Donnerstag, 8. Oktober 2015

Krabbeln oder Laufen

7. Platz beim Gelita Trail Marathon Heidelberg

1. Platz in der Altersklasse M45

Am letzten Sonntag habe ich mal wieder einen Marathon absolviert. Keinen normalen sondern den Trail Marathon in Heidelberg. Es lief auch sehr gut mit dem 7. Platz in der Gesamtwertung. Aber es war schon verdammt hart.
Dieses Jahr habe ich ja keine Ironman Distanz gemacht und zum Ironman nach Hawaii wollte ich dieses Jahr auch nicht, obwohl ich mir beim Ironman 70.3 im Kraichgau die Qualifikation gesichert hätte. Deshalb musste ich mir eine neue Herausforderung für das Saisonende suchen. Zur Auswahl standen der Marathon in Frankfurt oder eben der Trail Marathon in Heidelberg. Meine Wahl fiel auf das lokale Rennen, weil die Strecke schöner ist und ich auch mal wieder in der Gegend starten wollte, wenn es schon so tolle Wettkämpfe in der Nähe gibt.
Im Sommer hatte ich ja Probleme mit der Achillessehne, so dass ich von Juni bis  August nicht richtig laufen konnte. Dann wurde  mir das ganze aber zu bunt und ich bereitete mich in 4 Wochen für den Trans Vorarlberg Triathlon vor. Danach sollte eine 4 wöchige Vorbereitung auf den Trail Marathon folgen, wenn die Achillessehne mitmacht. Dummerweise waren die Schmerzen nicht ganz verschwunden. Aber solange der Laufstil nicht beeinträchtigt ist, kann man weitertrainieren. Das ist eine alte Weisheit von Marathon Olympiasieger Gelindo Bordin. Ich zog also meine Vorbereitung unbeeindruckt durch. Das erstaunliche dabei ist, dass jetzt nach dem Marathon die Verletzung plötzlich verschwunden ist.
So stand ich dann am Start im Garten des Heidelberger Schlosses bei strömendem Regen. Mit Armlingen gegen die Kälte das sollte reichen. Ich laufe viel lieber im Singlet und mit richtig altmodischen kurzen Hosen meine Rennen. Die neumodischen Surfer Schlapphosen Design Laufhosen sind was für den Strand aber nichts mit dem man schnell Laufen kann. Nur leider sterben die kurzen Split Shorts langsam aus. Am Start stellte ich mich ganz vorne hinter meinen Trainingskollegen, die nur die Staffel laufen wollten auf. Natürlich lief ich keinen Meter in ihrem Tempo. Vom Schloss ging es erstmal ordentlich bergab und bis zur Alten Brücke über Pflaster. Auf der Neuenheimer Seite ging es zum Philosophenweg und in Richtung Thingstätte hoch. Bis km 10 hielt ich mich vornehm zurück. Danach wollte ich so langsam aber kontrolliert das Tempo steigern. Da kam auch schon von hinten Matthias Müller, der spätere Sieger. Und schon warf ich meine guten Tempovorsätze über Bord und folgte ihm. Es hat wirklich viel Spaß gemacht hinter ihm über die Trails zu fliegen. So richtig schön im Flow. So waren wir dann am Weißen Stein und bei der Halbmarathonmarke auf Platz 2 und 3.
Der Rückstand auf den ersten zu diesem Zeitpunkt Kim Abel schmolz von 10 auf 5 Minuten. Matthias hatte sogar einen kleinen Rucksack dabei. Den sah ich immer von hinten am Rücken baumeln. Einen Rucksack wollte ich mir nicht antun. Trotzdem hätte ich ein oder zwei Gels gerne zu Hand gehabt, weil es unterwegs am Anfang keine an den Verpflegungsstellen gab. Doch dann meldete sich mein Pulsmesser immer vehementer. Hinter Matthias herzulaufen, da hatte ich meine Fähigkeiten doch etwas überschätzt. So beschloss ich ab der Halbmarathonmarke es nach Schlierbach hinunterrollen zu lassen und nicht mehr Matthias zu folgen. Leider rollt es zu Fuß nicht so einfach wie mit dem Rad. Die Abfahrt hinunter nach Schlierbach zog sich wie Kaugummi. So langsam machte sich auch meine Muskulatur bemerkbar.
