Dienstag, 5. Dezember 2017

Schneemann statt Ironman in Frankfurt

3. Platz beim Nikolaus Duathlon in Frankfurt

Ich kann immer noch auf ein Podium bei einem Wettkampf kommen.

Ein richtig verschneiter Wettkampf, genau passend zum Namen, war der Nikolaus Duathlon in Frankfurt. Schon bei der Hinfahrt wurde der Schneefall in Richtung Frankfurt immer stärker. Auf der gesamten Wettkampfstrecke lag etwa 10 cm Schnee. Schöner frischer Neuschnee, erstaunlich griffig. Ich lief mit meinen Zoot Wettkampfschuhen wie im Sommer und hatte keine Probleme mit dem Schnee. Schnee bin ich ja gewöhnt von früher vom Langlaufen. Nur in einer Kurve kam unten etwas Schlamm durch, da wäre ich fast auf die Schnauze gefallen. Auch auf meinem Wettkampfrad hatte ich keine speziellen Reifen. Ich nahm einfach mein Cross Bike mit dem ich jeden Tag zur Arbeit fahre. Da sich mein Weg zur Arbeit nur auf Asphalt abspielt, habe ich einen Schnellläufer Crossreifen nur mit seitlichen Stollen drauf. Das hat sich beim Radfahren überhaupt nicht negativ ausgewirkt. Ich hatte immer sicheren Grip, bis auf ein paar Scharfe Kurven, wo das Hinterrad auf der Schneeglätte leicht ausbrach. Das ging aber wohl  allen so.
Beim ersten Lauf über 5 km hielt ich mich in der großen Gruppe auf, ohne viel Kraft zu vergeuden. Vorne waren zwei Läufer weg. Haimo Kiefer, den späteren Sieger holten wir in der zweiten Runde wieder ein. Von da an wurde das Tempo wieder langsamer, so dass die beiden ersten eine Minute rausholen konnten. Ein bisschen schneller wäre es vielleicht gegangen aber wahrscheinlich hätte ich das hohe Tempo vorne nicht mitgehen können. So kam dann die große Verfolgergruppe zusammen in die erste Wechselzone, die auch komplett zugeschneit war. Beim Einrichten der Wechselzone hatte ich noch meine Radschuhe mit Gummis am Rad befestigt. Dann fiel mir aber ein, dass ich dann ja die ganze Strecke bis zum Aufstieg auf das Rad mit Socken im Schnee laufen muss. Keine gute Idee heute. Also die Schuhe wieder aus den Pedalen raus und vor das Rad ablegen. Ich zog also die Radschuhe an und schob das Rad über die Stadionbahn zu der Stelle, wo man aufsteigen durfte. Das war richtig mühsam, ganz anders als im Sommer. So war ich froh auf mein Rad springen zu können.
Ich war etwa an dritter Stelle auf die Radstrecke gegangen. Vorne waren Christoph Bergmann und er der spätere Zweite Matze Weckbach. Die konnte ich im dichten Schneetreiben schon gar nicht mehr sehen. Ich war in Begleitung von drei offensichtlich zum selben Verein gehörenden Radfahrern mit Bayernkaros an den Hosen, die sich ständig etwas zuriefen. Da Windschatten fahren erlaubt war, blieb ich hinter ihnen in der Erwartung, dass sie nun die Verfolgung der Führenden aufnehmen würden. Dann kam auch schon Haimo Kiefer mit einem Affenzahn von hinten angerauscht. Kurz versuchte ich ihn zu verfolgen. Leider ohne Erfolg. Ich reihte mich wieder in den Windschatten der anderen ein. Doch wir kamen auch durch Abwechseln in der Führung keinen Meter näher. Wenn Windschatten fahren erlaubt ist, stehst du immer vor der Wahl: Wieviel führe ich, fahre ich vorne weg oder bleibe ich hinten dran? Zum Glück kam bald darauf noch Alexander Nikolopoulos von hinten angefahren. Auch ziemlich schnell, so dass ich am Anfang auch keine Chance hatte bei ihm im Windschatten zu bleiben. Trotzdem löste ich mich aus Gruppe und