Freitag, 14. Oktober 2016

10. Hawaii Jubiläum

Es war wieder heiß beim Ironman auf Hawaii


Es ist doch erstaunlich wie schnell man die Strapazen des Ironman auf Hawaii vergisst. Ich war nun schon zum 10. mal bei den Ironman Weltmeisterschaften in Kona dabei und es war wieder unglaublich heiß und hart. So heiß und hart, dass ich vor dem Rennen keine Vorstellung davon hatte was auf mich zukommt. Natürlich ist ein Ironman immer hart egal wo, aber wenn ich dann im Rennen bin wundere ich mich immer wieder trotz all dem Training, dass ein Punkt kommt an dem ich an eine Grenz komme.
Dieses Jahr hatte ich einfach mal wieder Lust in Hawaii teilzunehmen, obwohl die Chancen eine vordere Platzierung in der Alterklasse zu erreichen eher gering waren, weil ich mit 48 Jahren eher am Ende der Alterklasse 45-49 bin.
Meine Tochter Paula begleitete mich, damit ich keinen Blödsinn mache und jemand nach mir schaut vor und nach dem Rennen. 
Mit Paula hatte ich die Gelegenheit die Insel wieder neu zu erkunden. Meine erste Inselrundfahrt lag ja schon über 20 Jahren zurück. An einem Tag fuhren wir rund um die Insel zu vielen Sehenswürdigkeiten wie auch dem Vulkan.

An den ersten beiden Tagen fehlte noch mein Koffer. Das war aber nicht so schlimm, da ich am Tag der Inselrundfahrt sowieso nicht trainieren wollte. Trotzdem hätte ich gerne ein bißchen trainiert um mich schneller an die Hitze zu gewöhnen. Die Temperatur ist zwar nur 28 ° C im Schatten aber real feel ist 37 ° C durch die hohe Luftfeuchtigkeit.  In der Sonne kann es schnell noch heißer werden. Am Anfang ist das ziemlich hart. So war ich bei einer Koppeleinheit mit 2,5 h Rad und nach nur 15 min Laufen auf dem Allii Drive völlig im Eimer.
Doch in den folgenden Tagen ging das Training immer besser. Sogar die Laufgeschwindigkeit kam bei meinem Zielpulsbereich in Geschwindigkeitszonen, die ich auch in Deutschland laufe.
Dieses Jahr machten wir auch bei der Ironmanparade mit.
Auf diesem Video kann man uns durchs Bild laufen sehen.
Am Renntag war ich schön entspannt. Es war alles bereit.
meine Ausrüstung

Mein Canyon Speedmax Dura Ace electronic mit Zipp 808 und 404.


Ich befestigte meine Radschuhe am Rad und steckte die Flaschen in die Halter.

Am Rad hatte ich eine Aeroflasche mit 7 x 70 g Sponser Gel dazu 1 x 0,75 l Sponser Competition mit einer Salztablette extra drin und ein Aerodrink am Lenker mit 0,7 l Sponser Competition.

Ich lief die Wechslezone wie gewohnt noch mehrere Male auf genau dem Weg ab, den ich später auch nach dem Schwimmen nehmen würde. Dann ging ich 15 min vor dem Start ins Wasser und schwamm zur Startlinie. Ich nahm wieder meinen gewohnten Platz ca. 10 m von der Pierwand rechts ein. Dort ist der kürzeste Weg zur ersten Boje. Der Start verlief eigentlich ganz ruhig. Erst weiter draußen wurde das Gedränge größer aber das bin ich ja schon gewöhnt. Es ist nur lästig, wenn dir einer immer auf deine Uhr haut oder über dich drüber schwimmt. Ich hielt mich wieder an meine Taktik: bis zur Hälfte relativ locker und dann nach einmal aufdrehen. Das funktionierte heute richtig gut, obwohl am Schluß richtig hohe Wellen aufkamen. Ich kam nach 59 min ans Schwimmziel. So schnell war ich schon lang nicht mehr. Ich war auch nicht völlig angestrengt. Nur beim Wechsel bekam ich den Rennanzug nicht schnell genug hochgezogen, den ich unter dem Schwimmskin anhatte. Wenn ich daran zurückdenke, war das wie eine Agonie in der Zwangsjacke. Ich stand einfach rum und konnte mich nicht bewegen, weil die nassen Ärmel nicht am Arm hochgingen. Endlich ging es doch und ich lief zu meinem Fahrrad.
Der Wechsel aufs Fahrrad gelang dann wieder sehr schnell und ich setzte mich Richtung altem Flughafen in Bewegegung. Die ersten Kilometer vergingen wie immer locker. Ich kontrollierte meinen Puls und hielt ihn absichtlich niedrig. Bis nach Waikoloa fuhr ich extrem locker. Das Rennen wird noch hart genug. Das war aber eine harte Probe für mein Ego, weil ziemlich viele an mir vorbeifuhren. Kampfrichter gab es überhaupt keine und so rauschten immer wieder große Gruppen an mir vorbei. 