Das beste am Trailmarathon waren doch die Bergabstrecken über Stock und Stein. Ich fühlte mich an meine Jugend erinnert, als wir auf den Wanderwegen in den Allgäuer Alpen auch bergab immer Vollgas gegeben haben ohne Rücksicht auf Verluste. Im Training mache ich auch Tempoläufe bergab, wie es gerade kommt.  In Schlierbach an der Verpflegung hätte ich mir gerne eine Pause gegönnt aber es gab wieder kein Gel. Also hinauf in Richtung Königstuhl. Ab jetzt wurde es richtig zäh für mich. Meine Tempoeinteilung war völlig in die Hosen gegangen. Eigentlich wollte ich ab km 32 so richtig aufdrehen. Doch ich kämpfte wie ein angeknockter Boxer. So ging es auch mit der Platzierung wieder in Richtung hinten. An der Himmelsleiter kam ich kaum auf die erste Treppenstufe hoch. So langsam überlegte ich mir wie ich da bloß hochkommen soll. Gehen oder Krabbeln. So richtig hochrennen oder Schrittsprünge so wie das im Training an der Himmelsleiter  in Nußloch so gut funktioniert hatte und so wie ich mir das in meinen Visualisierungen so schön ausgemalt hatte, das war nur eine weit entfernte Illusion.
Am Königstuhl oben angekommen gab es endlich das lang ersehnte Gel. Ich schob mir gleich 2 in die Backen. So gut hat mir ein Gel noch nie geschmeckt. Die neue Energie war auch dringend notwendig, denn nun folgte das gefährlichste Bergabstück. Auf den großen und scharfkantigen Steinen auf dem folgenden Abschnitt blieb ich an einem Stein hängen. Das riss mich abrupt aus meiner Agonie. Ich konnte einen Sturz gerade noch verhindern. Jetzt wieder volle Konzentration! Ein paar richtige Trailschuhe wären jetzt auch nicht schlecht. Die Asics Gel-DS Trainer waren bis dahin zwar super gut aber so langsam spürte ich die gemeinen spitzen Steinchen bei jedem Tritt.
Und der Veranstalter hatte auch auf dem Weg vom Königstuhl hinunter immer wieder Bergaufpassagen eingebaut, auf denen war mein Schritt so richtig lahm. Von hinten kam dann auch wieder ein Läufer und überholte mich. So war ich dann wieder kurz vor dem Ziel genau auf dem Platz, den ich hatte bevor ich mit Mathias Müller mitgezogen bin. Das hätte ich auch einfacher haben können. Na ja aber der Flow war es wert. Vielleicht wäre mit besserer Renneinteilung noch mehr drin gewesen. Mit mir gehen aber immer während des Rennens die Pferde durch, ein Rennen ist ein Rennen und Rennen sind auch Kampf. So langsam muss ich mich doch daran gewöhnen, das ich nicht mehr mit jedem mitrennen sollte, selbst wenn es im Moment auch ginge.
Endlich kam das Schloss wieder in Sicht und zum Glück keiner mehr von hinten.
Das Experiment Trailmarathon  war noch einmal gut ausgegangen. Mathias Müller hat mir von der Hälfte weg noch 17 Minuten abgenommen. Doch der Rest war gar nicht so weit weg. Für den ersten Versuch war das doch ganz gut. 
Zwischendurch habe ich mal gedacht, warum bist du nicht nach Frankfurt gegangen, dann wäre das ganze viel schneller vorbei. Aber der Trailmarathon hat doch die viel schönere Strecke und ich wäre gar nicht in den Genuss der langen Läufe im Training Richtung Königstuhl über alle Trails gekommen.
Jetzt mache ich erst mal Pause. Doch Laufen ist im Gegensatz zu Triathlon so herrlich simpel. Raus und trainieren ohne große Technik,das ist überall und bei jedem Wetter möglich.
Vielleicht mache ich auch mal wieder einen schnellen Zehner um zu sehen, was da noch geht.
Nächstes Jahr starte ich wieder beim Ironman in Frankfurt. Ich freue mich schon auf die lange Vorbereitung. Wenn ich dann so richtig gut in Form bin und eine Chance auf die ersten drei in Hawaii besteht, dann fahre ich auch wieder da hin. 

