Freitag, 31. August 2018

Deutscher Meister in Viernheim

Schon wieder ein Titel

Am letzten Wochenende konnte ich schon wieder einen Titel abholen, und zwar den Deutschen Meister auf der Kurzdistanz beim Triathlon in Viernheim.
Am Schluss des Rennens war nur noch der 80-Jährige Kalli unterwegs. Später sagte er, er hätte schon 1982 seinen ersten Triathlon gemacht. Ich bin zwar noch keine 80 sondern erst 50 aber meinen ersten Triathlon habe ich auch schon 1983 gemacht. Da wurde mir wieder klar wie verdammt lang ich den Sport schon mache.
Ich war zwar nie ganz vorne dabei, aber ich hatte immer eine gute Fitness über all die Jahre. Ich habe immer trainiert außer zweimal habe ich für ein halbes Jahr ausgesetzt, vor und nach meinem Arbeitsaufenthalt in den USA.
Das zahlt sich jetzt aus.
Man muss nur lange genug dabei bleiben. Natürlich macht es mir auch immer noch sehr viel Spaß. 
In Viernheim bin ich an den Start gegangen, weil der Triathlon dort immer sehr gut organisiert ist und wenn schon mal Deutsche Meisterschaften in der Nähe sind, dann sollte man auch mitmachen.
Im Moment bin ich ja gerade in der Hawaii-Vorbereitung, da ist eine Formüberprüfung immer sinnvoll. Allerdings bringt ein Wettkampf immer Stress mit sich. Gut, ich mache dann kein spezifisches Kurzstreckentraining und das Tapering vor dem Wettkampf beschränkt sich auf 2 bis 3 Tage. Aber ich will ja auch gut sein. Deshalb ziehe ich in der Woche vorher das Langstreckentraining nicht voll durch. Im Zweifel mache ich weniger. Nach dem Wettkampf brauche ich dann auch wieder Regenerationszeit. Das dauert meist bis Mittwoch oder Donnerstag, wenn der Wettkampf am Sonntag war, bis ich wieder ins Langstreckentraining einsteigen kann. 
So ein Wettkampf in der Langstreckenvorbereitung ist also ein zweischneidiges Schwert. Mann bekommt Auskunft über seinen Leistungsstand auf der einen Seite, auf der anderen Seite verliert man zwei halbe Wochen an spezifischem Training. Vielleicht ist es aber auch gut in der Vorbereitung mal etwas kürzer zu treten und zu regenerieren.
Der Test in Viernheim ist natürlich sehr zufriedenstellend ausgefallen. 
Schon das Schwimmen war super. Ohne Neopren. Da konnte ich mein Hawaii Outfit testen mit Swim Skin und darunter den Triathlonanzug.
Ich war in der zweiten Startgruppe, in der alle Athleten über 40 eingeteilt waren. Ich konnte immer in der Spitzengruppe oder der Verfolgergruppe mitschwimmen. Das ist sehr motivierend, wenn man mit den Besten mithalten kann. Sonst ist das ja nicht mehr der Fall bei den schnellen Jüngeren.
Das Wasser war mit 24 Grad angenehm warm, aber die Außentemperatur war mit 8 bis 15 Grad relativ niedrig. Deshalb habe ich mich auch im Wasser nicht eingeschwommen und das Aufwärmen an Land erledigt. 
Beim ersten Wechsel hatte ich den einzigen Knackpunkt im Rennen. Am Rad angekommen hatte ich ziemliche Gleichgewichtsstörungen, so dass ich zuerst den Helm von Bernd Holik meinem alten Langlaufkumpel abgeräumt habe, der sein Rad neben mir stehen hatte. Also musste ich zuerst wieder seinen Wechselplatz in Ordnung bringen, weil er ja seinen Platz so vorfinden will, wie er ihn aufgebaut hatte. Erst danach konnte ich meinen Swim Skin ausziehen und meinen Helm aufsetzen. Beim Ausziehen des Schwimmanzugs hatte ich große Probleme auf einem Bein zu stehen, ich musste mich also erst kurz sammeln und stillstehen. Deshalb ist meine Wechselzeit auch unterirdisch.
Nach dem Wechsel auf das Rad bin ich dann erst einmal vorsichtig losgefahren, und es hat lang gedauert bis ich endlich in den Radschuhen richtig drin war. Dadurch war der Vorteil durch mein gutes Schwimmen dahin und ich musste die Athleten, die mich in der Wechselzone überholt hatten nacheinander wieder einholen. Das gelang auch ganz gut, weil die Juhhöhe so richtig hart und steil ist. Das ist immer der beste Teil der Viernheimer Radstrecke, danach ist sie wieder relativ einfach.
Dieses Jahr bin ich immer mein eigenes Tempo gefahren, weil kein anderer aus der zweiten Startgruppe ungefähr gleich schnell fuhr. Es gab niemand zum Kämpfen. Ich hatte immer das Gefühl, ich strenge mich an, aber es ist noch locker. An den Bergen hatte ich guten Druck.
Nachher hat mich ein bisschen verwundert, dass ich letztes Jahr schneller war, obwohl ich dieses Jahr im maximalen Aero-Trim angetreten bin, also mit Zipp 808 vorne, Scheibe hinten und Aerohelm. Letztes Jahr war ich im Light-Outfit angetreten it Zipp 303 vorne und 800 hinten und normalem Straßenhelm. Jetzt wäre noch interessant, ob ich dieses Jahr weniger Leistung gebraucht habe, oder ob es am Wind oder an der Anstrengung gelegen hat. Wir werden es nie erfahren. Immerhin das Gefühl war super mit highspeed wieder durch den Saukopf-Tunnel zu brettern.
Beim Laufen lief es wieder hervorragend. Ich konnte meine Zeit vom Vorjahr noch einmal verbessern. Dieses Mal standen 36:24 min für die 10 km auf der Liste. Dieses Jahr war es nicht ganz so heiß, deshalb sind die Laufzeiten tendenziell schneller.
Waldstadion Viernheim
Das gute am Lauf war auch, dass ich auf der letzten Runde keinen signifikanten Geschwindigkeitsabfall hatte. Das ist genau, das was ich wollte.
Am Schluss war ich dann sogar der Dritte aller Starter über 40. Während des Rennens überholte mich nur einer aus meine Startgruppe.
Jetzt geht's wieder weiter mit der Hawaii-Vorbereitung. Der Test verlief positiv, aber die Aussagekraft eines Kurztriathlons ist eher gering für die Langstrecke. Immerhin stimmt der Grundspeed schon mal. Darauf kann man aufbauen.

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