musste ich die Führung abgeben. Kurz danach kam auch noch Thomas Rösch der spätere Sieger. Er hatte einen noch schnelleren Schritt drauf. Da konnte ich nach meinem vorherigen Kampf überhaupt nicht mitgehen. Zum Glück ging es dann fast nur noch bergab und ich konnte wieder in meinem Tempo bis ins Ziel laufen und den Zieleinlauf so richtig genießen vor allem, weil diesmal meine ganze Familie dort wartete. Was ein Unterschied zu meinem ersten Start vor 24 Jahren als ich noch ein einsamer Wolf war. Erfolge sind so viel schöner, wenn man sie teilen kann. 

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