Donnerstag, 10. September 2015

Vom Bodensee zum ersten Schnee

Transvorarlberg Triathlon

Endlich wieder ein Sieg

Am Wochenende konnte ich endlich nach langer Pause wieder einen Sieg in meiner Alterklasse beim Transvorarlberg Triathlon einfahren.
Der Transvorarlberg Triathlon ist eine feine extrem harte Mitteldistanz quer durch das österreichische Bundesland Vorarlberg. Geschwommen wird vor der Kulisse der Seebühne in Bregenz 1,2 km.
Seebühne Bregenz Turandot

Danach wird von Bregenz über den Hochtannbergpass bis Lech 94 km geradelt.

erster Schnee
Hochtannbergpass
In Lech folgt noch ein 12 km langer Geländelauf über wechselnden Untergrund auf Singletrails, Pflaster, Asphalt und Almwiesen. Also genau das richtige für mich.
Nach dem letzten Wettkampf bei der LBS Liga in Schömberg hatte ich große Probleme mit meinen Waden und Achillessehnen, so dass weitere Wettkämpfe zunächst einmal nicht möglich waren. Ich versuchte mich über Schwimmen und Radfahren fit zu halten. Doch als Triathlet ist das nicht befriedigend. Außerdem hatte ich auch bei diesen Sportarten leichte Schmerzen, so dass ich dann eine komplette Sportpause einlegte und erst einmal mit meiner Familie einen Urlaub in England verbrachte. 
Ich ließ den Heidelbergman und den Breisgau Triathlon ausfallen und startete eine einfache 4 wöchige Vorbereitung auf den Transvorarlberg Triathlon.
Trainingszeit 4-wöchige Vorbereitung auf den Transvorarlberg Triathlon

