Donnerstag, 24. Mai 2018

Harter Kampf der Alten beim Jubiläums Triathlon in Forst

Lauf auf den dritten Platz overall

Knapper Sieger in der Altersklasse M50


Der 30. Triathlon in Forst war ein Rennen der Extraklasse. Extra hart für einen relativ kurzen Wettkampf über 1 km Schwimmen 30 km Radfahren und 7,5 km Laufen. Eigentlich war der Wettkampf als Trainingswettkampf und Materialtest geplant. Der Veranstalter hatte aber noch weitere alte Triathlon Legenden eingeladen, die genauso wie ich noch sehr competitive sind, wie sich bald herausstellte.
Beim Schwimmen hatte ich gedacht ich könnte vielleicht ein bisschen länger an meinen Vereinskameradinnen Katrin und Ursula dran bleiben. Aber die sind dann doch viel schneller als ich. Da hilft auch der Neopren nichts mehr. Nach der ersten Wende war die erste Gruppe weg und ich  war im Niemandsland ohne jemand vor mir bei dem ich Wasserschatten hätte schwimmen können. Am Schluss kam noch Rolf Lautenbacher und leistete mir gute Gesellschaft. Nach 15:35 min stieg ich aus dem Wasser. Ich denke, dass die Schwimmstrecke etwas länger als 1000 m war, weil ich über 1000 doch schneller sein müsste. Die Zeiten der anderen waren auch langsamer als im Becken. Auf meiner GPS Uhr waren es 1191 m, was wohl etwas zu viel ist.
Ich legte einen schnellen Wechsel hin und am Start zur Radstrecke wurde mir zugerufen: 1:30 min Rückstand zur Spitze. Ok, das ist nicht so viel. Aber als ich am ersten Wendepunkt sah, dass Uli Mutscheller an der Spitze des Rennens lag, war ich doch ein bisschen beunruhigt. So langsam machte sich das Mantra für den Wettkampf breit: Es kann nicht sein, dass einer der älter ist als ich, schneller ist. Normalerweise gewinne ich meine Altersklasse immer relativ locker. Diesmal war die Konkurrenz aber richtig stark mit Uli und Rolf.
Da musste ich mich also richtig reinhängen, sogar schon beim Radfahren. In der zweiten Runde war ich noch mehr beunruhigt, weil Uli seinen Vorsprung noch ein wenig ausbauen konnte, obwohl ich mit maximalem Einsatz fuhr. Eigentlich wollte ich nicht schon alles beim Radfahren investieren. Zum Glück kam irgendwann von hinten Daniel Wiesner angerauscht. Ich versuchte solange wie möglich an ihm dran zubleiben, natürlich ohne Windschatten zu fahren. Das gelang mir auch ein Weile, so dass ich wenigstens alle anderen hinter Uli noch bis zum Wechsel einholen konnte. Als Dritter ging ich auf die Laufstrecke. Die Rückstände wurden mit 1:30 min auf Uli und 20 s auf Daniel rein gerufen. Ich dachte, 1:30 min auf 7,5 km aufzuholen das wird schwierig aber 20 s auf Daniel, das könnte ich versuchen. Also lief ich mit maximalem Tempo los. Ich hatte ja dieses Jahr meinen Fokus mehr auf das Lauftraining gesetzt, weil das erstens einfacher zu organisieren ist als Radfahren und zweitens, weil das Laufen immer schon meine stärkste Disziplin war. Da wollte ich wieder die Akzente setzen. 
Nach der ersten Runde über 2,5 km waren die Abstände aber nahezu gleich geblieben. Ich hatte sogar das Gefühl auf Daniel zu verlieren. Trotzdem weiter kämpfen. Irgendwann geht vielleicht was nach vorne. Auch nach der zweiten Runde war Daniel immer noch vor mir und von Uli war noch nichts zu sehen. Doch zu Beginn der dritten Runde kam ich allmählich näher an Daniel heran. Jetzt ging alles plötzlich ganz schnell. Ich konnte Daniel und Uli fast an der gleichen Stelle überholen und war damit in Führung gegangen. Die Führung sollte ich dann bis ins Ziel nicht mehr abgeben. So wurde aus einem nahezu hoffnungslosen Rückstand noch ein knapper Vorsprung. Viel geholfen hat mir dabei, dass ich mich nicht auf den Rückstand zu Uli konzentriert habe sondern auf die nahe liegende Aufgabe erst einmal Daniel einzuholen. Als ich dann Daniel und Uli auf einmal überholen konnte, hatte ich quasi zwei Fliegen mit einer Klatsche erledigt. Man muss also immer kämpfen, egal wie aussichtslos die Situation auch sein mag. Manchmal helfen einem auch die äußeren Umstände ein Ziel zu erreichen.
Zieleinlauf als Erster der ersten Startgruppe - zu kaputt zum Jubeln

Der Sieg in der ersten Startgruppe bedeutete den dritten Platz insgesamt, weil in der zweiten Startgruppe noch der Profi Horst Reichel und ein junger Darmstädter Athlet schneller waren.
Mit meinem Rennen bin ich natürlich voll zufrieden. Vor allem das Laufen im 3:23 min/km Schnitt war ein Highlight und zeigt, dass mein Training anschlägt. Vorher hatte ich mir das aber ganz anders vorgestellt. Meine Konkurrenten haben mich diesmal bis an meine Leistungsgrenze gebracht. Aber genau das will man ja haben, bei einem Wettkampf.
Die nächste Station ist jetzt der Ironman 70.3 Kraichgau bevor es zum ersten Saisonhöhepunkt nach Frankfurt zum Ironman Europe geht.



1 Kommentar:

  1. Wahnsinn, was du mit 50 noch für Leistungen bringst. Den Holger Lorenz hinter dir gelassen. Am Sonntag kann ich dir dann hoffentlich ein Wasser reichen !

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