machte mich auf seine Verfolgung. Und siehe da, in den Kurven kam ich immer wieder heran, nur um dann auf den langen Geraden wieder den Anschluss zu verlieren. Mir ging es heute so wie Sebastian Vettel bei der Formel 1 mit Mercedes. Auf den Geraden fehlte mir die Power um die gleiche Geschwindigkeit wie Alexander mitzugehen. Aber in den Kurven konnte ich durch Technik immer wieder aufholen. Vielleicht lag es auch an meinen Cantilever Bremsen, die kaum Bremswirkung im Schnee entfalteten. Alexander hatte Scheibenbremsen und verzögerte immer viel stärker als ich vor den Kurven. In der Mitte der zweiten Runde holten wir dann Christoph Bergmann wieder ein. Er ging sofort in meinen Windschatten. Ich ließ in eine Weile mitfahren und machte dann ein kleines Loch zu Alexander auf. Ich deutete ihm an, dass er jetzt das Loch zufahren sollte. Das tat er auch und nahm eine lange Führung bis wir wieder an Alexander dran waren. In dem Moment zog Alexander aber wieder an und durch diesen Antritt hatten wir Christoph los. Das war auch besser so. Denn mit dem schnellsten Läufer kommt man besser nicht zum zweiten Wechsel. Kurz danach verlor Alexander in einer engen Kurve die Kontrolle über sein Vorderrad und stürzte. Zum Glück bei nur geringer Geschwindigkeit. So fuhr ich dann die dritte Radrunde allein bis fast zum Schluss als Alexander vor dem Wechsel wieder an mir dran war, immer wieder angekündigt durch das Quietschen seiner Scheibenbremsen. Es folgte ein mühsamer Wechsel. Meine Finger waren kalt und meine Laufschuhe hatten einen Schneeüberzug. Die Brille hatte ich schon nach dem ersten Lauf abgelegt, weil sie mit Schnee bedeckt war. Ich hatte Schwierigkeiten meinen Helm zu öffnen. Am liebsten wäre ich mit Helm weitergerannt. Das tat Alexander gerade vor mir, der schon ein paar Meter voll los gerannt war, bis er merkte, dass er den Helm noch auf hatte. Mit einem gezielten Wurf an den Wechselplatz entledigte er sich seines Helms und kam etwa 10 m vor mir aus der Wechselzone. Ich stellte mir nun den zweiten Lauf easy vor. Alexander sollte ich einholen und dann mal schauen, was noch nach vorne geht. Hmm, so einfach war das nicht. In der Wechselzone war der Schnee noch tief, weil wir die ersten auf dem Weg waren. Auf der Strecke kam ich lange auch nur ganz allmählich näher. Irgendwann hatte ich ihn dann, aber ich konnte ihn nicht abhängen. Für richtige Antritte war der Boden zu rutschig. Das war nur Kraftverschwendung. Also musste ich voraus laufen und auf eine günstige Gelegenheit warten. Zwei mal erhöhte ich die Geschwindigkeit leicht, aber das beeindruckte ihn wenig. Auch in den Ecken zum Stadion wurde ich ihn nicht los. Erst als wir ihm Stadion auf den letzen 200 m Metern waren kam es zum show down. Alexander wollte mich überholen. Ich aber behauptete die Innenbahn und als ich merkte, er kommt nicht vorbei, setzte ich meinen Endspurt an. Zum Glück erfolgreich. Eigentlich sprinte ich sehr schlecht, aber ich mache jetzt regelmäßig Steigerungsläufe am Ende meiner Läufe. Vielleicht hat's was geholfen.
Die Sieger des Nikolaus Duathlon 2017

Ausblick

Bei so viel Schnee gehe ich jetzt an den Wochenenden erst einmal Skilanglaufen. Wahrscheinlich starte ich auch wieder beim Dirty Race. Danach geht wieder die Vorbereitung auf den Ironman Frankfurt so langsam los.

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