Nun aber zum Wettkampf selbst.
Der Transvorarlberg fand am Samstag 5. September statt. Also musste ich schon am Freitag in meine weitere alte Heimat anreisen. Das schöne am Transvorarlberg ist auch, dass ich die Radstrecke schon von früher kenne. Teilweise bin ich die Strecke zwei Wochen vorher noch abgefahren. Die ganze Strecke anzuschauen wäre zuviel geworden. Irgendwie muss man ja von Lech wieder zurück kommen nach Wangen.
Das Schwimmen im Bodensee mit 20 °C war am Wettkampftag noch der wärmste Ort. Die Luft in Bregenz hatte 14 ° C. Leichter Nieselregen machte die Strassen nass.
Beim Schwimmen hatte ich eine gute Startposition und ich bewegte mich relativ weit vorne.
Gegen Mitte konnte ich das Tempo nicht mehr ganz halten. Meine Schwimmform war nach dem nur 4 wöchigem Training ok aber nicht auf dem höchsten Stand. Mein ganzes Schwimmtraining führte ich allein durch. Da fehlten die harten Intervalle gegen andere Mitschwimmer. Trotzdem kam ich als 22. aus dem Wasser.  Ich denke dass ich bereits mehrere Athleten in der Wechselzone überholte,
In der Wechselzone durch die Seebühne. Ich habe bereits alles an, weil es viel schneller ist. Bei Nässe bekommt man neue Klamotten nur ganz schwer angezogen. Sie werden bei Regen früher oder später doch nass.
da ich nichts zusätzlich anzog sondern nur ein Gore-Tex Regentrikot und Handschuhe in die Rückentaschen steckte.
Für den Radpart musste ich diesmal auf mein normales Rennrad anstatt mein Triathlonrad zurückgreifen, da bei meiner Zeitfahrmaschine eine Feder in der Vorderradbremse gebrochen war, die von Canyon nicht lieferbar war. Ein Nachteil bei integrierten Bremsen. Aber ich denke auf der Strecke des Transvorarlberg ist ein normales Rennrad kein großer Nachteil, obwohl vor mir wohl alle mit einem Triathlonrad unterwegs waren.
Gleich nach dem Start in Bregenz folgt der lange Anstieg nach Langen. Ich hatte mir vorgenommen auf der Radstrecke immer schön unter 80 % der maximalen Herzfrequenz zu bleiben. Bei den letzten Wettkämpfen hatte ich mich immer beim Radfahren zu stark verausgabt, so dass ich gegen Ende und beim Laufen nicht mehr zulegen konnte. Das sollte mir diesmal nicht passieren. Ich fuhr also immer schön kontrolliert. Dabei wurde ich dann immer öfter überholt. Ich musste mich schon ganz bewusst zurückhalten um den Konkurrenten nicht zu folgen. Aber die Abrechnung wird erst zum Schluß gemacht. Ich erinnerte ich immer wieder an Mark Allen, der seine Gegner beim Nizza Triathlon oder auf Hawaii auch immer auf der Radstrecke weit enteilen ließ um sie dann beim Laufen wieder einzusammeln. So ganz einfach wie bei Mark Allen würde das heute nicht werden, da 12 km Laufen im Vergleich zu 94 km Radfahren doch recht kurz sind um alles wieder aufzuholen. Doch zu Beginn war das erst mal die richtige Taktik. Ich wurde also überholt. Meinerseits konnte ich aber auch ein paar überholen, wenngleich auch etwas zäher als ich von anderen überholt wurde.
So ging es dann über die Berge des Bregenzerwaldes dahin auf und ab bis ich in Alberschwende so richtig kalte Hände bekam und plötzlich nicht mehr schalten konnte. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen meine Handschuhe anzuziehen. Das war leichter gesagt als getan, weil meine Hände schon so durchgefroren waren, dass ich die Handschuhe nicht über die Hände ziehen konnte. Ich fuhr ziemlich wackelig und zitternd freihändig bergauf und versuchte die Handschuhe mit den Zähnen nach oben zu ziehen. Dies gelang mir für die rechte Hand noch ganz ordentlich. Bei der linken Hand konnte ich die Handschuhe nur grob überstülpen. Die Finger gingen einfach nicht in die dafür vorgesehenen Löcher. So fuhr ich dann von Andelsbuch bis Egg mit verwurschtelten Fingerhandschuhen. Erst Richtung Mellau kam wieder etwas Wärme in meine Hände zurück, so dass ich auf der großen Strasse Richting Schoppernau noch die erste Frau überholen konnte, die ich schon lange in Sicht hatte aber wegen der Handschuhgeschichte überhaupt nicht näher kam. Mit der Wärme in den Händen war mir sofort auch überall sonst viel wärmer. In den Radflaschen hatte ich heute 0,75 l Sponser Competition und 3x70 g Gels in einer 0,5 l Flasche mit Wasser aufgefüllt. Da es aber so kalt war brauchte ich für die 94 km nur etwa 0,5 l Competition und nur etwa 300 ml der Gel Mischung. 
Zwischenzeitlich begegnete ich zwei Kuhherden beim Alpabtrieb. Bei der ersten musste ich anhalten und die Kühe an mir vorbei auf der Straße weiterleiten. Bei der zweiten in Au hielten mich die Autos vor mir auf. Wahrscheinlich mussten die anderen Athleten auch an denen vorbei. Das kann man bei einem Wettkampf auch mal verkraften. Das ist allemal besser als die neutralisierte Zone die zuerst vorgesehen war.
Als dann die Steigung zum Hochtannbergpass begann, hielt ich mich nicht mehr an die Pulsvorgabe von unter 80 % und fuhr einfach so gut es ging den Berg hoch. Dabei holte ich wieder 4 Konkurrenten ein, die mich zuvor überholt hatten. Jetzt machte sich die zurückhaltende Fahrweise von vorher bezahlt.
Schöne Pulskurve - Der Puls steigt zum Ende immer mehr an nur in der Abfahrt vom Hochtannbergpass fällt der Puls. Am Anfang immer im grünen Bereich. Die Höhe ist nicht kalibriert auf Bregenz. Der Hochtannbergpass ist 1660 m hoch. Der hintere Teil gehört nicht mehr zum Wettkampf. Ich habe vergessen den Stop Knopf zu drücken.
Am Hochtannbergpass endlich mit Handschuhen. Aerohelm eher als Regen-und Kälteschutz und warme Neoprenbooties über den Schuhen. Heute mit dem normalen Rennrad unterwegs.
Der Berg ist so steil, da kann man nicht mit angezogener Handbremse hochfahren. Auf der Passhöhe schnappte ich mir einen weiteren Fahrer während ich mir mein warmes Gore-Tex Trikot überzog. Auf der Abfahrt nach Warth kam der zuletzt Überholte wieder zurück, weil er mehr riskierte. Bei der Kälte verzichtete ich auf das Sitzen auf der Stange a la Kienle oder Sagan. Dafür war ich zu zittrig und durchgefroren.
In Lech kam ich als 15. an. Einen überholte ich gleich in der Wechselzone. Das Laufen begann sofort mit einem Hammerberg. Ich schnappte nach Luft wie ein Fisch auf dem Trockenen.
Kurz nach dem steilen Anstieg
Von hinten kamen ein paar Staffelläufer, bei denen es nicht einfach war dran zu bleiben. Deshalb ließ ich es lieber gleich bleiben. An der Wende der ersten Runde konnte ich einen Läufer sehen, der knapp vor mir war aber auch einige knapp hinter mir. Der Lauf war schön aber hart über Wiesen und kleine Wege, Straßen und Pflastersteine in und um Lech. Auch wurde es mir jetzt fast zu warm mit meinen drei Schichten Klamotten und Kompressionswadenwärmern. Auf der zweiten Runde hatte ich keinen Überblick mehr, weil immer mehr Staffeln und andere Athleten auf der Strecke waren. Mir ging es noch sehr gut und ich konnte zwar niemanden mehr vor mir überholen, aber von hinten kam auch keiner näher. So lief ich dann als 14. insgesamt über die Ziellinie. Mit der 8. besten Laufzeit war ich voll zufrieden.