Bis zum Wendepunkt nach Hawi fuhr ich immer noch locker, das heißt so locker wie es geht, wenn es bergauf geht. Dieses Jahr war erstaunlich viel Gegenwind in Richtung Hawi.
An jeder Verpflegungstation nahm ich eine Flasche Wasser und goß sie über mich zur Kühlung. Schon nach kurzer Zeit war der Kühlungseffekt wieder verflogen. 

Ab Hawi zurück drehte ich dann das Gas auf und holte so ziemlich alle wieder ein, die mich vorher überholt hatten. Jetzt gab es sogar ein Paar Kampfrichter und die Gruppen lösten sich langsam auf. Zum einen, weil die _Kampfrichter da waren zum anderen weil das Feld sich gelichtet hatte.
Bis zum Flughafen liefe es bei mir so gut wie noch nie auf Hawaii. Ich konnte immer mein Tempo halten und von hinten kam niemand mehr. Nach dem Flughafen wurde es dann zäh. Ich überholte nicht mehr sondern hielt nur noch mein Tempo. Trotzdem fühlte ich mich vor dem Wechsel zum Lauf noch richtig gut.
Ein schneller Wechsel zum Lauf und danach sollte mein stärkster Part kommen.
Leider hatte ich schon gleich zu Beginn des Laufs kein gutes Gefühl. Der Puls war im grünen Bereich aber ich konnte keinen schönen Schritt laufen. Meine Lauftechnik fühlte sich schrecklich an. Dieses Gefühl wurde ich über die gesamte Marathondistanz nie los. Das hatte ich noch nie. Normalerweise ist der Puls zu hoch und ich muss mich bremsen und langsamer Laufen. Dieses Mal ging ich auch langsam an aber selbst, wenn ich es versucht hätte, hätte ich den Puls nicht hoch gebracht. Das war seltsam. So hatte ich die ersten Kilometer einen Schnitt von 4:20 bis 4:30 pro Kilometer. Das war sehr gut. Das hätte für eine Zeit um 3:12 h über den Marathon gereicht. Raus aus der Stadt die steile Palani Road hoch geht der Schnitt natürlich über 5 min. Danach wollte ich schön zum Energy Lab rollen. Daraus wurde aber nichts. Auf dem Queen K Highway kam ich einfach nicht in Schwung. Ich verpflegte mich ordentlich nach Plan mit Gels und Iso, aber der Kick kam einfach nicht. Selbst auf den bergab Abschnitten ging mein Schnitt nicht unter 5 min. Das war eindeutig unter meiner Vorgabe. Ich hatte aber immer noch eine gute Einstellung. Aus dem Energy Lab heraus gab es immer noch die Möglichkeit die letzten 12 km schneller zu Laufen. Aber im Energy Lab wurden mir meine persönlichen Gels nicht gegeben. Also musste ich auf Cola umsteigen. Das schmeckte zwar ganz gut aber eine große Hilfe zur Beschleunigung war das auch nicht. Ich kühlte mich auch immer wieder mit Wasser und Eiswürfeln herunter.
Auf dem Weg zurück erwischte ich sogar ein paar mal große Wasserflaschen, mit denen ich mich richtig runterkühlen konnte. Trotzdem konnte ich nicht mehr beschleunigen. Die letzten 5 km wurden dann richtig hart. Ich hatte leichte Krämpfe in den Waden. Aber nun trieb mich mein Wille in Richtung Ziel. Ich konnte sogar noch einen Endspurt auf den letzten 400 m machen.
Es ist dann immer ein wunderbares Gefühl Mike Reilly zu hören: You are an Ironman.
Am Ziel nahm mich dann gleich meine Tochter Paula in Empfang, die als Volunteer im Zielbereich aushalf.
Ich war völlig kaputt und schrecklich müde.
Mit meinem Rennen war ich nicht ganz zufrieden. Das Schwimmen war schneller als erwartet mit 59 min. Das Radfahren hatte ich mir fast perfekt eingeteilt und Zeit von 5:05 h war bei diesem windigen Tag eine gute Ausgangsposition. Doch die Hoffnung auf einen schnellen Lauf erfüllte sich wieder einmal nicht.
Die Laufzeit von 3:34 h ist einfach 20 min zu langsam. Vor allem nach der Hälfte habe ich zu stark nachgelassen. Das war auch schon in Frankfurt so. Nur in Frankfurt habe ich das Radfahren nicht so clever eingeteilt und ich bin beim Laufen zu schnell losgerannt. Das war in Hawaii nicht so.
Nun ja, da habe ich nun wieder etwas zum Knobeln bis zum nächsten Ironman. 
Das ist übrigens mein Training für Hawaii. 13 Stunden im Schnitt pro Woche Seit dem Ironman Frankfurt.
Etwas wenig Radkilometer sind das, aber zu mehr hatte ich keine Zeit oder Lust.
Ich starte nächstes Jahr wieder in Frankfurt. Auf Hawaii starte ich erst wieder in zwei Jahren. Da bin ich dann wieder eine Alterklasse aufgerückt. Vielleicht klappt es dann wieder einmal mit einem Podiumsplatz.






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