Dienstag, 16. Juni 2015

Full Sweep Platz eins, zwei, drei für SV Nikar in Schömberg

Sieg in der 2. LBS Cup Triathlon Liga Baden-Württemberg mit dem Auto Peters Team SV Nikar Heidelberg beim Stauseetriathlon in Schömberg

3. Platz in der Einzelwertung

Ich kann's noch! Nach dem suboptimalen Wettkampf im Kraichgau habe ich in Schömberg meine Form wieder gefunden. Radfahren war exzellent. Windschattenfahren und ein steiler Berg. Das macht Spaß. Vor allem mit einer der besten Radzeiten. Laufen hat auch sehr gut geklappt. Eine 36er Zeit auf der schweren Strecke von Schömberg das kann sich für einen 47jährigen schon bei einem 10 km Lauf allein sehen lassen. Bei einem Triathlon ist das richtig schnell. Beim Schwimmen habe ich noch den Wettkampf vom letzten Wochenende gespürt. Nach einem schnellen Start habe ich sofort die Übersäuerung in den Oberschenkeln gefühlt. Außerdem war der Start eine ziemliche Prügelei.

Wo geht's denn hin beim Schwimmen?

Immer schön die Radschuhe polieren, dann sind sie schneller

Der Wechsel zum Rad war dann ganz gut und ich hatte Glück, dass ich immer ein paar starke Radfahrer um mich hatte, mit denen ich mich nach vorne arbeiten konnte.

Schömberg ist eine meiner Lieblingsstrecken, weil der steile Berg das Feld schon beim Radfahren bereinigt. Allerdings sind viele Jungs heute so stark, dass sie lange mithalten können. Für mich war die schwere Strecke klar ein Vorteil. So konnte ich meinen Rückstand vom Schwimmen wieder aufholen. Das gelang mir aber erst in der dritten Runde, weil die erste Gruppe erst am Schluß langsamer wurde. Auf welligem Terrain ist es praktisch unmöglich auf eine große Gruppe aufzuholen. Nur ein steiler Berg bei dem man fast all out gehen muss bringt den Unterschied. Dazu kam noch die schnelle Abfahrt, bei der man auch noch einzelne Fahrer abhängen kann.
Vor dem Wechsel zum Laufen reihte ich mich dann noch ganz vorn in der Gruppe ein und ging dann als vierter auf die Laufstrecke. Vorne war schon mein Teamkollege Flo Bausch. Direkt hinter mir war Timo Hoberg. Timo lief mir gleich davon, weil ich nicht so richtig schnell los laufen konnte. Die Spritzigkeit wie in Waiblingen hatte ich heute nicht. Dennoch kam ich nach einem Kilometer wieder heran. Dann machte ich wohl den einzigen Fehler des Wettkampfs. Ich überholte Timo. Dadurch lief ich in den roten Bereich, so dass ich Timo wieder ziehen lassen musste. Jetzt musste ich mich erst wieder sammeln. Vor mir war nur noch Flo, Timo und zwei weitere Konkurrenten. Den ersten holte ich mir bei Kilometer 4. Der zweite Hannes Müller war eine härtere Nuss, weil er noch mit Timo und Flo kämpfte. Aber auf der zweiten Runde am steilsten Berg war er auch fällig. Vorher wurde ich noch von Jens Müller bei Kilometer 5 eingeholt. Doch diesmal machte ich nicht den Fehler wieder in Führung zu gehen. Ich ließ mich von ihm über die zweite Runde ziehen. Das war in den ersten Minuten ziemlich hart. Später merkte ich, dass wir immer mehr auf Hannes Müller aufholten. Zum ersten Mal nahm ich auch ein Sponser Gel auf einer Kurzdistanz, was ich früher nie gemacht habe. Aber offensichtlich hat es gewirkt. Früher hatte ich immer Angst das würde nicht aufgenommen und ich würde Magenschmerzen bekommen.
Bei Kilometer 9 kommt der steile Berg in Richtung Ziel. Ich setzte alles auf eine Karte und beschleunigte noch einmal so schnell ich konnte. Dadurch konnte ich den dritten Platz sichern. Jens Müller konnte mir nicht mehr folgen und Hannes Müller holte ich am steilsten Stück ein. Das fiese an dem Berg ist, dass er oben nach der steilsten Stelle nicht wieder bergab geht sondern noch mehrere hunder Meter in einer moderaten Steigung weitergeht. Also musste ich meinen Endspurt noch weiter ziehen bis es wirklich wieder bergab ging. Darauf war ich aber vorbereitet. Ich wußte ja was kommt. 
Die siegreiche Mannschaft vom Auto Peters Team SV Nikar Heidelberg
Das war ein richtig gutes Gefühl mit zwei Teamkameraden auf dem Treppchen zu stehen.
Dazu kommt noch, dass ich immer noch richtig schnell Radfahren und Laufen kann. Nach Kraichgau hatte ich schon an mir zu zweifeln begonnen. Aber das Training passt dieses Jahr wohl eher zu Kurztriathlons.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Deutscher Vizemeister im Mitteltriathlon

Immerhin der 2. Platz bei der Deutschen Meisterschaft im Mitteltriathlon

Es hat gerade noch für den zweiten Platz bei der Deutschen Meisterschaft im Mitteltriathlon beim Ironman 70.3 Im Kraichgau gereicht. Zum ersten Mal seit langem habe ich meine Alterklasse bei einem Mitteltriathlon nicht gewonnen. Das Rennen begann eigentlich richtig gut. Beim Schwimmen konnte ich den Kontakt zur Spitze bis auf die letzten hundert Meter immer halten. Meine Zeit mit 26:38 min war auch sehr gut. Gestört hat nur, dass wir gegen Ende immer mehr Schwimmer aus der vorherigen Startgruppe überholen mussten. Da ging bei mir irgendwie mein schneller Vordermann verloren.
Auf dem Rad fühlte ich mich auch immer sehr gut bis zum Schindelberg. Da merkte ich schon, dass meine Muskulatur in den Beinen nicht wie gewöhnlich reagierte. Trotzdem hielt ich das Tempo bis zum Wechsel noch hoch. Die Verpflegung war genau im Plan. 2 Sponser Gels mit je 70 g, dazu Sponser Competition in den Radflaschen. Auf der Radstrecke war ich nur am Überholen.

So schön der getrennte Alterklassenstart beim Schwimmen ist, so blöd ist das dann später, wenn die schnellen einer AK sich mühsam durch die vorher gestarteten AKs  kämpfen müssen. Die Strecke war ziemlich voll. Ich musste oft abbremsen in Kurven. Die schnellen aus meiner AK habe ich nie gesehen. Am lästigsten ist es, wenn man einen überholt der schon 10 oder mehr Minuten auf einen verloren hat, der dann meint noch ein Strohfeuer abbrennen zu müssem und sich wieder saublöd vor einenm schiebt. 
Der Kraichgautriathlon ist ein  wunderschöner Triathlon und perfekt organisiert. Aber dieses Jahr war er mir zu voll. Überall Schlangen und Stau. Das war früher besser.

Nach dem Wechsel zum Laufen merkte ich gleich, dass die muskulären Probleme vom Schindelberg keine kurze Episode sein sollten. Ich kam nie auf mein Tempo für den Halbmarathon der früheren Tage. Bis Kilometer 4 konnte ich noch mit dem späteren Sieger mithalten. Von der Luft hatte ich keine Probleme aber die Beinmuskulatur machte einfach nicht mit. Sie fühlte sich bleischwer an. Am Ende kam nur eine 1:31 h beim Lauf heraus. Ungefähr zehn Minuten langsamer als die letzten Jahre.
Als vierter in der Altersklasse 45-49 war auch die Hawaiiqualifikation nicht mehr in Reichweite. Das war dieses Jahr auch kein Ziel. Aber wenn ich eine unglaubliche Form gehabt hätte und das Rennen souverän gewonnen hätte, hätte ich mir den Start noch überlegt. Ja, Ja, hätte, hätte Fahrradkette. So wurde mir die Entscheidung abgenommen. Das ist auch besser so. Das Startgeld wird mit 850 $ auch langsam viel zu teuer, dazu kommt noch der starke Dollar. Die Ironman 70.3 Weltmeisterschaft war auch kein Ziel, weil das Startgeld mit 450 € für eine Mitteldistanz mittlerweile auch eine Dimension erreicht hat, die ich nicht mehr tolerieren möchte. Da gehe ich lieber nach Malterdingen.


Dieses Jahr ist ein Übergangsjahr für mich. Ich mache keine Langdistanz oder Ironman. Deshalb habe ich auch nicht so konsequent trainiert wie früher. Ich mache dieses Jahr mal wieder in der LBS Liga Ba-Wü mit und helfe meiner Mannschaft beim Aufstieg in die erste Liga. 
Dazu kommt noch, dass meine Tochter Elisa dieses Jahr mit dem Triathlon angefangen hat. Was mich besonders stolz macht.
Elisa 2.Platz In Mußbach


Wir trainieren jetzt öfter gemeinsam. Da habe ich mein eigenes Training etwas zurückgefahren und mich eher auf kürzere Trainingseinheiten eingestellt.

Montag, 11. Mai 2015

1. Platz LBS Cup 2. Liga mit Auto PETERS Team - SV Nikar Heidelberg

Mal wieder LBS Liga

Nach vielen Jahren habe ich mal wieder in den Dienst der Mannschaft gestellt und an der LBS Liga mit meinem Team Auto PETERS - SV Nikar Heidelberg teilgenommen.
Die Mannschaft ist dieses Jahr richtig stark in der 2. Liga.
Wir haben gewonnen!
Bei mir ist es auch ganz gut gelaufen. Für meine bald 47 Lenze kann ich noch immer recht schnell laufen. Auch auf dem Rad läuft es noch sehr gut. Lediglich die Wechsel und das Schwimmen sind nicht mehr auf Juniorenniveau. Daran kann ich ja bei den kommenden Wettkämpfen noch arbeiten.

Nun zu den Ergebnissen im Einzelnen:

500 m Schwimmen auf 50 m Bahnen mit Bahnenwechsel alle 100 m. Das ist nicht gerade das, was ich am besten kann. So bin ich nur 7:18 geschwommen. Das ist wohl gerade mein Wettkampf- und Trainingsuniversaltempo. Vielleicht wird das noch besser?

Der Lauf beim Swim +Run war nur 2,2 km lang. Also nicht gerade meine Stärke. Am Anfang bin ich noch mit einem Jungen gelaufen, weil ich dachte der macht richtig Dampf, aber nach 1000 m habe ich die Frequenz erhöht und bin ihm davon gelaufen. Am Ende Stand eine Zeit von 8:27 min. Das war ganz ok im Vergleich zu den anderen. Die 2,2 km können aber nicht ganz stimmen. Das wäre nur eine 3:50 auf 1000?

Mit dem Abstand des Swim + Run ging es dann auf den zweiten Teil des Wettkampfs Bike+Run nach ungefähr 2 Stunden Pause. Ich dachte der Start wäre schon auf dem Rad und dann los wie bei einem Zeitfahren. Tatsächlich mussten wir aber wie bei einem Triathlon an die Räder rennen und den kompletten Wechsel durchführen. Dabei stellte ich mich stümperhaft beim Aufsteigen aufs Rad an. Ich hatte keine Gummis an den Radschuhen. Deshalb konnte ich nicht sofort auf die Schuhe steigen. Das kostete mich den Anschluß an die zweite Radgruppe. Als ich schon fast wieder dran war nahm ich einen Schluck aus der Flasche. Das war aber direkt vor eine Kurve. Ich wäre fast gestürzt. Dann war ich schon wieder weg. Mir blieb nichts anderes übrig als auf dei dritte Gruppe zu warten.
Dort war dann auch Harald Schestag. Auch so ein alter Haudegen. Wir zogen immer wieder das Tempo an aber die anderen konnten oder wollten das Tempo nicht hochhalten. Erst am Schluß konnten wir uns noch einmal absetzen.
Der zweite Wechsel war auch nicht optimal, weil ich meinen Platz nicht sofort gefunden habe. Die Plätze haben bei der LBS Liga keine Nummern.
Der zweite Lauf war dann richtig gut. Jetzt war mein Motor warm. Mit der 2. besten Laufzeit der 2.Liga stürmte ich noch auf den 9. Platz der 2. Liga.
Zusammen mit meinen Teamkamaraden
Maximilian Saßerath
Elias Schipperges
Timo Hoberg
Jan Faßbender
belegten wir souverän den 1. Platz.

Jetzt bereite ich mich auf den 70.3 im Kraichgau vor. Danach kommen noch weitere LBS Cups. Dabei auch ein paar Kurzstrecken. Wo es hoffentlich wie bei einem richtigen Triathlon zugeht.